Gedankensplitter II (Fortsetzung)

 


Meine alte Unterseite “Gedankensplitter” kann ich nicht mehr bearbeiten, offensichtlich ist diese Seite voll. Deswegen setze ich hier meine Gedankensplitter unter der Überschrift “Gedankensplitter II (Fortsetzung)” fort. 

Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass auf der alten Gedankensplitter-Seite die ersten 13 fehlen. Da ich diese Seite nicht mehr bearbeiten kann, füge ich sie unten, hier am Anfang dieser Seite noch einmal ein (hoffentlich nicht mit der Folge, dass auch die Gedankensplitter II bald voll sind). 

Ich fürchte, dass diese Unterseite „Gedankensplitter II“ bald voll ist und ich sie nicht mehr bearbeiten kann. Wenn Sie hier länger keinen Eintrag mehr finden, dann schauen Sie bitte, ob es inzwischen eine neue Unterseite, die Gedankensplitter III, gibt und lesen dort weiter.

 

209. Das 5:0 der Besserwissies gegen den „alten, dummen Mann“ von der AFD führt geradewegs in ihre Niederlage (29.05.18)

Empörte Rechthaberei bei Anne Will am letzten Sonntag wie immer, wenn es gegen die AFD geht. Eine „investigative“ Journalistin ist dabei, die ihre Aufgabe darin sieht zu beschwichtigen. Die Untersuchungen müssten erst einmal abgewartet werden.

Wenn deutsche Journalisten die „ungeheuren Skandale“ der eigenen Automobilindustrie aufdecken, ohne zu untersuchen, wie es die ausländischen Motorenhersteller machen, ist keine Beschwichtigung angesagt, da steht das Urteil schon lange vor dem Abschluss der Untersuchungen fest. Aber für die, die sich eine revolutionäre Situation in Deutschland wünschen, ist das ja auch gut: Lass’ unsere Politiker doch vereint mit ihren Systemmedien mit Inbrunst an dem Ast sägen, auf dem unser aller Wohlstand sitzt!

So fügt sich letztendlich doch alles wieder sinnvoll zusammen. Das gilt auch für die psychologische Dynamik von Fernsehsendungen, in denen „Populisten“ in die Ecke gestellt werden, und der vereinte 50ziger-Jahre-Kindergarten zeigt mit Fingern auf sie: Schämt euch, schämt euch! Was gewinnen die Zuschauer dabei, die sowieso gegen „Populisten“ sind? Wenig. Vielleicht bekommen sie sogar einen Anflug des schlechten Gewissens wegen der unfairen Mehrheitsverhältnisse in der Diskussionsrunde ebenso wie im Publikum.

Was „gewinnt“ aber die gekränkte Seele derer, die solche Sendungen sehen in der Hoffnung, mit ihren Ängsten und Positionen Ernst genommen zu werden? Eine Bestätigung, Recht zu haben im Gekränktsein!

Wer ein bisschen was von der menschlichen Seele versteht (und das sind, glaube ich, noch nicht einmal in erster Linie Psychologen, sondern Menschen, die sich einerseits ihren Kinderblick bewahrt und ihn andererseits mit Weisheit angereichert haben), weiß, dass das, was Menschen am wenigstens anderen Menschen verzeihen können, arrogante Rechthaberei ist, erst recht, wenn sie in einem einzelnen Punkt, der gerade diskutiert wird, tatsächlich Recht haben.

Das ist eine Dynamik, die sich z.B. auch beim Ehestreit beobachten lässt: Eine Argumentationsschlacht nach der anderen gewonnen und den ganzen „Krieg“ trotzdem – genauer: gerade auch deswegen – verloren.

Solche arroganten Besserwissies hat unsere politische und mediale Klasse zuhauf. Katrin Göring-Eckardt ist eine bewährte Kraft, ebenso wie Boris Pistorius, jetzt einmal abgesehen davon, dass Alexander Gauland gar nicht so Unrecht hatte

 

208. „Blindgänger in Coventry entschärft“ – haben Sie das, was in Dresden andauernd passiert, jemals von dort gehört? (25.05.2018)

Wenn Sie es nicht gehört haben, ist es kein Wunder, weil auf Coventry ein Bruchteil der Bomben niederging, die Dresden in drei Angriffswellen erleiden musste. Ziel in Coventry waren die dortigen Flugzeugwerke, nachdem zuvor Berlin bombardiert worden war. Es kamen in dieser Bombennacht nach Mitteilung des Deutschlandfunks 500 Menschen um.

In Dresden wird die Opferzahl desto weiter heruntergerechnet, je länger dieses Massaker her ist. Inzwischen ist eine deutsche Historikerkommission bei 18 000 bis 25 000 Toten angelangt. (Es gibt „Fake-News“ nicht nur im Netz, sondern auch auf offiziellem Staatspapier.) Selbst bei dieser politisch-korrekt korrigierten Schätzung zeigt sich, dass in Dresden nicht doppelt so viel, nicht 10mal so viel, sondern ca. 40 mal so viele Menschen umkamen wie in Coventry, in beiden Städten weit überwiegend Zivilisten.

Geht man … von der höchsten Schätzung (500.000 Tote) aus, kamen bei den Flächenbombardements 40% der Bewohner um.

Glaubt man der am häufigsten geschätzten Zahl von 250.000, starben im „Feuersturm über Dresden“ rund 20% aller dort befindlichen Bürger. Folgt man der offiziellen Zahl deutscher Historiker (18.000 – 25.000), starben 1,5 bis 2% der Dresdner Bevölkerung.

Neunzig Prozent aller Gebäude in der Innenstadt wurden komplett zerstört, darunter mehr als 20 Krankenhäuser. Der verursachte Qualm stieg mehr als 4,5 Kilometer in die Höhe. 2.640 Tonnen Bomben prasselten auf Dresden nieder, zwei Drittel davon waren Brandbomben.

Dann hätte es in Dresden 500mal so viele Opfer gegeben wie in Coventry. Die „Relativierung“ der Opferzahlen ist ganz schlimm, jedenfalls dann, wenn sich herausstellt, dass Deutsche nicht nur Täter waren, sondern auch Opfer unbeschreiblicher, menschenverachtender Gewalt.

Wegen schlechten Wetters kamen zwei Bombergruppen vom Kurs ab und bombardierten versehentlich Wohnviertel der tschechischen Hauptstadt Prag. So lauten jedenfalls offizielle Erklärungen. 701 Personen starben und 1.184 weitere wurden verletzt.

Es gab selbst bei dieser versehentlichen Bombardierung einer 150 km entfernten Stadt mehr Opfer als beim größten Bombenangriff der deutschen Luftwaffe auf eine Stadt, die nicht zum direkten Kampfgebiet gehörte. Da wird mir klar, warum die Opferzahl in Dresden so zwanghaft heruntergerechnet werden muss, aber es nutzt nichts, das Missverhältnis bleibt skandalös.

Relativieren“, Relationen herstellen, Gemeinsames und Unterschiedliches zu erkennen, ist eine Grundoperation des Denkens, die nicht verboten werden kann (siehe auch den 78. Gedankensplitter).

Aber wir haben doch angefangen, der Krieg ist doch „nur“ zu seinem Ausgangspunkt zurückgekehrt!(?) Das ganze Desaster begann mit dem 1. Weltkrieg. Die damaligen Großmächte USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, Japan, Österreich-Ungarn und Deutschland rangen um die Vorherrschaft in der Welt. Mit Entsetzen mussten die erstgenannten zur Kenntnis nehmen, wie sie Deutschland hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Kraft ein- und überholte.

Es kam zum 1. Weltkrieg, den Deutschland keinesfalls allein (und) zuerst begonnen hatte. Aus ihm ergab sich der Versailler Vertrag und daraus der 2. Weltkrieg.

Der Zerfall der Sitten wird heute damit beschrieben, dass Täter auf ein Opfer auch noch dann eintreten, auch und gerade auf seinen Kopf, wenn es blutend und hilflos am Boden liegt. Dresden war genau in dieser Lage ein paar Wochen vor Kriegsende, überfüllt von Flüchtlingen (!!), aber ohne jede militärische Bedeutung – weder wurden dort “Vergeltungswaffen” montiert, noch gab es dort Truppenkonzentrationen – und kriegte im Siegesrausch der Anglo-Amerikaner immer noch einen Tritt ab bis hin zur „Hasenjagd“ auf Frauen und Kinder, die die Angriffswellen überlebt hatten, durch Tiefflieger. Das wurde unter anderem durch Victor Klemperer, der damals in Dresden lebte, bezeugt.

Man muss sich doch nur Trump ansehen, um zu wissen, wie US-Amerikaner, die Macht haben, ticken können und dann noch im größten aller bisherigen Kriege und außerdem auch noch gegenüber ausgesprochenen “Barbaren”, deutschen „Untermenschen“, „Nazis“ eben.

Ich selbst kenne Berichte mir persönlich bekannter alter Menschen, die das Jagen deutscher Kinder durch US-amerikanische Tiefflieger aus eigenem Erleben berichten, zwar nicht aus Dresden, aber von anderen Gegenden in Deutschland. Es ist eine Frage des „Geistes“ einer Armee, dessen brutale Arroganz – oder: arrogante Brutalität – sich später auch noch in anderen Kriegen offenbarte, z.B. in Korea, Vietnam oder im Irak. (Lieber zehn “feindliche” Zivilisten aus der Luft töten, heute gern auch mit Drohnen, als das Leben einen einzigen US-”Guys” zu gefährden.) Wer das an einer Stelle mit der größten Selbstgewissheit tut – es sind ja bloß „Nazis“ – , macht es immer, gerade auch dann, wenn er zu so einer großen Machtdemonstration anhebt wie die Angloamerikaner im Februar 1945 in Dresden.

 

207. Die Balance der Gnade oder: Es muss sich ja alles wieder ausgleichen in der BMR (18.05.2018)

BMR = Bunte Merkel Republik (ehemals Deutschland)

Als das Finanzamt Geld von mir einziehen wollte, war nicht genug auf dem Konto. Damit mir das nicht noch einmal passiert, hatte ich die Einzugsermächtigung widerrufen, das aber vergessen, so dass diesmal wieder ein Zahlungstermin überschritten war, weil ich davon ausging, dass das Finanzamt ja schon von allein einziehen würde, was ihm zustand.

In einem der selten werdenden, kostbaren Gedächtnisblitze fiel mir ein, dass das so sein könnte. Ich rief an und siehe da, es war so. Der Mann am Telefon war freundlich, aber gnadenlos laufen die Versäumniszinsen ab dem Tag, wo ich dachte, die Lastschrift würde vollzogen.

Keine Erinnerung, keine (freundliche) Mahnung, das läuft einfach so in Deutschland. Die Gnadenlosigkeit gegenüber den eigenen Steuerzahlern, die keine Wirtschaftskanzleien mit der Erledigung solcher Angelegenheiten beauftragen können, sondern selbst daran zu denken haben, muss sich ja irgendwie im Merkelland wieder ausgleichen.

Das geschieht auch: Kriminelle Drogendealer und Schutzgelderpresser erhalten freundliche Ermahnungen zuhauf, eher Bitten, doch nicht gar zu auffällig das geltende Recht in Deutschland zu brechen, z.B. das Leben der hiesigen Kinder und Jugendlichen mit Drogen zu gefährden. Wenn die kriminellen Rechtsbrecher diese freundlichen Hinweise, die ihnen der deutsche Staat in unendlicher Geduld zukommen lässt, einfach ignorieren, passiert dann natürlich trotzdem immer noch nichts, bis er – nur hier an dieser Stelle natürlich – selbst zum Ignoranten wird und einfach hinnimmt, was ja sowieso nicht zu ändern ist bzw. er sowieso nicht ändern können will.

Ein Beispiel gefällig? Horst Drehhofer gebraucht scharfe Worte, lässt es aber an Taten mangeln, wenn er wirklich etwas gegen die kriminelle Asylindustrie tun könnte. Er ignoriert einfach, was ihm eine brave, treue Beamtin mitteilt und setzt sie zur Strafe dafür, dass sie ihr Amt ernst nimmt und Schaden vom deutschen Volk wenden will, als Amtsleiterin ab und schickt sie als Mitarbeiterin in die bayerische Provinz.

Aber da hat er sich vertan, der Horst. (Wie ich, bloß auf etwas andere Weise. Er ist ja auch schon etwas älter als ich.)

 

206. “Setzen, 6“, (17.05.2018)

titelt „DIE WELT“ heute zur Rede von Alice Weidel gestern im Bundestag. Das tun die weltoffenen, toleranten und bunten Demokraten, die sich sonst für die Abschaffung der Zensuren einsetzen. Theoretisch, in Wirklichkeit verteilen sie selbst gar zu gern Zensuren, verbunden mit all den pauschalen Abwertungen, die nach ihrer Meinung damit verbunden sind.

Ich finde die Rede sehr gut (1 !). Wer Zweifel daran hat, zähle selbst bei Youtube die Punkte nach und verlasse sich nicht auf Oberlehrer-Zensuren.

Noch etwas habe ich gelesen, diesmal in der BILD von heute. Prof. Michael Wolffsohn schreibt auf S. 2:

Anders als die amtliche Statistik uns einzureden versucht, gehen aber die meisten mündlichen und körperlichen Angriffe auf Juden seit Jahren von Muslimen aus.“

Ich hatte das in meinem 162. Gedankensplitter auch so gesehen und sehe mich nun bestätigt.

Die offizielle deutsche Kriminalstatistik behauptet, dass 95 Prozent der antisemitischen Straftaten nicht auf das Konto muslimischer Einwanderer gingen, sondern auf das deutscher Rechtsextremer. Das weist für mich deutlich darauf hin, dass auch andere Aussagen amtlicher Statistiken in Deutschland mehr auf politisch-korrektem Wunschdenken beruhen als auf der Realität (siehe z.B. schon den Splitter darunter).

