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Die ungezogene Gesellschaft und ihre Herausforderungen. KuK-Verlag Leipzig, 1. Auflage November 2015, 124 Seiten, 7,80 €

Ab jetzt – September 2018 – bis zum 20.12.2018 nochmals reduziert auf den halben Preis: 3,90 Euro

Das mentale, psychische „Hängenbleiben bei sich“, bei dem, worauf einer gerade Lust hat oder wovor er sich gerade fürchtet, beschreibe ich als eine Crux dieser Gesellschaft. Sie ist es desto mehr, je mehr sie ihre Kinder dazu verführt.

„Leistungsfähig zu werden, setzt das Erlernen einer ganz besonderen ‚Autonomie’ voraus: Der zunehmenden Unabhängigkeit von den eigenen Launen und Stimmungen durch die Ausbildung von Gewohnheiten und Lebenseinstellungen, die das Auf und Ab der persönlichen Gefühle überbrücken können, weil sie nicht nur nach innen auf das eigene Fühlen und Denken ausgerichtet sind…, sondern mehr nach außen auf das, was andere, die ich lieb habe und/oder denen ich wenigstens vertraue, von mir erwarten.“ (S. 48.)

Aber vielleicht bin ich selbst ja auch nur bei meinem eigenen Denken „hängen geblieben“. Ich halte das und alles Gegenteilige von dem, was ich selbst denke, tatsächlich für möglich, ziehe es ehrlich in Betracht, wenn jemand nur so freundlich ist, mir sein Denken sachlich und langsam, ohne allzu viel Vorschuss-Emotionen, auseinanderzusetzen. Nur dann kann ich mitkommen mit seinem Denken und meines gegebenenfalls ändern. Wir müssen unsere Urteilsfalle offen halten, sie darf nicht zu schnell zuschnappen. Ob wir das können wollen und wollen können, ist die entscheidende Frage der Kultur in einer Gesellschaft; sie entscheidet über Krieg und Frieden, letztendlich über Sein und Nichtsein.

Machen Sie es doch bitte auch so: Halten Sie erst einmal für möglich, dass das, was ich schreibe, mehr stimmen könnte, als es zugleich nicht stimmt – denn es gibt kein Urteil über Komplexes, das nur richtig oder nur falsch ist. „Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit“, hat Wladimir Iljitsch Lenin geschrieben. (Eine Wahrheit kann nichts dafür, dass sie möglicherweise ein Falscher publik gemacht hat.) Schauen Sie insbesondere im 3. Kapitel („Unser Haus, ein Familieninternat, in der Ordnung der Liebe geborgen“), so ungewohnt mancher Gedanke Ihnen auch vorkommen mag, ob ein solches Haus mit einer solchen Großfamilie mit solchen Ritualen und Umgangsformen heute in Deutschland hilfreich sein könnte, den sich vereinzelnden Seelen zu helfen, zueinander zu finden und im Miteinander – und nur so geht das – verstehen zu lernen, wer sie selber sind und wie sie auf dieser Welt lieben und geliebt werden können. Denn das ist das letztendlich einzig Wichtige für eine Seele.

Und es ist nicht irgendein Miteinander, sondern ein erzieherisch klar geregeltes und sogar ein hierarchisches – ich sehe sie förmlich vor mir, die Urteilsfalle, wie sie aufgeregt zuckt und wie sie am liebsten zuschnappen möchte. Aber sind Hierarchien und ein freundliches, sogar liebevolles Miteinander wirklich ein Gegensatz oder bedingen sie sich nicht viel mehr? Stoff darüber – auch auf eine konkrete Weise – nachzudenken, bietet dieses Buch auf jeden Fall, und ich glaube, dieses Nachdenken ist dringend nötig in unserer Gesellschaft.

 

Erziehen – Hickethiers Ratgeber. edition Sächsische Zeitung, 1. Auflage 2016, 12.90 € (Dieser Preis muss bleiben, weil ich dieses Buch nicht in meinem eigenen Verlag herausgegeben habe.)