 

205. Resignation verkauft Herr Seehofer als Erfolg (11.05.2018)

Die Kriminalität sei seit 25 Jahren noch nie so niedrig gewesen wie heute. Das sei ein Triumph gegen die dumm-dumpfen Populisten, die Angst- und Miesmacher, die die schöne heile Welt von Multikulti-Mutti-Merkel schlechtreden würden.

In Wirklichkeit sei doch alles Eitelsonnenschein, wenn dies auch kein Grund zur Entwarnung wäre und es immer noch viel zu tun gäbe.

Der Mikrokosmos der Klassenzimmer und Schulen ist ein Abbild der Lage in der ganzen Gesellschaft. Das habe ich immer wieder erlebt. In den Klassenzimmern geht es drunter und drüber. Schüler, die sich in ihren Bedürfnissen nicht ernst genommen fühlen, treten den Lehrern, die schließlich dafür bezahlt werden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, vors Schienenbein, dass diese die politisch-korrekten Engelein singen hören. (Wer mit dieser Strategie als Heranwachsender Erfolg hat, doppelten, weil er zur Belohnung dann auch noch die empathische Zuwendung aller möglichen Kindermädchen, Sozial- und Ergotherapeuten sowie Schulpsychologen, konsumiert, wird sich später in den Arztpraxen, Jobzentren, Rathäusern, Gerichten und auf der Straße gegenüber der Polizei genauso benehmen.)

Die Minderheit der leistungsbereiten Schüler bekommt Kopfhörer, damit sie trotz des ohrenbetäubenden Lärms der spaßorientierten und verhaltens“kreativen“ Schüler noch etwas lernen können. Es ist Jahre her, dass die Lehrer einen Sinn darin sahen, mit Klassenbucheinträgen diese Zustände zu dokumentieren. Stille und/oder leistungsbereite Schüler und deren Eltern, die nicht mit lautem Machogehabe auf sich aufmerksam machen müssen, resignieren. Es hat keinen Zweck, sich beim Lehrer oder der Schulleitung zu beschweren.

Die können sowieso nichts machen. Schulleitungen haben verzweifelten Eltern, deren Kinder damit bedroht wurden, dass sie die großen Brüder der Klassenmachos „abstechen“ würden, die Adresse der Eltern der Kinder gegeben, die so „originell“ das Leben ihrer Klassenkameraden bedrohen: Wir kommen leider an diese Eltern nicht heran, wir haben es mindestens zehnmal vergeblich gesucht, vielleicht gelingt es Ihnen ja.

Was bleibt da Eltern übrig? Weiter Wind machen? Da gefährden sie ihre Kinder nur noch mehr. Ihre einzelnen Kinder stehen mit ihren oft alleinstehenden Eltern ganzen Clans gegenüber, Großfamilien, die das Repertoire der Konfliktlösungsmöglichkeiten in Deutschland bunt anreichern und dabei auch Haushaltsgegenstände, Bestandteile des Bestecks originell-kreativ zu nutzen wissen. Das betrifft nicht die Mehrheit der Zuwanderer, ich glaube, die meisten von ihnen erziehen ihre Kinder sogar deutlich besser als Einheimische, die glauben, zu kurz gekommen zu sein und ein entsprechendes Anspruchsdenken direkt an ihre Kinder weiterleiten.

Aber wenn die Eltern gestörter und störender Kinder, egal, woher sie kommen, auch noch in der Minderheit sind, da reichen wenige, die das gesamte Lebensgefühl und das gesamte Schulklima vergiften können. Was bleibt da leistungsbereiten Eltern und Kindern, die nicht glauben, sie seien der Nabel der Welt, bei der Schwäche der Verantwortlichen, die sie lange genug immer wieder erlebt haben, übrig?

Sie suchen sich eine neue Schule, am besten eine Privatschule, in der das bunte Machogehabe nicht anzutreffen ist oder jedenfalls nicht so stark.

Nun kommt eine Kommission, die die Einträge bezüglich Verhaltensstörungen in den Klassenbüchern der öffentlichen Schulen überprüft. Entzückt stellt sie fest, dass diese massiv zurückgegangen sind, dass sie so niedrig sind wie seit 1992 nicht mehr.

 

204. Hatten wir das nicht schon einmal: Jeder, der will, kommt rein und entscheidet selbst, ob und wann er wieder rausgeht (08.05.2018)

Alexander Dobrindt drückte es vor drei Tagen so aus: „Deutschland ist das einzige Land, in das man leichter reinkommt als wieder raus.“

Ich habe im darunter stehenden Gedankensplitter von ausgehangenen Eingangstüren der deutschen Wohnung im europäischen Haus geschrieben. Jetzt sind mir dazu wieder Schilderungen älterer Familienangehöriger über das Kriegsende in meiner Heimatstadt Brandenburg/Havel eingefallen. Da meine Mutter mit 96 Jahren und mein Vater mit 92 ebenso wie meine Tante mit 95 Jahren bereits verstorben sind, habe ich gerade die Mutter meines besten Freundes angerufen, die als 15-Jährige das Kriegsende in Brandenburg erlebte.

Sie berichtete mir: Nachdem die Russen eingezogen waren, brachen sie alle Wohnungstüren auf, damit sie ungehindert in den Wohnungen nach Nahrungsmitteln und Vergewaltigungsopfern suchen konnten. Das muss ein furchtbares Gefühl gewesen sein, zu jeder Tages- und Nachtzeit plötzlich einen Eindringling in der eigenen Wohnung vorzufinden, der sich ebenso lautlos wie bewaffnet eingeschlichen haben konnte.

Sie meinte, dass dieser gesetzlose Zustand nur ein paar Wochen angehalten hätte, bis einzelne umhervagabundierende Rotarmisten in den Kasernen, die es in Brandenburg zuhauf gab, einquartiert und unter Kontrolle waren.

Eine nicht verschließbare Wohnung – das erinnert mich an den Zustand unseres Landes heute. Laut Angela Merkel sei es nicht möglich, die Eingangstüren zu sichern und deswegen sei das von vornherein auch gar nicht gewollt.

 

203. Die Beliebigkeit der sozialen Beziehungssysteme entleert die Seele (07.05.2018)

Heute ist ein besonders schöner Tag in Leipzig. Der Flieder blüht – immer noch. Das ändert nichts daran, dass die in Deutschland politisch Herrschenden in den vergangenen Jahrzehnten den hier lebenden Menschen eine wichtige Ebene ihrer sozialen Beziehungen genommen haben: die nationale. Das ist ein Anschlag auf ihre psychische Gesundheit, für den sich die politisch Verantwortlichen – hoffentlich – verantworten werden müssen.

Es gibt nichts, was so krank macht wie Beziehungslosigkeit. Eine ungebundene Seele, die nicht gehalten wird, vielleicht nicht einmal in ihrer Kindheit gehalten wurde, muss sich verflüchtigen, mehr und mehr. Sie saust dann „irre“ wie ein Luftballon, dem die lufthaltende Verschließung gelöst wurde, durch die Gegend, bis sie als leere, verschrumpelte Hülle liegen bleibt.

Die Entwurzelung ist bei weitem die gefährlichste Krankheit der menschlichen Gesellschaft. Wer entwurzelt ist, entwurzelt. Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte Bedürfnis der menschlichen Seele.“ 

Simone Weil

Alle „Kinder“, die unten spielen, werden am Abend von ihren Eltern nach Hause in ihre Wohnungen gerufen, die Polanskis, Tschechinskis, Franziskis usw., nur die Deutschen verteilen sich unsicher im Hausflur, da sie ihre Türen ausgehangen haben und sogar angefangen, die Wände ihrer eigenen Wohnung einzureißen und abzutragen. Sie bezeichnen sich nicht mehr als Familie Deutschki, wie sie früher hießen, sondern als die Euros, nach dem Stadtviertel, in dem das Mehrfamilienhaus steht, in dem sie leben.

Außerdem haben sie auch die Ordnung der Beziehungen in ihrer eigenen Familie geschliffen: Mehrere Mütter oder mehrere Väter kümmern sich um multigeschlechtliche Kinder und Hunde, wobei alle unbedingt auf genau der gleichen Augenhöhe miteinander verkehren. Eine Familie aus Vater, Mutter und Kindern ist verdächtig; sie ist nahe dran an den alten Herrschaftsstrukturen des Patriarchats. Das Ergebnis sind verwirrte, hyperaktive und/oder autistische Kinder, die sich ihres Platzes in der Welt und im Leben nicht sicher sind, die mit ihren eigenen Geschwistern genauso viel bzw. wenig zu tun haben sollen wie mit anderen Kindern aus fernen Ländern.

Die ins Haus Zugewanderten wandern weiter, nämlich ziellos in der offenen Wohnung der ehemals Deutschen umher, im Hausflur, Keller und auf dem Dachboden, wobei keiner so richtig weiß, wer sie sind oder waren und woher sie kamen und kommen. (Dafür entgeht dem deutschen Finanzamt nicht die kleinste Kontobewegung, sofern es sich nur um die eigenen, selbst arbeitenden Bürger handelt. Unbarmherzig wird bei ihnen jeder einzelne Beleg kontrolliert und abgeglichen.)

Zum Abholen der ihnen in Deutschland bedingungslos zustehenden finanziellen und sonstigen Unterstützungen sind die hier umher Wandernden selbstverständlich wieder am richtigen Ort. Obwohl es ihnen rätselhafter Weise gelang, innerhalb kurzer Zeit Englisch zu lernen, spricht ein großer Teil von ihnen nach Jahren ihres Aufenthalts in Deutschland, einschließlich angefangener und abgebrochener Deutschkurse, immer noch nicht die Sprache ihrer Versorger und Beschützer.

Wenn wir wissen wollen, welche Zuwanderer sich hier von ihrer persönlichen Motivation her gesehen berechtigt aufhalten und welche nicht, sollten wir zuerst prüfen, finde ich, wer von ihnen sich die Mühe gemacht hat, Deutsch zu lernen und wer nicht.   

Dass ein großer Teil sich dieser Mühsal nicht unterziehen will und meint, Deutsch wurde zwar hier gesprochen, als wir ankamen, aber jetzt sollen die Deutschen, die mit Abstand bevölkerungsreichste Nation der EU, gefälligst Englisch lernen, sorgt für die nötige sprachliche Entwicklung, zwar nicht der Zuwanderer, aber immerhin der Einheimischen. Hauptsache, es gibt überhaupt irgendeine Entwicklung. Strebsam wie viele Deutsche sind, machen sie da gerne mit und bauen zusammen mit den Zugewanderten, die über Deutsch erhaben sind, aus dem alten “Deutsch”land ein neues “Englisch”land. 

 

202. Ich bin leicht zu versöhnen (06.05.2018)

Gestern Abend musste ich noch mal mit dem Auto los. So habe ich auch abends Deutschlandfunk gehört, was ich sonst nur vormittags tue: Ein Hörspiel um 20 Uhr: „Die Feuerbringer“. Es ging um Einwanderer, genauer: Asylbewerber, die deutsche Schlager singen.

Da wird mir warm ums Herz. Für diese Menschen entwickele ich eine Sympathie: Sie bemühen sich, sie strengen sich an, die Sprache derer zu lernen, die sie aufgenommen haben, ihnen Nahrung, Unterkunft, medizinische Versorgung, Ausbildung und Taschengeld obendrauf geben. Das geht beim Singen leichter, als beim Lernen abstrakter Texte.

Viel Gelegenheit, ihr Gelerntes anzuwenden, haben sie aber nicht, wenn sie in Deutschland den öffentlichen Rundfunk hören. Der MDR hat den deutschen Schlager fast gänzlich ausgemerzt, er nimmt englischsprachige Schnulzen dafür. Deutschsprachige Rockmusik ist dort genauso wenig zu hören. Wenn, sind es immer die gleichen Titel; der Hörer soll offenkundig den Eindruck gewinnen, dass es einfach zu wenige deutschsprachige Musik gibt, so dass gar nichts anderes übrig bliebe, als englischsprachige zu senden.

Umso höher rechne ich es den im Hörspiel vorgestellten „Migranten“ an, dass sie deutschsprachige Schlager singen. Ihr Akzent stört mich gar nicht, im Gegenteil. Aber ich mache mir Sorgen um den Teil unserer Eliten, die offenbar psychisch krank sind, denn es ist ein Naturgesetz überall auf der Welt, dass man das Eigene mindestens so sehr achtet wie das Fremde. Und da sie das Fremde überaus schätzen, müssten sie dann auch das Eigene lieben.

Warum gilt dieses Gesetz der Seele ausgerechnet in Deutschland nicht und wie sollen sich Menschen in unsere Kultur integrieren, wenn sie, zusammen mit ihrer Sprache, von einem Großteil unserer eigenen Eliten abgelehnt wird? Dann sind wir nicht aufnahmefähig für Einwanderer, dann müssen wir uns erst einmal selbst heilen, da nicht alle „Migranten“ so integrationswillig sind wie die im Hörspiel dargestellten; diese gehören dann zur Therapie des tief verunsicherten deutschen Volkes.

 

201. Mein armes Deutschland! Wo bist Du hingelangt? (03.05.2018)

Oder: Im Land der doppelten Maßstäbe und Staatsbürgerschaften. (Ich möchte auch meine eigene doppelte, schließlich ist es gerade mal so 10 Generationen her, dass meine Vorfahren als Hugenotten aus Frankreich fliehen mussten bzw. von Deutschland angelockt wurden.)   

Gestern Abend bei Frau Maischberger: „Neger“ darf man in Deutschland natürlich nicht sagen, weil es menschenverachtend sei. Und „der Mensch“ muss auch unbedingt eine „Menschin“ sein, ebenso wie „der Gast“ auch eine „Gästin“. Ableitung muss sein, schließlich ist die Frau nicht aus sich selbst entstanden, sondern aus einer Rippe des Mannes. Das muss mit dem Anhängsel „-in“ kundgetan werden.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Emanzen konservativen Christen Recht geben? Zu sagen, “Menschen”, “Gäste”, “Personen”, “Deutsche”, “Eltern” und “Kinder” sind natürlich und von vornherein weiblich und männlich, genauso wie “Kunden”, “Mieter” oder „Leipziger“, auch ohne Anhängsel (das ja eigentlich und sowieso eher für Männer typisch ist und nicht für Frauen), das wäre weiblich selbstbewusst und emanzipiert. (Ich als Mann sehe jetzt einmal über die Diskriminierung hinweg, dass die Mehrzahl von vornherein immer nur weiblich ist.)  

Aber „Fotze“, „Schlampe“, “Nutte”, “Hure” und “Bitch” darf man – genauso natürlich – in Deutschland öffentlich sagen und singen, zu/von allen möglichen Frauen und Mädchen, nicht nur den einschlägig beschäftigten. Eine andere Bedingung gilt allerdings ganz rigoros: Es muss sich um deutsche Frauen und Mädchen handeln – “nur” um deutsche im doppelten Sinn – und darf auf keinen Fall ausländische, etwa Muslima gar noch, betreffen.

Und was verachtend ist das? Mich wundert nicht, dass dann auch deutsche Mädchen “was Besseres” sein wollen, sich ein Kopftuch umbinden und zum Islam übertreten. Wann fangen die deutschen Gutmenschen denn mal an, sich um ihre eigenen Frauen und Mädchen zu kümmern?

Mit der rechten werde ich wixxen, mit der linken dich schlagen“, das ist in Deutschland Kunst, vor allem, wenn deutsche Mädchen und Frauen die Opfer sind, bei denen es sich offenbar um eine Art Untermenschen handeln muss, ebenso wie die “Schwuchteln”, mit denen man das auch machen darf, auf jeden Fall, wenn es Deutsche sind.

Da muten die zuständigen Behörden und die Politiker, die für sie verantwortlich sind, der Jugend in Deutschland ganz schön was zu. Kann diese das über die Jahre verkraften, ohne Schaden an ihrer Persönlichkeit zu nehmen? “Neger” jedenfalls wäre nicht verkraftbar, ganz und gar nicht.  

Wie lange wollen sich deutsche Eltern – nach meiner Meinung – Schlimmeres, Verachtenderes, Heruntermachenderes, Entwürdigenderes gegenüber ihren eigenen Kindern noch bieten lassen? Gilt für diese nicht der wachsame Schutz der Gesellschaft?

Der Spaß und die Kunst hören jetzt schon sofort auf, wenn es sich um „geflüchtete“ oder andere nichtdeutsche Personen handelt. 

Immerhin singt Sido auf Deutsch, was ich ihm hoch anrechne.

Willkommen im Land der doppelten Moral: “Wir haben’s ja, sogar vielfach (im Falle mehrerer Identitäten)!  (Für die Eigenen allerdings nur halbfach.)”

 

200. Aus dem „Wir schaffen das“ ist schon längst ein „Ihr schafft uns“ geworden (03.05.2018)

Die Polizei kann in Deutschland Gerichtsurteile nicht mehr umsetzen, sie muss sich zurückziehen und anstatt den Rechtsstaat durchzusetzen einem Recht der Straße weichen.

Ein Asylbewerber, übrigens schick in Klamotten, die ich auch gern tragen würde, wenn es meine Finanzen hergäben, der nach dem Inanspruchnehmen aller möglichen juristischen Einsprüche, rechtsstaatlich endgültig zur Ausreise verpflichtet wurde, kann die deutsche Staatsgewalt nicht ausweisen, weil sie sich der puren körperlichen Gewalt „Geflüchteter“ nicht gewachsen sieht und weil sie auch nicht in der Lage ist, bedrängten Polizisten rechtzeitig Verstärkung zu schicken.

Das sind ja „gute“ Aussichten: Was die einen dürfen, muss auch für die anderen gelten. Ich stelle mir vor, wie „Reichsbürger“, immerhin de facto deutsche Staatsbürger, wenn sie das selbst auch bestreiten, sich gegenseitig aus dem polizeilichen Gewahrsam befreien oder Chaoten, welcher extremen Art auch immer.

In Leipzig und vielen anderen deutschen Städten finden Massenschlägereien zwischen Ausländern statt. Das einzige, was der deutsche Staat tun kann, ist, die Verletzten aufzusammeln und den Krankenhäusern zuzuführen, die sowieso schon überfordert sind.

Der „scharfe Hund“ Horst Seehofer, Bundesinnenminister, fordert, dass „Geflüchtete“, deren Asylantrag abgelehnt wurde, keine Geldleistungen mehr erhalten. Da fällt dem „normalen Bürger“ erst einmal auf, wie krank ihr Staat ist:

Für die eigenen Bürger, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime fehlt das Geld an allen Ecken und Enden und Betrügern, die sich, amtlich festgestellt und gerichtlich überprüft, rechtswidrig in Deutschland aufhalten, wird weiter Bargeld ausgezahlt, nicht etwa für ihre Arbeit, sondern als selbstverständlicher Versorgungsanspruch, abgesehen davon, dass sie weiter Nahrung und Unterkunft erhalten.

 

199. Genauso muss(te) es kommen (24.04.2018)

Da winkt eine leitende Beamtin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Bremen Tausende kurdische Asylbewerber als Jesiden durch. Kai Diekmann hatte bereits vor elf Jahren treffend beschrieben, warum es in Deutschland dazu kommen muss:

Man kann Achtundsechzig, also dem Epochenbruch der deutschen Gesellschaft in Richtung Egozentrik, Mittelmaß und Faulheit, vieles vorwerfen. Aber die verhängnisvollste Folge dieser Zeit ist das Aufkommen des Gutmenschen, die säkulare Form des pietistisch-abseitigen Frömmlers: Voll des Glaubens an das Gute im Menschen, unbeirrt von Fakten, ohne Vorstellung von der Welt, dafür mit dem festen Willen, dass das gut Gemeinte auch das Gute sei. Solange dieses Land noch arm war und das Leben hart, war die idealistische Träumerei weniger kein Problem. Heute aber ist der Gutmensch zur Plage geworden. Nach dem ‘Marsch durch die Institutionen’ sitzen die Eiferer des guten Herzens an gesellschaftlichen Schaltstellen: in Schulen, Behörden, auf Richterbänken, in Politik und Medien. Ihre Weltsicht, vor allem aber ihr Katechismus der Güte und grundsatzfreien Toleranz, bestimmt nun Notenvergabe, Asyl- und Hartz-IV-Verfahren, Urteile und Gesetze – und häufig auch die Berichterstattung.“

 

198. Unsere tapferen Zugschaffner sind immer gebildeter und dabei, die Piloten zu überholen (23.04.2018)

Am Wochenende bin ich ICE gefahren und konnte erleben, dass die Zugbegleiter immer selbstbewusster mit ihrer Bildung brillieren. Stolz verkünden sie in ICE-Zügen, die innerhalb Deutschlands verkehren, auf Englisch, was alles so anliegt. Selbst für besondere Vorkommnisse wie Zugumleitungen, die z.B. nach Stromausfällen nötig werden, finden sie die richtigen englischen Vokabeln in einem Zug, der von einer deutschen Stadt zur anderen deutschen fährt. Was er einmal kann und weiß, will der Mensch auch zeigen und hören lassen.

Aber nur die besten der Schaffner dürfen das, und durch ihre hohe Bildung prädestinieren sie sich dafür: Noch ein Grund mehr, das Englische hervorzukehren im Train. Was die Deutschen nicht an Stolz für das Eigene haben, gleichen sie durch ihren Ehrgeiz, fleißig nach dem modisch Angesagten zu streben, mehr als aus. 

So ganz nebenbei – auf DBisch: by the way – verkündet damit die Bahn den Zuwanderern eine frohe Botschaft: Ihr müsst nicht Deutsch lernen, lernt lieber gleich die in “Deutsch”-Land angesagte richtige Sprache Englisch. Dann wird es auch nicht mehr lange dauern und Weltoffene fragen empört, wo das Englische in den Regional-, S- und U-Bahnen bleibt und in der Straßenbahn und im Bus. Da ist es auch schon angekommen? Unsere Welt schreitet so schnell fort von der eigenen Kultur und Sprache, ist so “fortschrittlich” auch und gerade in dieser Hinsicht, dass ich gar nicht mehr hinterher komme.     

Das eröffnet auch den Railway-Mitarbeitern weitere Räume, die Ergebnisse ihres persönlichen Bildungsdranges vorzuführen und damit das eingebildete Personal der Fluggesellschaften nicht nur einzuholen, sondern sogar zu überholen. Sie könnten ihre Ansagen auch auf Chinesisch und Arabisch machen und damit beweisen, dass sie mindestens genauso hochstudiert sind wie die Piloten.

Da das dann allerdings zu zu viel Gequatsche im Zug und an der Plattformkante führt, denn mancher Fahrgast will ja auch seine Ruhe haben, wird das DB-Management sicher bald verfügen, auf die deutschsprachigen Ansagen zu verzichten.

Das ist ja sowieso der generelle Trend in der Merkel-Republik.

 

197. Eine Mindestrente für alle, die mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben (19.04.2018)

Wie hoch: 1200 Euro

Wo: In Österreich

Von wem beschlossen: Von der Rechtsregierung aus ÖVP und FPÖ

Wie finanziert: Durch Steuermittel

Deutschland nimmt mindestens so viel Steuern pro Kopf der Bevölkerung ein wie Österreich. Aber es setzt andere Prioritäten: Die eigene Bevölkerung kommt zuletzt, erst einmal kommen die Menschen anderer Herkunft, das Internationale.

Deutschland zahlt inzwischen den zweitgrößten Beitrag für die UNO, ist aber kein ständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat, zur Zeit nicht einmal ein nichtständiges. Ich finde, wir müssten weniger zahlen als das ständige Mitglied mit dem geringsten Beitrag. Falls Deutschland nach einer Reform ständiges Mitglied wird, kann auch wieder sein Beitrag steigen, aber sicherlich nicht gleich bis zum zweithöchsten.

Wir sollten uns vor Großmachtallüren auch in dieser Beziehung hüten und mit der finanziellen Angeberei gegenüber Dritten aufhören. Wir haben im Inland selbst genug Baustellen, wo unser eigenes Geld dringend gebraucht wird, z.B. bei den eigenen armen Rentnern.

 

196. Wer um sein Leben fürchtet und deswegen aus seiner Heimat fliehen muss, hat der im Aufnahmeland Anspruch auf die Fortführung der kulturellen Bräuche, vor denen er geflohen ist? (18.04.2018)

War das schon immer so oder ist das nur typisch geworden für das Deutschland der Gegenwart? Wer z.B. als Deutscher vor den Nazis fliehen musste, hatte der im Ausland, wo er Zuflucht fand, Anspruch auf deutsches Essen?

Nein, er war schon überglücklich und dankbar, wenn er überhaupt etwas zu essen bekam. Er hat das gern in Kauf genommen. Warum ist heute „Geflüchteten“ aus islamischen Ländern nicht mehr zuzumuten, dass die Kultur der Retter eine andere ist als die, vor der sie geflohen sind, und dass sie deswegen zum Beispiel nicht erwarten können, Halal-Essen vorgesetzt zu bekommen?

Das wird in Deutschland inzwischen als selbstverständlich vorausgesetzt. Jedenfalls entstand dieser Eindruck bei mir, als ich heute Vormittag im Deutschlandfunk in der Länderzeit einen Bericht über eine Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung in Bamberg hörte. Bei der Essensvollversorgung in der Kantine gäbe es zwei Schalter, die beide ausschließlich Halal-Essen anbieten würden.

Sind Geflüchtete nicht auch deswegen geflohen, weil sie der ausschließlich islamischen Kultur entkommen wollten und einfach ohne Religion oder mit einer anderen leben wollten? Jetzt sind sie in Deutschland angekommen und mit der größten Selbstverständlichkeit ist wieder alles auf den Islam ausgerichtet. Und das in Bayern.

 

195. Die Führer der Westens machen der Welt in Syrien eine Kultur der Selbstjustiz vor (15.04.2018)

Sollen wir jetzt bei unseren Konflikten hier auch so miteinander umgehen? Bevor eine Untersuchung zu Ende geführt wurde und bevor die Staatsanwalt ein Ermittlungsverfahren eröffnet hat, finden sich ein paar kräftige Jungs und ein kräftiges Mädchen zusammen, die Champions im Viertel, und verpassen dem Störenfried selbst eine Abreibung, weil es nötig wäre, ihn zu “bestrafen”, und weil man ihm seine Untaten, die nur er begangen haben könne, nicht weiter “durchgehen” lassen dürfte. Da macht es auch nichts, dass seine Schuld weder durch polizeiliche Ermittlungen erwiesen ist, noch etwa gar durch ein Gerichtsurteil, abgesehen davon, dass der Strafvollzug nicht die Aufgabe von Privatpersonen ist, die sich dazu berufen fühlen, weil sie so wichtig wären und so bedeutend im Viertel. 

Wer so argumentiert, was hat denn der für ein Menschenbild? Garantiert kein demokratisches und kein rechtsstaatliches! Das führt ins Chaos. Weil: Was der eine glaubt zu dürfen, alleine Kraft seiner persönlichen Wassersuppe, maßen sich dann bald auch andere an, logischer Weise. 

Und es steht im umgekehrten Verhältnis dazu, wie die Staatsgewalt in Deutschland mit der organisierten Kriminalität umgeht. Im Zweifel können die Schwerstkriminellen hier weiter machen und werden frei gesprochen. In Syrien aber wird im Zweifel zuerst geschossen und dann untersucht. Das ist kein rechtsstaatliches Verfahren, sondern ein völkerrechtswidriges Vorgehen.