Ich bin unzufrieden, nicht mit der Welt, sondern mit dem, was ich selbst fabriziert habe. Mit meinen Söhnen allerdings nicht, die finde ich gelungen, alle drei. Aber mit meinen Büchern: Immer fällt mir hinterher etwas auf und ein, was ich besser hätte schreiben können und sollen. Das gilt auch für dieses, mein neuestes Buch. Andererseits ist es das, welches ich am häufigsten durchgesehen und verbessert habe. Wer zusammenhängend wissen und verstehen will, was meine Erziehungsauffassungen in der alltäglichen Praxis der Familien und Schulen bedeuten, ist mit ihm von allen meinen Büchern am besten bedient. In meinem vorletzten („Die ungezogene Gesellschaft…“) versuche ich sozusagen philosophisch-pädagogisch zu begründen, wie es zur Erziehungsmisere in der westlichen Welt gekommen ist. Ich werde dort zwar auch praktisch, aber exemplarisch nur in Bezug auf das Projekt einer Großfamilie („Unser Haus“).

Ich bin ein Querdenker wie immer, weil es mir zuwider ist, etwas nachzubeten und zu variieren, was „in“ ist und allenthalben so gesagt und geschrieben wird.

Das folgende Textstück aus dem Buch (S. 77f.) soll als ein Beispiel dafür, das ich hier auf dieser Seite noch nicht erwähnt habe, genügen:

Liebe heißt nicht, auf Strafe zu verzichten oder: Die Stimme des Gewissens

ICH KANN SOGAR MÖRDER „VERSTEHEN”. Ich kann gedanklich ihre Motive nachvollziehen, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Das heißt aber keinesfalls, dass ich ihnen verzeihe oder auf eine Milderung der Strafe plädieren würde. Ich bin überzeugt, dass wir Menschen bei aller Versuchung zum bösen Tun immer eine innere – vielleicht leise, aber doch deutlich hörbare – Stimme in uns haben, die uns sagt: Tu‘s nicht! Wenn nun ständig wie bei uns heute die Möglichkeit im Raum steht, dass ein Verbrecher für sein Handeln „gar nichts konnte“, dann müssen wir uns nicht wundern, dass Menschen, die zu kriminellen Taten neigen, immer weniger bereit sind, auf diese Stimme ihres Gewissens zu hören. (Siehe auch S. 196f.)

WOZU AUCH? Sie müssen dann nur schlimm genug sein, um sich, nachdem sie sich nach Lust und Laune ausgetobt haben, einen gemütlichen Platz unter geregelten Verhältnissen in der Sicherungsverwahrung zu „verdienen“. Das Verrückte in unserer Jetzt-Gesellschaft ist, dass ein Täter verhältnismäßig umso besser dran ist, je weiter er sein Opfer aus dem Leben katapultiert. Ein Getöteter ist absolut „draußen“, seine „Todfähigkeit“ hat keiner geprüft, die ist einfach da. Umso gewissenhafter geschieht das mit der „Schuldfähigkeit“ des Täters. Er lebt in der Gegenwart weiter und kann von all den differenzierten moralischen Bedenken profitieren, von denen ich den Opfern wenigstens ein kleines bisschen gegönnt hätte, als sie um ihr Leben rangen oder flehten.

DAS MAG „POPULISTISCH“ SEIN, aber ein richtiger Gedanke kann auch nichts dafür, dass ihm höchstwahrscheinlich selbst meine Oma zugestimmt hätte. Und sie hat weder Pädagogik noch Psychologie studiert. Bloß weil eine Mehrheit der „einfachen Menschen“ etwas für richtig hält, muss es ja nicht gleich falsch sein. Ein solches Denken entstammt selbst den „Stammtischen“, diesmal denen der gebildeten „besseren Kreise“; es ist ähnlich pauschal wie das der „gewöhnlichen Stammtische“.