Frau Merkel sagt dazu: Wir machen zwar nicht direkt mit, aber es war „erforderlich und angemessen“ so. Wahrscheinlich geben wir dann wieder das Geld, um die durch die Bombardierungen zerstörte Infrastruktur aufzubauen.

Der Westen“ zeigt sein wahres Gesicht, und das hat immerhin auch was.

 

194. Keiner der Repräsentanten der BRD stellt sich dem Kriegstreiber Trump in den Weg (11.04.2018)

Keiner. Nicht einer. Das sagt alles über die verlogene Feigheit unserer politischen Klasse. Sonst betonen ihre Vertreter immer, wie wichtig es wäre, sich gegen Vorurteile zu wenden, organisieren ganze diesbezügliche Projekttage in den Schulen.

Und jetzt sind sie bereit, unser aller Leben zu gefährden, bevor internationale Untersuchungen abgeschlossen sind. Glauben ist für sie wichtiger als Wissen, parteilicher Nato-Glauben; seine Art kenne ich aus dem Parteilehrjahr der längst vergangenen SED. Besonders „evident“ diesbezüglich ist Frau Merkel. Wie lange noch bestimmt sie die Richtlinien der Politik in der stärksten Volkswirtschaft Europas?

[Inzwischen haben sich doch einige mit kritischen Worten zu Herrn Trump gemeldet, aber die Bundeskanzlerin nicht und keiner ihrer zuständigen Minister. - 12.04.2018

Nun hat sich immerhin auch diese gemeldet, aber nicht so klar und eindeutig, wie sich Gerhard Schröder vom anglo-amerikanischen Kriegsabenteuer im Irak distanziert hatte, damals zusammen mit Frankreich. Ich erinnere mich noch an Wahlplakate mit der Aufschrift "Friedensmacht Deutschland" und dem Reden von einer Achse Paris, Berlin, Moskau, die Kriegstreiber stoppt. Das geht heute schon insofern nicht mehr, weil der kleine Napoleon Macron endlich auch einmal wieder Weltmacht spielen möchte. Das kann er nur mit Bomben, denn von der Wirtschaftskraft ist er hinter Deutschland und Großbritannien weit abgeschlagen. Deutschland wird dann in der EU Frankreichs Lust am Weltmacht-Spielen bezahlen dürfen. - 13.04.2018]

 

193. Von der naiven Inklusion hin zur strukturierten (10.04.2018)

Bayern geht wieder einmal voran. Der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder in der „Bild am Sonntag“ vom 8.4.:

Wir führen sogenannte Deutschklassen ein. Das sind Ganztagsklassen mit kleinerer Klassenstärke. Dort wird Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien intensiv Deutsch vermittelt, aber gleichzeitig auch Wertekunde. Denn das kann man nicht nur in vierwöchigen ‘Chrashkursen’ lernen. Nur diejenigen Schüler kommen dann in den Regelunterricht, die unsere Sprache sprechen und unsere Werte verstehen.“ (S. 4)

Damit werden zwei seelische Grundbedürfnisse auf einmal befriedigt:

  1. Wir alle brauchen ein Umfeld, das uns nicht zu sehr überfordert. Wir brauchen die Chance, in ihm gut zu sein. Wer Deutsch erst als Fremdsprache lernt, wird nicht von vornherein in den Regelklassen gut aufgehoben sein.
  2. Die meisten Menschen sind ehrgeizig genug, nach Höherem und Besseren zu streben. Das muss uns meiner Meinung nach als Hierarchiestufe vor Augen stehen. Der Abstand zu unserem gegenwärtigen Leistungsvermögen darf aber nicht zu groß sein. Für viele Schüler der Sekundarstufe 1 ist er das in Bezug auf das Gymnasium, sie resignieren dann, obwohl andere sich in ihrem Ehrgeiz erst recht angestachelt fühlen, auch diesen Sprung zu schaffen. Das gilt ebenso für Zuwanderer, und dieser Sprung ist heute in Bezug auf Deutschkenntnisse gar nicht mehr so schwer wie das noch vor Jahrzehnten war. Wenn ich mir die Briefe meiner Großeltern ansehe, meiner alten Großtanten und Großonkel waren die Deutschkenntnisse in der Volksschule des deutschen Kaiserreichs zumindest in Bezug auf Orthografie und Interpunktion entschieden besser als die der Kinder gleichen Alters im heutigen Gymnasium.

Ich würde allerdings diese „Deutschklassen“ auch für die Kinder deutschstämmiger Eltern öffnen. Erschreckend viele von diesen sprechen ein ähnlich rudimentäres Deutsch wie die Zuwanderer. Das jahrzehntelange Diskreditieren des Stolzes auf die eigene Kultur und Sprache hat dazu geführt, dass sich „deutsche“ Kinder in Schulen mit hohem Zuwandereranteil z.B. darum bemühen, einen agrammatischen türkischen „Slang“ zu sprechen; sie passen sich damit nicht nur der Mehrheit ihrer türkischen Mitschüler an, sondern vor allem deren kulturellem Selbstbewusstsein, das ihnen von ihrer eigenen Nation vollkommen vorenthalten wurde.

Da hätten sie höchstens auf die EU stolz sein dürfen und sollen. Aber selbst die Kinder anderer EU-Nationen wie Polen, Italiener oder Franzosen sind natürlich zuerst auf die Kultur und Sprache ihrer eigenen Nation stolz, danach fühlen sie sich vielleicht auch als Europäer, aber das weitgehend unabhängig von künstlichen Organisationen wie der EU, die kommen und gehen.

Die integrationsfördernde Mischung zwischen den Schülern, die schon lange in Deutschland leben, und den neu hinzugekommenen bleibt unter dem Dach einer Schule erstens auch dann erhalten, wenn spezielle Deutschklassen eingerichtet werden, und zweitens schlage ich diese Mischung ja auch noch mal in den Deutschklassen selbst vor.

Deutschklassen“ muss allerdings auch heißen: deutsche Werte, da hat Markus Söder ganz recht. Aber das geht nicht primär durch reden darüber, da lachen sich die Machos kaputt, stören den Unterricht oder steigen aus. Das muss zuerst gehen durch das praktische Einüben von Umgangsformen, die der deutschen Mentalität entsprechen: Pünktlichkeit, Gründlichkeit, Exaktheit.

Natürlich werden Schüler dagegen verstoßen, denn jeder Mensch möchte so bequem wie möglich durchs Leben kommen, erst recht ein ungestümer, junger. Bereut er es ehrlich – Lehrer haben genug Menschenkenntnis, so etwas einzuschätzen – und zeigt er einen guten Willen, wäre ich großzügig und würde mehrere neue Anfänge in der Deutschklasse erlauben.

Zugleich würde ich die jungen Menschen aber auch ernst nehmen und nicht wie psychisch Kranke behandeln, die nicht wissen, was sie tun, und jedenfalls „nichts dafür können“. Kein Mensch kann auf Dauer einer solchen „Behandlung“ widerstehen. Er wird dann in der Tat so, wie er gesehen wird: ein Mensch, der keine Verantwortung für sein Handeln trägt.

Ich wäre streng-gerecht wie das deutsche Kraftfahrtbundesamt. Jeder, egal ob er ADHS hat oder ein Asperger Autist ist, wird geblitzt und bestraft. Damit gebe ich ihm seine Würde als vollwertiger Mensch zurück, der in der Lage ist, sein Handeln zu steuern, wenn er dafür auch mehr Aufwand und Kraftanstrengung braucht – und damit auch zusätzliche pädagogische Hilfe, durchaus – als andere. Ich würde ein ähnliches Punktesystem einführen wie es im Straßenverkehr gilt.

Erst einmal gibt es ein „Verwarnungsgeld“ ohne Punkteeintrag, z.B. die Pflicht zu einer handgeschriebenen schriftlichen Stellungnahme, nur eine halbe bis eine Seite, die aber, nachdem gründlich die Benutzung des Dudens geübt wurde, je nach individuellem Ausgangsstand nicht mehr als, sagen wir, fünf Fehler enthalten darf und gut leserlich geschrieben sein muss.

Wird dieses „Verwarnungsgeld“ nicht in der geforderten Zeit und Qualität entrichtet, gibt es einen Punkt, der z.B. in von der Schule autorisierten Karten eingetragen wird, die der Schüler bei sich führen muss. Hat er sie „verloren“, erhält er gegen eine Bearbeitungsgebühr eine neue. Diese Gebühr erhöht sich von Mal zu Mal und führt zu weiteren Punkten, weil „Fahren ohne Führerschein“ ein besonders schweres Delikt ist, ebenso wie die Verfälschung der Karte.

Ab drei Punkten muss eine einfache „verkehrspsychologische“, in diesem Fall „verhaltenspsychologische Beratung“ von drei Stunden an drei verschiedenen Tagen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu absolvieren ist, wahrgenommen werden, bei jüngeren Kindern obligatorisch mit Beteiligung der Eltern, bei älteren vielleicht teilweise und je nach dem, wie das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist. Diese Beratung kostet natürlich Geld, nicht gleich 300 Euro, wie das bei der verkehrspsychologischen ist, wo auch keiner fragt, ob der Beratungsbedürftige das Geld hat. Wenn er seinen Führerschein behalten oder wieder bekommen will, muss er das machen. Er hätte diesen Aufwand ja verhindern können, indem er sich an die Regeln gehalten und die davor erfolgten Verwarnungen mit ihren noch geringen Kosten ernst genommen hätte.

Obwohl: Auch im Verkehrsrecht ist das bundesdeutsche Schlaffitum eingerissen: Es wird Punktesündern in der Probezeit von der Führerscheinstelle nur noch „nahe gelegt“, die verkehrspsychologische Beratung zu absolvieren. Da junge Deutsche ihre Sprache nicht mehr beherrschen, glauben viele, dass das für sie verpflichtend ist. Ich sage ihnen die Wahrheit und neun von zehn, die eigentlich bereit gewesen wären, in sich zu gehen, springen dann ab.

Es ist nicht auszurechnen, wie viel zusätzliches, konkretes Leid, verursacht durch vermeidbare Verkehrsunfälle, durch eine solche Konsequenz eingespart werden könnte, wenn der Staat es nur wollte. Das Gleiche trifft für Verkehrsseminare zu, die früher für Punktetäter verpflichtend waren und jetzt nur noch ein freiwilliges Angebot sind. (Wir leben fürwahr in einer Angebotsgesellschaft und werden meiner Meinung nach, wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen, hinter Kulturen wie der chinesischen gnadenlos zurückfallen.)

Bei Minderjährigen müssen die Eltern die Beratung bezahlen, schließlich bekommen sie das Kindergeld auch dafür, dass sie ihre Erziehungspflichten wahrnehmen. Erzieherisch richtig ist es, wenn sie ihren Nachwuchs in irgendeiner Form an diesen Kosten beteiligen. Die neuen Jeans können nun z.B. noch nicht gekauft werden, weil die Beratungskosten Vorrang haben, wenn jemand von der Deutschklasse nicht in die nächstniedere Hierarchie herabgestuft werden möchte.

Das könnten „Arbeitsklassen“ mit nur wenigen Unterrichtsstunden in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Sport sein (Unterricht ist etwas besonders Wertvolles, eine rare Ehre), in denen sich die Schüler immer noch unter dem Dach der einen inklusiven Schule mit immer noch der Möglichkeit, wieder aufzusteigen, bei einfachen praktischen Arbeiten bewähren müssen/dürfen. Sie könnten z.B. einen Schulgarten anlegen und pflegen, dem Hausmeister bei handwerklichen Reparaturarbeiten zur Hand gehen oder sich an der Schulreinigung beteiligen, aber nicht larifari, sondern streng kontrolliert von Mitarbeitern, die das sonst professionell machen. (So wie Kommunen „blitzen“, um Geld in die Gemeindekasse zu bekommen, könnten auch Schulen nebenbei von der pädagogischen Konsequenz profitieren: Wenn das einmal eingespielt ist, sparen sie z.B. Reinigungskosten.)

Es muss eine Ehre sein, sich in den Unterricht, sozusagen im weißen Kittel, setzen zu dürfen. Wer psychisch nicht reif ist, das als Ehre zu erkennen, die ihm von der Gesellschaft finanziert wird, muss bei Tätigkeiten, die mehr dem momentanen Stand seiner moralischen Intelligenz entsprechen, nachreifen können. Das ist keine Demütigung, sondern eine logische Folge, die aus seinem eigenen Verhalten resultiert. Und ganz wichtig ist Folgendes, was ich schon im 156. Gedankensplitter schrieb:

Es wird ernst” – das ist eine nicht zu unterschätzende Motivation für eine Verhaltensbesserung, denn ein unsoziales Störverhalten kann und will sich in Wirklichkeit nur der Mensch leisten, der spürt, dass er sowieso sicher ist, egal, was er macht oder sein lässt. Dieses Urvertrauen ist zwar für kleine Kinder existentiell wichtig, kann aber für Schulkinder und noch Ältere nicht mehr in der gleichen Weise gelten, wenn sie sich psychisch entwickeln sollen. In Suchtkliniken wird das z.B. konsequent und “brutal” praktiziert.

Und:

Stärker noch als diese negative Konsequenz muss eine positive Konsequenz sein: Jede tatsächliche und anhaltende Besserung im Verhalten der Schüler muss, abgestuft, mit positiven Folgen verbunden sein. … Generell muss… das soziale Klima in der Schule optimistisch dem Leitspruch folgen: „Wo – inzwischen – ein guter Wille ist, finden wir eine Lösung“. Wir brauchen ein stabiles pädagogisches System, das „nach unten“, zum weiteren Abfall des sozialen Verhaltens, fest geschlossen ist, „nach oben“, bei einer Besserung des sozialen Verhaltens aber offen: Wer konsequent bestraft, muss dann und danach auch verzeihen können, wo und wenn sich ein ehrlicher guter Wille zeigt.

Demnach müssen Punkte nach einer Zeit regelgerechten Verhaltens wieder getilgt werden. Es müssen ja nicht wie in Flensburg zweieinhalb Jahre sein, sondern vielleicht zwei Monate, weil sich Junge, noch nicht Volljährige, schneller entwickeln können als die Älteren. Mit dem erfolgreichen Wahrnehmen von Beratungen muss außerdem ein Punkterabatt verbunden sein.

Wer trotz alledem auf fünf Punkte kommt, muss dann ein Verhaltensseminar am Wochenende besuchen, jetzt sind es nicht mehr drei Stunden, sondern, sagen wir, 10, die auf drei Wochenenden verteilt werden. Natürlich sind die Kosten dafür höher als für eine dreistündige Beratung.

Wer nun immer noch nicht willens und in der Lage ist, gute Beratung anzunehmen, und danach acht Punkte erreicht, „fliegt von der Schule“ und darf sich erst im nächsten Schuljahr zur Wiederholung der versäumten Klassenstufe dort anmelden. Wie gesagt: In die Schule gehen und in Deutschland leben zu dürfen, ist eine Ehre, die man sich durch entsprechendes Verhalten erarbeiten muss.

Sie sehen schon: Hier geht’s um nicht weniger als um die Änderung einer ganzen grundsätzlichen Lebensmentalität; sie muss vom Kopf wieder auf die Füße gestellt werden.

 

192. Nach dieser Logik können auch immer mehr Atomwaffen angeschafft werden … (10.04.2018)

denn die Bombe in der Abschussrampe ist nicht böse. Es ist das menschliche „Schwein“ auf der anderen Seite hinter dem Abschussknopf, das nicht „artgerecht“ mit ihr umgeht.

Menschenvernichtende Waffen, egal ob Atomwaffen oder „Kampfhunde“, gehören abgeschafft, auch wenn es Menschen gibt, die mit ihnen richtig umgehen können. Es bleiben zu viele unkontrollierbare Risiken übrig. Menschen sind so: Sie „vergessen“ immer wieder, was passierte, übrig bleiben Mal um Mal Arroganz und Wunschdenken: Aber ICH, ich hab’ das doch im Griff. Gerade gestern musste – nur in Deutschland – wieder ein kleines Kind sterben wegen dieser Arroganz, weil “Eltern” glaubten, ihrem Hund mehr vertrauen zu müssen als ihr Kind zu beschützen.

 

191. Herr Stegner, stellv. Vorsitzender der SPD, spaltet die deutsche Gesellschaft (09.04.2018)

In Anspielung auf Jens Spahn, der kritisiert hatte, dass es in Berlin immer mehr Gaststätten gibt, in denen die Gäste ausschließlich auf Englisch bedient werden, sagt er im WELT-Interview von heute: „… Ich kann sogar im Restaurant auf Englisch bestellen.“

Das sind sie, die typisch deutschen Streber und Oberlehrer, die so viel wissen und können. Meine Eltern wie auch die meisten anderen ihrer Generation hätten das nicht gekonnt und auch viele Zugewanderte können das nicht, die schon genug damit zu tun haben, eine Fremdsprache neu zu lernen, vorläufig entscheiden sich die meisten noch für Deutsch. Diese alle schließt Herr Stegner eiskalt aus der deutschen Gesellschaft aus.

Wenn sie auch so (streberhaft) veranlagt wären wie Herr Stegner, könnten sie ihre Bestellung ja auch auf Russisch oder Arabisch versuchen. Warum auch nicht in der weltoffenen Hauptstadt von XXXLand.

 

190. Die deutschen Systemmedien haben nichts dazugelernt (08.04.2018)

(1) Ich habe gerade die Presseschau im Deutschlandfunk gehört. Nicht eine Zeitung, auch nicht eine der drei zitierten ungarischen, lässt ein gutes Haar an Viktor Orban. Ein Mann, der von seinem Volk zweimal mit überwältigender Mehrheit zum Regierungschef gewählt wurde und dem dies heute wahrscheinlich wieder gelingen wird, erscheint im Abbild seiner eigenen Presse nur und ausschließlich als negativ. Das allein ist ja schon ein schlagender Beweis dagegen, dass er in seinem Land die Demokratie abgeschafft habe.

Es ist genauso schlimm wie nur positive Hofberichtserstattung, die mich in der DDR im Alter von 15 Jahren (1966) so aufgeregt hatte, dass ich dem Chefredakteur der Aktuellen Kamera einen Brief schrieb, worin ich ihn fragte, ob er denn nicht merke, dass das nach hinten losgehe und es viel souveräner und überzeugender wäre, wenn sich ein Staat in seinen Medien auch einmal abweichende Meinungen leisten könne. Das war zu viel verlangt für die Aktuelle Kamera, und das ist zu viel verlangt für die Systemmedien von heute. Wenn sie doch einmal zugelassen werden, die abweichenden Meinungen, erfolgt sofort ihre pädagogische Einordnung, damit das dumme Volk, das es ja angeblich sowieso nicht mehr gibt, jedenfalls das deutsche, nicht auf eigene Gedanken kommt.

(2) Da warnen sie vor Spekulationen und wissen doch schon ein paar Stunden nach dem mörderischen Amoklauf von Münster, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen islamistischen Hintergrund hat. Seit ungefähr 100 Jahren gibt es in Deutschland Autos und noch nie in seiner Geschichte wurden sie als Waffen verwendet, um möglichst viele unbeteiligte Menschen zu ermorden. Sicher gibt es Beziehungstaten, bei denen das einer persönlich verhassten Person geschah, aber einfach nur so viele wie möglich töten zu wollen, ist in Deutschland und Europa erst durch den Islamismus bekannt und als Möglichkeit, seinen destruktiven Menschenhass auszuleben, wahrgenommen worden.

Insofern hat sehr wohl auch diese Tat einen islamistischen „Hintergrund“, auch dann, wenn der Täter mit dem Islamismus nichts zu tun hat. Das Spekulationsverbot schützte nicht nur nicht vor verneinenden Aussagen (hat mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Zusammenhang zum Islamismus), sondern erlaubte auch wilde Spekulationen, so lange sie nur in die richtige Richtung gingen: Der Tagesspiel mutmaßte, zitiert von n-tv, schon wenige Stunden nach dem Attentat, dass der Täter einen rechtsextremistischen Bezug habe. Also immer schön von oben herab die dummen Spekulationen, die „wieder einmal ins Kraut schießen würden“, in den sozialen Medien geißeln und dann und zugleich als „seriöse Qualitätspresse“ dasselbe tun.

 

189. Herr Drehhofer rudert schon wieder zurück (06.04.2018)

Natürlich verhindert Hartz IV den Familiennachzug nicht, stellt das Bundesinnenministerium klar. (LVZ, S. 2)

Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass einer, der in einem Land nicht einmal sich selbst versorgen kann, nicht auch noch seine Familie dorthin nachholt?

Umgedreht wird ein Schuh daraus: Wenn er seine Familienmitglieder versorgen kann, darf er sie nachholen. Oder diese haben schon eine Arbeit in Deutschland sicher und können nun den, der vorausgegangen war, mitversorgen.

Humanistisch ist alles, was Menschen ernst und für voll nimmt und ihnen daher eigene Leistungen ebenso zutraut, wie sie sie ihnen abverlangt.

 

188. Wir müssen das kulturell-mentale Deutschland stärken; meine Hoffnung ruht dabei auf Bayern (05.04.2018)

Ich hätte auch schreiben können: Wir müssen die deutsche kulturelle Mentalität stärken, wozu zuerst die deutsche Sprache gehört. Diese Mentalität hat uns so leistungsfähig und vital werden lassen, wie wir es es sind. Trotz zweier verlorener Weltkriege, trotz Gebietsverlusten in ihrem Gefolge, die ca. ein Drittel des ursprünglichen Staatsgebietes ausmachen, trotz gnadenloser Knechtung durch den Versailler Vertrag und der Reparationen nach dem 2. Weltkrieg, sind wir immer wieder zur führenden Wirtschaftsmacht in Europa und zum Exportweltmeister aufgestiegen.

Das liegt natürlich nicht am Marshallplan, der ganz Westeuropa zu Gute kam und der nur einen Bruchteil dessen ausmachte, was die Länder der Eurozone, allen voran Deutschland, über die Jahre für Geldmassen nach Griechenland gepumpt haben. Warum hat in Deutschland viel weniger Geld so gefruchtet? Das liegt an unserer Mentalität des „Schaffe-schaffe-Häusle-baue“ und der „preußischen Tugenden“ Pünktlichkeit, Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und Genauigkeit.

Ich halte diese Mentalität nicht für ethnisch, sozusagen genetisch gegeben, jedenfalls nicht primär; ich glaube, dass sie kulturell in jeder Generation wieder neu gelernt werden muss. Jeder kann also ein guter Deutscher werden, egal, woher er kommt, aber dieses „deutsche Wesen“ muss in seinem strukturellen Ausgegliedertsein im Lernfeld noch bestehen, dann können es neu Hinzugekommene annehmen und verinnerlichen.

Andere, z.B. Churchill oder Goldhagen glaub(t)en da eher an ein genetisches Deutschtum, das als „bösartiges hunnisches Wesen“ allein für den Ausbruch der zwei Weltkriege verantwortlich sein soll. (Sehr praktisch für alle anderen imperialen Mächte, die damit endgültig und vollständig aus dem Schneider waren. Aber das ist jetzt nicht mein Thema.)

In den großen deutschen Konzernen, z.B. den Automobilkonzernen, funktioniert ein solches deutsch-kulturelles Lernfeld noch und deswegen kann dort auch ein Türke, Pole oder Araber die deutsche Mentalität annehmen und so leistungsfähig werden wie ein ethnisch deutscher Arbeiter. Aber die Elite in Deutschland arbeitet emsig daran, dieses funktionale Ausgegliedertsein, das immer wieder neu die deutsche Mentalität bildet, abzuschaffen. Ab 2022 wird die Konzernsprache bei VW Englisch. Nach Ansicht der ehemaligen Integrationsbeauftragten der SPD gibt es keine spezifisch deutsche Kultur außer der Sprache. Wer diese also abschafft, schleift auch die deutsche Mentalität. Mal sehen, ob VW unter diesen Bedingungen Weltmeister bleibt.

Was in der Wirtschaft noch weitgehend funktioniert, auch in den vielen mittelständischen Betrieben, ist in den Schulen und Familien schon lange auf dem absteigenden Ast: Es wird dort kein Wert mehr auf „preußische Tugenden“ gelegt, die in Wirklichkeit wahrscheinlich mindestens ebenso sehr bayerische sind: Meine Hoffnung für Deutschland liegt auf Bayern, hier wird die deutsche Mentalität noch gepflegt, hier halten es Fußballtrainer noch für nötig, die Landessprache zu lernen, anstatt dass sich umgedreht die Einheimischen an die neu Hinzugekommenen und ihr oft schlechtes Englisch anpassen, wie das in vielen anderen Teilen Deutsch-Lands bereits selbstverständlich ist.

Wer sich als Zugewanderter in die deutsche Kultur einfügt, ist mir willkommen. Die anderen dürfen nicht reinkommen oder müssen so schnell wie möglich wieder abgeschoben werden. In diesem Sinn habe ich die Erklärung 2018 unterschrieben und befinde mich dabei in guter Gesellschaft, z.B. auch der von Hans-Joachim Maaz.

 

187. Kriminelle Gewalttäter, deren Straftaten auf keine Kuhhaut passen, werden in Deutschland nicht in Auslieferungshaft genommen, … (03.04.2018)

… Herrn Puigdemont, dem katalanischen Regionalpräsidenten, dem keine Gewalttat vorgeworfen werden kann, geschieht das in Deutschland sofort. Armes.

 

186. “Es geht nicht um einen anglo-amerikanischen oder deutschen Traum, … (Karfreitag, 30.03.2018)

sondern darum, sich international und weltoffen des Lebens zu freuen, und die Weltsprache ist nun einmal Englisch“, so schreibt mir ein Leser zum darunter stehenden Splitter.

Inter-national“ heißt, „zwischen-national“ sein zu können und zu wollen, willens und in der Lage, eine offene Beziehung zwischen den Nationen und ihren Kulturen herzustellen, voneinander lernen zu wollen, beziehungsfähig zu sein, nicht nur auf der persönlichen Ebene, sondern auch auf der nationalen.

Wer seit Jahren in Berlin lebt und nur ein paar Worte Deutsch spricht – und vielleicht noch nicht einmal das -, ist nicht international weltoffen, sondern narzisstisch beschränkt geblieben auf sich selbst, auf seine eigene Kultur und Sprache und findet das auch noch ganz selbstverständlich korrekt.

Das ist eine arrogante Selbstbezogenheit, die das Eigene über die anderen stellt, genau das, was den Deutschen, die objektiv von der Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft (zumindest) (Mittel)Europa “dominieren”, gern vorgeworfen wird.

Das ist eine koloniale Mentalität. Mit der sind wir Deutschen allerdings nicht so vertraut wie die Englischsprachigen. Aber wir sind genauso schuld an unserer Lage, daran, dass es immer mehr Bereiche und Gebiete in Deutschland gibt, in denen nur Englisch gesprochen wird. Wir sind zurückgewichen, haben geflissentlich und eilfertig Platz gemacht für die kulturell-sprachlichen Besatzer und das als Sprecher der Sprache, die in ganz Europa nach dem Russischen die mit Abstand verbreitetste ist.

Wir haben als Nation der Philosophen, der Dichter und Denker zugelassen, dass deutschsprachige Texte heute im internationalen Wissenschaftsbetrieb nicht mehr zitierfähig sind. Was heißt „wir“? Es wird festzustellen sein, wer von den deutschen Politikern konkret die Verantwortung dafür trägt, nicht nur die, die dem damals zugestimmt, es vielleicht sogar selbst forciert haben, sondern auch die, die dafür sorg(t)en, dass es bis heute so ist.  