 

Pädagogisch inkorrekt: Erziehungsnotstand in Deutschland. Ursachen und Lösungen, KuK-Verlag Leipzig, stark überarbeitete und erweiterte 3. Auflage 2010, 6,80 €

Ab jetzt – September 2018 – bis zum 20.12.2018 nochmals reduziert auf den halben Preis: 3,40 Euro

Buchdeckel Pädagogisch inkorrektPädagogisch richtig ist gerade nicht, dass die Alten möglichst alles vor den Augen der Jungen vermeiden, was diese noch nicht dürfen (z.B. kultiviert Alkohol zu trinken oder maßvoll zu rauchen), sondern dass alle lernen, die Ordnung des Lebens zu respektieren: „Nicht jeder darf zur gleichen Zeit das Gleiche“ und: „Warten lohnt sich“. Aber auch ein Alter kann sich nicht ohne Weiteres kindisches Benehmen leisten. Jedes Alter hat seine besonderen Vorrechte und Pflichten, ähnlich wie die Jahreszeiten. Aber hier ist die moralische Dampfwalze unserer Zeit besonders unerbittlich. Für die besseren Menschen ist es z.B. undenkbar, dass ein Lehrer sich mit kultivierter Gelassenheit auf dem Schulhof eine Zigarette anzündet. Gerade das wäre eine wichtige Lektion für die Schüler.

Erstens: Was der darf, dürfen wir noch lange nicht. Zweitens: Aber wir werden ja älter, und ich kann ja selbst einmal Vater oder Mutter, vielleicht sogar Lehrer werden. Dann darf ich das, worauf ich jetzt neidisch schaue. (Ich hab’ also doch noch eine future und gerade an Müttern und Vätern mangelt es sehr in diesem Land. In bezug auf Lehrer wird dieser Mangel in ein paar Jahren katastrophal sein.) Drittens: Guck mal, man kann auch genießerisch langsam rauchen, und eine einzige Zigarette reicht für die ganze große Pause; es muss also gar nicht so hektisch sein, wie wir das heimlich tun. Leben braucht Struktur, je aufgeladener und vitaler es ist, desto mehr. (Ich selbst bin übrigens Nichtraucher, schon immer gewesen.)

 

Mut zum Ganzen: Ordnung und Freiheit. KuK-Verlag Leipzig, 1. Auflage 1998, 12 €

Ab jetzt – September 2018 – bis zum 20.12.2018 nochmals reduziert auf den halben Preis: 6,00 Euro

Dieses Buch versteht sich als Gedankengeber zu praktischen Fragen der heutigen Erziehung im Spannungsfeld von pädagogischer Fremdbestimmung und kindlicher bzw. jugendlicher Selbstbestimmung. Ich beschreibe eine ängstlich – “maßvolle” Auslegung dieses Verhältnisses als ein Grundproblem unserer Zeit sowohl in der Familie als auch in der Schule (“Der Mittelweg ist der einzige, der nicht nach Rom führt”). Das Buch wendet sich daher an Eltern und Pädagogen: Der Autor bekennt sich zur Macht der Erziehenden und zur heilsamen Wirkung von Hierarchien. Er plädiert für Verwurzelung auch in nationaler Hinsicht. Kapitalistisches Gewinndenken stört die Identifikation nicht, sondern kann sogar ein entscheidendes Mittel schulischen Gemeinschaftsgefühls sein. (Ehrlich und in aller Unbescheidenheit gesagt, meine ich, dass sich viele Analysen aus Michael Winterhoffs “Warum unsere Kinder Tyrannen werden” bereits hier finden.)

 

 

Bestellung

Die ungezogene Gesellschaft und ihre Herausforderungen 1. Auflage 124 Seiten: 3,90 €

“Erziehen – Hickethiers Ratgeber”. edition Sächsische Zeitung, 1. Auflage 2016, 12.90 €

“Pädagogisch inkorrekt”. Erweiterte und stark überarbeitete 3. Auflage  112 Seiten: 3,40 Euro

“Mut zum Ganzen…”: 6,00 Euro

 

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