 

185. Wieso „deutscher“ Traum? Es ist der anglo-amerikanische, der auf deutschem Boden, mit deutschem Geld und mit deutscher Infrastruktur verwirklicht wird (29.03.2018)

Wenn ich meine LVZ nicht hätte. Sie regt mich immer wieder auf und an zu eigenen Gedanken. Heute wundert sie sich, dass die linksextreme Gewalt, die sie im Einklang mit den Stadtverantwortlichen seit Jahren verharmlost hat, auch sie selbst treffen kann.

Aber darum geht es mir jetzt gar nicht, sondern um den ganzseitigen Artikel auf S. 3: „Der deutsche Traum der jungen Syrer“.

Der Syrer Rafaat Hantoush „hat sich in Rekordgeschwindigkeit integriert in die Berliner Start-up-Szene. Deutschkenntnisse waren dafür nicht nötig – inmitten der deutschen Hauptstadt lebt er in einer Welt, in der von morgens bis abends nur Englisch gesprochen wird.“ (Das merke ich schon daran, dass auch der Journalist nicht “Gründerszene” schreibt, sondern lieber einen Anglizismus mit zwei Bindestrichen verwendet.)

Wann hört unsere politische Klasse endlich auf, davon zu reden, dass Deutschkenntnisse das A und O einer gelingenden Integration wären? Das glaubt sie doch selbst nicht und noch weniger Syrer wie Rafaat Hantoush. „Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit“ und nicht politische Wunschvorstellungen, schon gar nicht die, die zur Beruhigung der eigenen Bevölkerung ausgesprochen werden. (Das hatte immerhin schon Wladimir Iljitsch Lenin gewusst.)

Man kann in Deutsch-Land ganz ohne Deutsch auskommen. Das ist die eine Erfahrung des erfolgreichen Syrers. Eine andere ist die folgende:

Und er kennt Flüchtlinge, die den ‘German Dream’, den Traum vom guten Leben in Deutschland, mit deutlich weniger Elan verfolgen als er. ‘In Syrien waren sie nicht faul. Dort hatten sie zwei Jobs, haben von morgens bis abends gearbeitet. Hier werden sie faul. Sie kriegen ihren Lebensunterhalt bezahlt, sitzen im Wohnheim und haben keine Verbindung mehr zur Welt. So kann es nicht weitergehen.’“

Lernt endlich Englisch! (Obwohl man ja auch lernen muss, zu entspannen und alle Fünfe gerade sein zu lassen. Das können viele deutsche Ureinwohner zu wenig. Wenn Herr Hantoush recht hat, sind ihnen viele Geflüchtete auch in dieser Beziehung voraus, abgesehen davon, dass viele einfache Deutsche sich immer noch weigern, richtig Englisch zu lernen und zu sprechen und zu schreiben.)

 

184. Hammerklasse – unsere politische Klasse (26.03.2018)

Wer jetzt noch CDU, SPD und Grüne wählt, wird seinen Kindern später erklären müssen, warum er sehenden Auges für den Untergang der Gesellschaft gestimmt hat, in der sie aufwachsen müssen. Syrer greifen messerstechend ihr Wirtsvolk an, Massenschlägereien zwischen „Geflüchteten“, die jetzt, wenn es einer Schlägerei aus dem Weg zu gehen gilt, nun nicht mehr flüchten, und Einheimischen häufen sich (die LVZ von heute kommt nicht umhin, darüber berichten zu müssen [S. 24]; ich stelle mir die amtliche tiefe Betroffenheit der Bundeskanzlerin und ihres Anhangs vor, wenn die Opfer nicht bloß Deutsche wären, sondern „Geflüchtete“).

Wahrscheinlich sind die aggressiven Messerstecher von dem blutigen Krieg, vor dem sie flüchteten, traumatisiert. Es wird nicht mehr lange dauern, dann sind auch die Deutschen von den Messerattacken traumatisiert, dann haben auch sie in der Psycho-Logik unserer etablierten Willkommenskulturisten einen Grund für irrationale Gewalttaten.

Aber das geht alles ja schon viel länger so, seit die etablierten Multikulturisten unter der Führung von Angela Merkel an der Macht sind. Am Sonnabend schlage ich meine Regionalzeitung – die LVZ – auf. Was ist der Aufmacher der Lokalseite?

Brennpunkt Drogenhandel – Razzien schrecken kaum ab“ und im Text heißt es:

Wenn überhaupt, so können die Ordnungshüter mit Komplexkontrollen die Drogenszene nur zeitweise aus dem Bahnhofsumfeld verdrängen. Die Dealer weichen dann auf das altbekannte Revier rund um die Eisenbahnstraße aus. ‘Da werden die örtlichen und sicherlich auch personellen Verflechtungen ersichtlich’, so Loepki [Sprecher der Leipziger Polizei]. Das Ausbreiten der Drogenszene vom Osten ins Stadtzentrum spreche für die sehr stark verfestigten Strukturen in der Eisenbahnstraße, um die in der Szene keine Revierkämpfe ausgefochten werden, erläutert er.“ (S. 17)

Da gab es ewiggestrige, altbackene Reaktionäre, die vor Jahren davor warnten, ganze Stadtbezirke ausländischen Clans zu überlassen. Sie waren rückständig, gegen sie wurde von staatswegen ein „Kampf gegen rechts“ geführt. Dabei wurde nur vergessen, auch die Drogenkriminalität zu bekämpfen. Jetzt kann man offenbar nichts mehr machen, jetzt ist es vorbei, ähnlich wie in Berlin, wo in Parks ganz offen mit Drogen gehandelt wird.

Jetzt haben wir damit zu leben bzw. unsere Kinder. Aber es sind ja nur die eigenen. Wer wird sich darüber schon aufregen?!

 

183. Eine einfache Frage mit einer einfachen Antwort: Ja oder Nein (22.03.2018)

Es ist doch ganz einfach: Der Islam, der sich dem deutschen Grundgesetz unterordnet, gehört zu Deutschland.

Das erwarten wir von anderen Religionsgemeinschaften, insbesondere den Kirchen, die zu Deutschland gehören (wollen), ja auch. Der Islam in Deutschland, der sich über das Grundgesetz stellt, gehört nicht zu diesem Land.

Er mag für die Moslems größer sein als Deutschland und das Größte überhaupt, trotzdem muss für den Islam in Deutschland das deutsche Grundgesetz gelten. Ja oder Nein – das ist die Frage.

 

182. Die Wessis sind bei sich selbst hängen geblieben (18.03.2018)

Gerade habe ich die Fortsetzung des ZDF-Dreiteilers Ku’damm 56 gesehen und die Dokumentation hinterher. Wieder einmal wird mir klar, dass sich die Wessis nach dem 2. Weltkrieg viel mehr amerikanisieren ließen als die Deutschen in der DDR russifizieren. Das zeigt mir, dass ein Teil der Deutschen, die Westdeutschen, und von denen wieder ein Teil, allerdings ein großer, zunehmend die Leitkultur in den Medien und der Öffentlichkeit bestimmender, die alte Führerhörigkeit intensiver fortsetzte als die Ostdeutschen in ihrer Gesamtheit: Plötzlich war das US-Amerikanische ihr Ein und Alles, entzückt galt nun der Rock n’ Roll als neue angesagte Staatskultur.

[Das hört sich jetzt, im Ärger geschrieben, wirklich etwas exzentrisch an. Von mir aus kann jeder Rock n' Roll tanzen oder auch sonst die Segnungen der anglo-amerikanischen Kultur zelebrieren, diese darf sich nur nicht zur leitenden Hauptkultur in Deutschland aufschwingen wollen, so wie es den Eindruck macht, wenn man in Deutschland Radio hört, Fernsehen sieht oder ins Kino bzw. Theater geht. -19.03.2018] 

Weltoffen und fortschrittlich bis dort hinaus, allerdings durften die westdeutschen (und westberliner) Fräuleins nicht so ohne Weiteres den Führerschein machen. Kein Wort, zumindest in der dem Film folgenden Dokumentation Ku’damm 59, wo ich es erwartet hätte, davon, dass Frauen in der DDR zu gleicher Zeit dies problemlos tun konnten, ohne ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen zu müssen, und dass sie auch sonst nicht in der Enge westdeutscher Spießerei gefangen blieben.

Sie – die Westdeutschen – können, jedenfalls wenn ich die Macher der genannten Dokumentation ernst nehme -, immer noch nicht den Blick heben: nach Osten hin. Sie leiden unter Genickstarre Richtung Westen, können nicht einmal sehen, wenigstens jetzt, was ihre „Brüder und Schwestern“ im anderen Teil Deutschlands damals schon erreicht hatten. Diese blieben allerdings ihrer eigenen Kultur und Sprache weitgehend treu und sangen nicht plötzlich russisch, obwohl sie genauso besetzt waren – und sollte man denken: rigider – wie/als der „Westen“.

 

181. Hans-Werner Sinn „macht“ Sinn und zwar großen (16.03.2018)

Die anglifizierte Variante etwas „macht Sinn“ gibt es im Deutschen ja eigentlich gar nicht; bei uns heißt es: etwas hat Sinn oder auch nicht. Aber Hans-Werner Sinn hat ihn nicht nur, er vergrößert ihn auch und „macht“ ihn insofern. Nun ja, selbst eine so starke Sprache wie das Deutsche kann sich in ihren Ausdrucksmöglichkeiten immer noch erweitern; dann nehmen wir das „Sinn machen“ mit rein (wenn wir das Sinn-Haben dabei nicht vergessen).

Gestern Abend bei Markus Lanz, nachdem bei Maybritt Illner zwar viel und schnell geredet wurde, die Erkenntnisgewinne aber ziemlich mager blieben, habe ich den Sinn der Politik unserer politischen Klasse ein Stück besser verstanden. Markus Lanz redete zwar auch zu viel und zu schnell, aber Hans-Werner Sinn kam trotzdem zum Zug, ebenso wie der mir immer sympathischer werdende FDP-Vorsitzende Christian Lindner.

Meine Quintessenz der Antworten von Hans-Werner Sinn:

  • Die Franzosen schützen ihr Eigenes, ihre Sprache und ihre Kultur (was sehr nachahmenswert ist) und ihre Agrarprodukte. Das Letztere mit hohen Steuern in der EU gegen den Import ausländischer Früchte zum Beispiel aus Afrika. Afrika kommt dadurch nicht auf die eigenen Füße, und diese Zölle sind viel schlimmer und destruktiver als die von Donald Trump nun verhangenen. Aber darüber redet in Deutschland keiner, weil alles, was die EU tut, hier heilig ist.
  • Die Briten, die nun aus der EU austreten, haben ein ganz anderes Wertesystem: Sie sind von ihrer Commonwealth-Geschichte her für den freien Welthandel, was der Welthandelsmacht Deutschland sehr entgegen kam. Wenn die Briten weg sind, verschieben sich die Gewichte in der EU weiter in Richtung Protektionismus: Weil die Europäer keine besseren Bananen oder Gurken züchten können und wollen, muss bürokratisch vorgeschrieben werden, wie Bananen und Gurken in der EU zu sein haben, und die anderen werden dann nur mit hohen Strafzöllen hereingelassen.
  • Diese Denkart gilt für die Franzosen und die EU-Südländer auch bei der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrien. Sie wollen sich nicht entwickeln müssen und sie brauchen es auch nicht, weil Deutschland „sein Portmonee aufmacht“ und für alle die bürgt, die Waren aus den Südländern kaufen wollen, die eigentlich nicht wettbewerbsfähig sind.
  • Schäuble, der deutsche Interessen mit dem Durchwinken immer neuer Kredite für Griechenland auch verraten hatte (das sage ich jetzt), wollte dann immerhin, dass Griechenland eine Euro-Auszeit – nicht EU-Auszeit! – nimmt, um sich mit der eigenen Währung erst einmal wieder wettbewerbsfähig zu machen. Er hatte 15 von 17 Euroländern überzeugt und auf seiner Seite. Mutti Merkel mit ihrem Schwachgeistspruch „Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa“ ist ihm in den Rücken gefallen. Die geopolitischen Interessen – Griechenland ist unverzichtbar für die Nato – waren wichtiger als die wirtschaftliche Vernunft.
  • Bloß ohne Wirtschaftskraft geht alles andere auch nicht mehr. Es ist Wahnsinn, welche Schuld diese Frau gegenüber Deutschland und Europa auf sich geladen hat. Wenn sie nicht die Kurve kriegt, wird sie wohl wirklich nach Chile oder in ein ähnliches Land auswandern müssen. Ich plädiere dafür, ihr zuvor großzügig Asyl in einem Pfarrhaus zu gewähren, wie das auch die Honeckers in Anspruch nehmen konnten.  
  • Wenn die Briten in der EU fehlen, haben die Nordländer im Euro bis hin zu Österreich keine Mehrheit mehr, ihre Politik des freien Handelns und der Wirtschaftsstabilität gegen die Südländer durchzusetzen. Letztere können nun die Geberländer zwingen, immer mehr zu geben, bis sie sich übergeben – das ist ein Kalauer, auf den ich jetzt nicht verzichten konnte – , aber bis sie ihre einzige Rettung darin sehen, es ebenso zu machen wie die Briten. Die politische Führung Deutschlands wird da in Nibelungentreue bestimmt immer noch dann kämpfen, wenn das Euro-System längst verloren ist, koste es seine Bevölkerung, was es wolle.
  • Die Flüchtlingspolitik könne man so oder so sehen, aber was auf Deutschland mit diesen übernommenen Haftungsansprüchen zukommt, wird uns gewaltig „auf die Füße fallen“. Die Konten der deutschen Bürger werden „geplündert“ werden, auch weil Macron jetzt den Anspruch der Vergemeinschaftung aller Schulden der Euro-Länder noch einmal massiv erhebt, eingebettet in die schöne Geschichte vom Europa, das über den Nationen stehen müsse, in Wirklichkeit aber der „Grande Nation“ Frankreich zu dienen hat. Da sind zwar die FDP und die AfD vor (das sage jetzt wieder ich), aber wird ihre Kraft reichen, Frau Merkel diesmal aufzuhalten, die ja immer noch von ihrem Kredo überzeugt ist?

 

180. Angela Merkel hat einen internationalen Rechtsruck verursacht… (15.03.2018)

durch ihre selbstverliebte Politik, die nur nach einem schielt: persönliche Geltung und Anerkennung in der Öffentlichkeit, am besten der internationalen.

Und die deutsche Öffentlichkeit hat mitgespielt: Sie hat sie bejubelt 2015, als sie gegen Recht und Gesetz „Flüchtlinge“ ins Land ließ, die sich geweigert hatten, sich vorher in anderen Ländern, z.B. in Ungarn, registrieren zu lassen.

Anstatt Solidarität mit dem EU-Land Ungarn zu üben, schien es ihr geltungsertragsreicher Solidarität mit illegalen Zuwanderern zu üben, die ihre Pässe vor allen Dingen deswegen weggeworfen hatten, weil dadurch die Chancen wuchsen, sich in Deutschland länger auf Staatskosten versorgen zu lassen.

Ich nehme das den „Flüchtlingen“ nicht übel; sie sind Menschen wie wir alle, und wer könnte da ein solches Angebot der massiven Anhebung des eigenen Lebensstandards schon ausschlagen? Wahrscheinlich konnten sie es gar nicht glauben, dass es wirklich ein Land auf der Welt gibt, in dem das möglich ist.

Nachdem aber immer mehr auf ihren Smartphones mitgeteilt hatten, auch durch Fotos bewiesen, dass sie neben der kostenlosen Beherbergung und medizinischen Versorgung auch noch ihr monatliches Taschengeld gleich für mehrere Monate im Voraus ausgezahlt bekamen, gab es kein Halten mehr.

Ich an ihrer Stelle hätte einem solchen – unmoralischen – Lockangebot wahrscheinlich auch nicht widerstehen können, zumal die Königin von Deutschland auf vielen – auch gleich weiterversandten – Selfis mit Flüchtlingen noch ein extra freundliches Gesicht dazu machte. Mir ist nicht bekannt, dass sie so jemals denen, die “schon vorher hier waren”, also den deutschen Ureinwohnern dieses Landes, die es vielleicht auch gebraucht hatten, den Rücken gestärkt hätte. (In diesem Sinn sprach Viktor Orban vom “moralischen Imperialismus Deutschlands” in der Flüchtlingskrise.) 

[Ein Teil der deutschen Flüchtlingshelfer kommt mir vor wie saturierte ältere Damen, die neue, letzte Herausforderungen für ihr langweilig gewordenes Leben suchen und sich deshalb der "süßen" Kinder einer armen Familie aus der Nachbarschaft annehmen und ihnen - natürlich - mindestens das bieten wollen, was sie auch für ihre eigenen Kinder, lange ist es her, aufgeboten hatten. Oftmals zwar mit dem Ergebnis, dass sie heute fast keine Beziehung mehr zu ihnen haben. Aber das motiviert sie erst recht zu dem Versuch, es nun besser zu machen. Ein Ergebnis ist, dass die Flüchtlingskinder hin- und hergerissen sind zwischen der Kultur ihrer Mütter und der ihrer neuen Tanten. - 16.03.2018]

Dass Frau Merkel Trump und den Brexit entscheidend mitverursacht hat, war mir noch nicht so klar gewesen, bis ich gestern in der LVZ ein Interview mit Gunter Weißgerber, Ex-SPD-Bundestagsabgeordneter, las. Er hat mit Richard Schröder, einem ausgewiesenen sozialdemokratischen Tief- und Nachdenker, und Eva Quistorp das Buch „Weltoffenes Deutschland? Zehn Thesen, die unser Land verändern“ veröffentlicht.

Auf die Frage, wieso die Autoren die Aufnahme von mehr als einer Million Flüchtlinge als „eklatantes Staatsversagen“ bezeichnen, antwortet er:

Weil es ein Fehler von historischer Tragweite war. Wir haben damit nicht nur Deutschland, sondern auch die EU destabilisiert. Brexit und Trump sind ohne das Versagen der Deutschen im Herbst 2015 nicht denkbar. … Auch die Amerikaner schauen Fernsehen. Sie haben 2015 eine Völkerwanderung gesehen, mit enormen Folgen für die innere Sicherheit und die Sozialsysteme. Jetzt und noch in Jahrzehnten.“ (LVZ, 14.03.2018, S. 18)

Ein Schlaglicht auf die Gesellschaft, in der wir leben, wirft schon die folgende Frage des Journalisten und erst recht die Antwort von Weißgerber darauf:

Haben Sie keine Angst, dass Sie Besuche von extremen Linken bekommen, die wegen solcher Thesen Ihre Wohnung verwüsten und Sie vielleicht sogar persönlich attackieren?“

… Wir haben ein Klima zugelassen, in dem es vielen Menschen fast unmöglich erscheint, die eigene Meinung zu äußern. Und das obwohl dieser Staat alle Voraussetzungen bietet, Probleme offen zu diskutieren. Unser System ist gut, aber es wird von der politischen Klasse spätestens seit der Energiewende nicht mehr konsequent gelebt. Demonstrationsrecht und Meinungsfreiheit haben wir uns 1989 als erstes erstritten. Beide sind jetzt als erste in Gefahr.“

Es gibt keinen deutschen Politiker, der dafür so verantwortlich ist wie Angela Merkel.

 

179. Petitionen – ein Mittel der Demokratie (13.03.2018)

Ich habe gerade die Petition des Vereins Mehr Demokratie unterschrieben, sich bei Uwe Steimle dafür zu entschuldigen, dass er als Schirmherr der Ökumenischen Friedensdekade 2018 abberufen wurde. Bitte tun Sie es auch: Petition.

 

178. Nun also auch Uwe Tellkamp (12.03.2018)

Die besseren Menschen in Deutschland versuchen ja schon seit langem, die Verteidiger des/der Eigenen gegen die Zumutungen der Globalisierung als tumpe, ewig gestrige alte Männer darzustellen. Dass auch differenziert denkende Intellektuelle wie Uwe Tellkamp, Monika Maron, Hans-Joachim Maas sich ernsthafte Sorgen wegen Merkels Politik der offenen Grenzen machen, muss sie beunruhigen.

Die Schlacht um die Meinungshoheit in Deutschland gewinnt an Dramatik. Aufgescheuchte Grüne wollen retten, was zu retten ist, ehe noch mehr einfach das sagen, was Uwe Tellkamp bei der Diskussion mit Durs Grünbein am 8. März in Dresden äußerte. Sie kriegen Panik, dass es normal werden könnte, in Deutschland einfach öffentlich die Wahrheit zu sagen, zumindest die eigene persönliche. Wo kämen wir denn da hin!!

Also wird noch mal ordentlich draufgehauen und die AfD zum Beispiel als faschistische Partei diffamiert. Wer will schon Faschist sein. Also hält er doch lieber den Mund, wenn er denkt, was „die“ auch sagen.

Im Übrigen gilt das Schwarze-Kanal-Prinzip: Dem unmündigen Bürger kann nicht in ganzer Länge zugemutet werden, was der Klassenfeind sagt. Er kriegt didaktisch aufbereitete Schnipsel serviert mit der richtigen Wertung und Einordnung durch Karl-Eduard und seine Nachfolger. Wo kann ich in den Systemmedien zusammenhängend und ausführlich lesen, was Uwe Tellkamp wirklich gesagt hast? Nirgendwo! Zum Glück gibt es alternative Medien, wo das möglich ist. 

(Als ich auf der Internetseite der Sächsischen Zeitung www.sz-online.de, die die Veranstaltung vom 8.3. mitorganisiert hatte, nach „Uwe Tellkamp“ suchte, erschien schon nach „Uwe“ eine Alarmmeldung auf meinem Bildschirm, die mir den Absturz meines Betriebssystems in wenigen Minuten androhte.)

Der rigideste und feigste Teil des Establishments will den Inlandsgeheimdienst, den Verfassungsschutz, in Stellung bringen wie damals die – tatsächlich – alten Männer des Politbüros die Staatssicherheit gegen die kritische Opposition in der DDR, die sich erdreistete, selbst zu denken, und die abgenutzten Parolen und Sprüche der Aktuellen Kamera und des Neuen Deutschland in Frage stellte, geradeso wie das heute kritische, selbst denkende Menschen gegenüber den etablierten Medien tun.

Die Geschichte wird im Prinzip wieder so ausgehen wie damals in der DDR.

 

177. Viele Deutsche lieben das Eigene nicht (09.03.2018)

Es ist ihnen ausgetrieben worden, vor allem von den Eigenen, den ehrgeizigen, den vitalen, die modern, auf der Höhe ihrer Zeit sein wollten.

Eugen Ruge, der Autor von „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ hat in Dresden vor kurzem eine Rede gehalten: „Warum stirbt Deutsch aus?“ Im Übrigen, bevor ich zu dieser Rede komme: Wir befinden uns jetzt in ganz ähnlichen Zeiten: Die Sonne geht unter in Europa und Deutschland für die Etablierten, und sie geht auf für die, die das Eigene wieder ehren und lieben wollen.

In Wirklichkeit sind sie aber nicht die Reaktionären, die ewig Gestrigen, sondern die, die eine elementare psychologische Weisheit kennen: Das Eigene zu lieben und zu ehren ist die Voraussetzung dafür, das Fremde achten und freundschaftlich mit ihm umgehen zu können.

Eugen Ruge bezieht sich in seiner Rede auf Günther Oettinger, CDU, zur Zeit EU-Kommissar, so wie ich das auch schon viele Male, vor kurzem erst im 174. Gedankensplitter getan habe. Damit sie nicht herunterscrollen müssen, hier ein weiteres Mal:

Englisch wird die Arbeitssprache. Ich glaube, jeder – egal ob Facharbeiter an einer Werkzeugmaschine, ob Geschäftsführer oder ob er Zahlen [auf Englisch!] oder Anleitungen liest – muss Englisch verstehen und Englisch sprechen können. Deutsch bleibt die Sprache der Familie, der Freizeit, die Sprache, in der man Privates liest.“ (Aus einem Interview mit dem Südwestrundfunk, bereits 2005) 

Eugen Ruge sagt dazu: „Eine Familiensprache haben sie [die Einwanderer] schon, sie brauchen keine zweite.“ Es ist doch sonnenklar, was unser Establishment will: Wenn’s wichtig ist, wird in Deutschland mehr und mehr Englisch geredet, wenn’s privat ist, wird Deutsch akzeptiert, geradeso – oder sogar noch etwas weniger, weil wir ja so weltoffen sind – wie die Vielzahl der anderen Familiensprachen in Deutschland: Vor allem Türkisch, Arabisch, Russisch, Polnisch, Dänisch, Sorbisch.

Keiner von den offiziellen CDU-Repräsentanten hat dieses Interview von Günther Oettinger  bisher relativiert, obwohl es schon vor über 12 Jahren geführt wurde, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit laut und deutlich hörbar. Im Gegenteil, auch die CDU lehnt den aktuellen Antrag der AfD im Bundestag ab, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern, wie das die meisten anderen Staaten mit ihrer Sprache – so selbstverständlich, wie es auch ist – getan haben.

Wenn es wirklich stimmen würde, was die CDU immer wieder beschwört, dass nämlich das Land vor der Partei kommen müsse, würde sie diesem Antrag zustimmen oder zumindest einen eigenen formulieren, dem die AfD zustimmen könnte, weil für sie tatsächlich gilt, was andere nur behaupten: Das (deutsche) Land ist wichtiger als Eifersüchteleien, welche Partei einen Antrag eingebracht hat.

Wann begreift dieses Schafsvolk endlich, dass es sich tatsächlich selbst abschafft, wenn es weiter die etablierten Parteien, vor allen Dingen die CDU, die SPD und die Grünen wählt?

 

176. Auch Mörder, denen eine besondere Schwere der Schuld nachgewiesen wurde, werden hier von der gnadenlosen Barmherzigkeit des Staates verfolgt (08.03.2018)

Außer, der Täter ist über 90 Jahre alt und ihm wurde zwar keine konkrete persönliche Schuld nachgewiesen, dafür aber eine allgemeine Mitschuld an den Naziverbrechen…

[Dann müsste allerdings jeder Deutsche, der 1945 14 Jahre oder älter war und damals nicht von den Nazis verfolgt wurde, verurteilt werden, denn er hatte auf seine, mehr oder weniger direkte Weise zum Funktionieren der Todesmaschinerie in den Konzentrationslagern und an den Fronten beigetragen - 23.03.2018]

… Oder er hat Polenböller zusammengebunden und nicht auf “Nazis” geworfen – dann wäre das natürlich kein Problem – , sondern auf “Flüchtlinge” und Linke. Dann ist es Terror.  

Aber sonst: Zur Freilassung, an der auch der zweite Gladbeck-Geiselnehmer arbeitet, sagte die Chefin der Justizvollzugsanstalt Aachen vor einiger Zeit: „Die Resozialisierung ist ja schließlich eine wichtige Aufgabe des Strafvollzugs“ (LVZ vom 8.3.18, S. 24).

Einverstanden, unter der Bedingung, dass auch die ermordeten Opfer resozialisiert werden können. Zu diesem Zweck sollten Gefängnisse, in denen Mörder sitzen, eine Partnerschaft zu den Friedhofsverwaltungen eingehen.

Der Tod ist etwas Absolutes, Endgültiges. Da gibt es kein Entkommen. Deswegen bin ich als privater Mensch, nicht als Mitglied einer politischen Partei, bei erwiesenem, bewussten und kaltblütigen Mord für die Todesstrafe.

 

175. Wer hat die Entwicklung verpennt und hängt jahrelang hinterher? (07.03.2018)

Die deutsche Automobilindustrie oder die deutschen Grünen? Frau Göring-Eckhardt behauptete dies am Sonntag in Bezug auf die deutsche Automobilindustrie bei Anne Will: Sie hätte die Entwicklung von Elektromotoren verschlafen und überhaupt zu wenig getan, um die Belastung der Umwelt zu mindern.

Was lese ich heute in der Tageszeitung? Der E-Golf ist das meistverkaufte Elektroauto in Westeuropa! In Norwegen z.B., von dessen Fortschrittlichkeit in Bezug auf die Elektromobilität Frau Göring-Eckhardt gar nicht genug schwärmen konnte, ist der E-Golf das meistverkaufte Fahrzeug. Der Vertreter von VW hat das nicht klargestellt (oder war ich da gerade auf der Toilette?).

Überhaupt sind mir die Vertreter der wichtigsten deutschen Industrie, der Autoindustrie, von der unser aller Wohlstand abhängt, und von deren Wertschöpfung letzten Endes auch die Grünen hier leben, viel zu defensiv. Der Vertreter von VW hat zwar darauf verwiesen, dass der Dieselmotor durchaus eine Zukunft hat, weil seine neueste Generation 6 d, in Deutschland entwickelte und gebaute Motoren, nun inzwischen hinsichtlich aller Parameter – CO2-Ausstoß, Stickstoff und Feinstaub – die Grenzwerte deutlich unterschreiten.

Das ist doch ein Hammer! Es ist verrückt: Offenbar gibt es in Deutschland eine stillschweigende Verabredung: Davon darf nur geflüstert werden, und das sogar noch hinter vorgehaltener Hand. Und der Diesel, der ist und bleibt sowieso böse und schlecht, Punkt. Und wehe, es entsteht irgendein neues technisches Problem bei seiner noch weiteren Verbesserung. Das passt dann wieder wie die Faust ins vorverurteilte Auge. Es ist immer eine Schlagzeile wert bzw. eine „hereinbrechende Neuigkeit“ (früher haben wir das einfach „Eilmeldung“ genannt). Das kommt mir vor wie eine Familie, wo die Grünen unter den Eltern mit dem Megaphon raus in den Garten rennen und auf die Straße schreien: Einer von unseren Jungs hat schon wieder eine Fünf geschrieben!! Bald ist er versetzungsgefährdet!!

Aber wenn er Einsen schreibt und Superleistungen schafft, die im Umfeld ihresgleichen suchen: Schweigen im Vorgarten. Bei der Erziehung führt dies in die Katastrophe. Und was macht es mit der ganzen Gesellschaft und ihren Ingenieuren, Technikern und Facharbeitern sowie deren Familien?

Und keiner redet davon, dass ausländische Dieselfahrzeuge in aller Regel mehr schädliche Abgase ausstoßen als die deutschen (siehe schon den 122. Gedankensplitter) und dass sich ihre Produzenten weigern, in den Dieselfond in Deutschland einzuzahlen. Geht es den Grünen wirklich um unsere Umwelt, um die Gesundheit der Menschen hier in Deutschland, wenn sie davon nicht reden?

 

174. Da bin ich aber platt: Die SPD kontert den AfD-Antrag, Deutsch als Landessprache ins Grundgesetz aufzunehmen, auf Plattdeutsch (03.03.2018)

Und die CDU verweigert ihm ihre Zustimmung, weil Richtiges von den falschen Leuten beantragt werden würde.

Das ist so schmallogisch, dass es mir fast den Atem nimmt und ich mich frage, ob ich da noch meine Gedanken beieinander halten könnte, wenn ich in der Debatte darauf reagieren müsste. Ich fürchte, ich würde mich aufgrund meiner Wut und Entrüstung in der Wortwahl vergreifen.

Analogien sind oft hilfreich: Ich bin ein Naturliebhaber. Es gibt bedrohte Tierarten. Wenn jetzt jemand den Antrag stellen würde, Wildkatzen unter Naturschutz zu stellen (was zum Glück schon geschehen ist), und ein anderer würde in der Debatte daraufhin wau-wau-bellend von der Schönheit der Vielfalt der Tiere in Deutschland schwärmen, wäre das ähnlich beschränkt wie die Argumentation des SPD-Abgeordneten „Düütschland word neet armer dör anner Spraken, Düütschland word rieker.“

Ja, das stimmt, aber was hat das mit dem Antrag zu tun, die eigene Sprache zu schützen? Wer für Deutsch als Landessprache eintritt, hat doch nichts dagegen, dass in Deutschland auch noch andere Sprachen gelehrt und gesprochen werden. Im Gegenteil, er zeigt ja gerade Sprachbewusstsein. Aber das einigende Band aller „Deutsch-Land-Bürger“ muss schon Deutsch bleiben dürfen. Würde es Englisch werden, sollten wir uns in Bundesrepublik „Englischland“ umbenennen. Das ist bei der politischen Klasse, die Deutschland – noch – anführt, eine reale Gefahr. Ein Beweis von vielen: CDU und SPD lehnen vehement den Antrag ab, im Grundgesetz zu verankern, dass die Sprache dieser Nation Deutsch ist.

Englisch schleicht sich mehr und mehr als die fundamentale, verbindende Sprache in Deutschland ein. (Ich selbst habe in vielen Gedankensplittern immer wieder darauf hingewiesen, z.B., wenn ich mal nur die letzten nehme, im 152., 155., 157., 167., 168., 169.) Deutsche Hersteller von Geräten, um auch jetzt noch einmal nur eine von unzähligen “faulen Rosinen” herauszupicken, die für deutsche Kunden gedacht sind, schreiben nicht mehr „An“ und „Aus“ neben den Hauptschalter, sondern „On“ und „Off“.

Sollten dann unsere Kinder, die schon damit überfordert sind, halbwegs gut Deutsch zu lernen, nicht lieber gleich nur eine Sprache, nämlich die beruflich wichtige, Englisch lernen? Der Opa kann ihnen dann in der Küche als rein privates Hobby auch noch ein bisschen Deutsch beibringen, so wie das Günther Oettinger (CDU) in einem Interview mit dem Südwestrundfunk bereits 2006 gefordert hatte:

Englisch wird die Arbeitssprache. Ich glaube, jeder – egal ob Facharbeiter an einer Werkzeugmaschine, ob Geschäftsführer oder ob er Zahlen [auf Englisch!] oder Anleitungen liest – muss Englisch verstehen und Englisch sprechen können. Deutsch bleibt die Sprache der Familie, der Freizeit, die Sprache, in der man Privates liest.“

Ich weiß genau, dass das von den fortgeschrittenen Politikern, die sich weit von ihrem eigenen Volk entfernt haben, nicht wenige denken; sie halten es nur noch nicht für opportun, es laut zu äußern. Und sie hätten es auch fast geschafft, es dahin kommen zu lassen, wenn ihnen im letzten Moment nicht die „verdammte AfD“ in die Quere gekommen wäre.

Diese Politiker ignorieren die Meinung der Mehrheit des eigenen Volkes: Deutsch ist wichtig, und es braucht unbedingt mehr Aufmerksamkeit, Schutz und Pflege. Das haben in einer repräsentativen Umfrage von 2009 65 Prozent gesagt. Nur 12 Prozent fanden, dass das nicht so ist. (Wie stiefväterlich Deutschland mit seiner eigenen Sprache umgeht, zeigt sich auch schon daran, dass diese Befragung nicht in einer aktuelleren Zeit wiederholt wurde; ich jedenfalls finde auf Google diese Ergebnisse nicht, wenn es sie denn gibt.) Diese Missachtung des Kerneigenen, der eigenen Sprache, wird die etablierten Politiker – hoffentlich – noch teuer zu stehen kommen.

53 Prozent der Deutschen plädieren in einer Umfrage aus dem Jahr 2016 sogar für ein Sprachschutzgesetz nach französischem Vorbild. 42 Prozent sind dagegen. Daran zeigt sich für mich, wie sehr den Deutschen schon ihr sprachlich-kulturelles Rückgrat gebrochen wurde. Trotzdem ist das noch eine eindeutige Mehrheit, und es wird sich weiter in diese Richtung verschieben, je länger sich in der bisherigen öffentlichen Multikulti-Monokultur die AfD mit solchen Positionen bemerkbar machen kann.

Ich möchte den Verrat an der eigenen Sprache und Kultur stoppen und wie z.B. die Franzosen, Spanier oder Polen, bei denen selbstverständlich in der Verfassung steht, was die fortgeschrittene Klasse in Deutschland so rückschrittlich findet, Gesetze zum Schutz der eigenen Sprache erlassen. Das geht nur, wenn im Grundgesetz verankert ist: Deutsch ist die Sprache der Bundesrepublik Deutschland.

 

173. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist lustig (02.03.2018)

Es sei ja angeblich unverzichtbar, weil wir sonst nichts Niveauvolles mehr sehen würden. Und deswegen müssten die Intendanten von der Zwangsabgabe der „kleinen Leute“, GEZ genannt, Jahresgehälter kassieren, die über dem Gehalt eines Bundeskanzlers liegen. Logo – oder etwa nicht?

Gäbe es nur privatwirtschaftliches Fernsehen, würde ich ein Programm mit vielen politischen Gesprächsrunden abonnieren, die nicht, wie bei den Öffentlich-Rechtlichen erst zu nachtschlafender Zeit beginnen, sondern zu den besten Sendezeiten. Und ich glaube auch nicht, dass sich bei ihnen ein bemerkenswerter Schwachgeist halten könnte, der mir in den öffentlich-rechtlichen Programmen immer wieder begegnet (wenn doch, würde ich dieses Abo beenden und mir ein besseres kaufen):

Gute Menschen warnen dort davor, dass die AfD noch mehr Stimmen gewinnen könnte, wenn die „demokratischen Parteien“ (!!) nicht endlich die Probleme, wie sie sind, sehen und tatsächlich praktisch etwas dagegen tun würden. Gestern Abend war das z.B. in der Sendung „Ihre Meinung“ beim WDR so (ausnahmsweise schon mal um 20.15 Uhr, obwohl ich zugeben muss, dass ich mir das ewig gleiche Gelabere über das Für und Wider einer CDU-SPD-Koalition nicht bis zum Ende anhören konnte).

Da waren bestimmt 100 Leute dabei. Nach den gegenwärtigen Wahlumfragen müssten also 15 von ihnen die AfD wählen, aber alle, die zu Wort kommen, warnen nur davor, dass „die“ dann noch mehr Stimmen bekommen könnten. “Die“ müssten auch im Saal sein und ihre Meinung kundtun, wenn die Öffentlich-Rechtlichen tatsächlich bereit und fähig wären, ein reales Bild der Gesellschaft, wie sie ist, abzubilden. Aber sie sind in Wirklichkeit Volkserzieher, müssen das dumme lenken und schieben, wo es hin soll.

Von wegen demokratische Kultur. Ich höre immer wieder die mit tiefen Sorgenfalten vorgetragenen Bedenken, dass Neuwahlen zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht gingen, denn davon könnte und würde nur die AfD profitieren. Ach so, das Volk, der ungebildete Lümmel, darf nur gefragt werden, wenn sicher ist, dass er auch die richtigen Parteien wählt. Ist das die westliche, hochstehende Art der Demokratie, die der putinschen oder ungarischen so weit überlegen wäre?

Ist das Volk nicht immer der Souverän und was kann so falsch daran sein, es noch einmal zu fragen, damit es seinen Willen deutlicher ausdrücken kann, wenn ein vorhandenes Wahlergebnis die Regierungsbildung sehr erschwert? Genauso hatte die SPD argumentiert, als sie noch fest und sicher gesagt hatte, wir bleiben in der Opposition, und wir fürchten uns, wenn es sein muss, auch nicht davor, noch einmal nach dem Willen des Volkes zu fragen, inzwischen immerhin ungefähr ein Dreiviertel Jahr nach der letzten Wahl.

Dann könnte außerdem Frau Merkel immer noch eine Minderheitsregierung bilden, wenn es ihr nicht zu anstrengend wäre, im Bundestag für ihre Beschlüsse im inhaltlichen Diskurs Mehrheiten zu gewinnen.

Aber dann ginge es ja um die Sache, nicht um platte Ideologien nach der Art „Wir haben Europa so unendlich viel zu verdanken“ (und umgedreht?). Das ist ihr nicht zuzumuten.

 

172. Das ganze Leben ist eine Mogelpackung (01.03.2018)

Wer ein bisschen Lebenserfahrung und gelernt hat, über sie nachzudenken, weiß: Wir müssen uns selbst und unsere Mitmenschen betrügen, um überleben zu können; keiner kann sich nackt in der ganzen Wahrheit dessen, was er denkt, zeigen.

Trotzdem gibt es natürlich Abstufungen. Das Maß der Verlogenheit der politischen Klasse, also all der Leute, die in der Politik angesagt sind, mitsamt ihrer journalistischen und kulturellen Unterstützungstrosse, schwankt.

Peter Hahne deckt in seinem neuen Buch „Schluss mit euren ewigen Mogelpackungen! Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen“ (128 S., 10 Euro) auf, dass die politische Klasse der deutschen Gegenwart mit ihrer Königin Angela Merkel in ihrer Mitte die Kunst der politischen Lüge perfektioniert hat. Er ist einer der bekanntesten Journalisten (ZDF, Phönix) und Buchautoren (u.a. “Schluss mit lustig” und “Rettet das Zigeuner-Schnitzel”) Deutschlands. Deswegen kann er nicht so einfach als “Nazi”, “rechter Hetzer” oder wenigstens “Rechtspopulist” abgetan werden und auch nicht das, was wir – Sie und ich – aus seinen Büchern lernen. 

Das Buch bietet eine große Menge Material, um die Kritik an der gegenwärtigen Politik in Deutschland faktenreich zu unterfüttern. Eine Mogelei der Merkelianer besteht z.B. darin, ihren politischen Gegnern, die sie von rechts (wegen) kritisieren, „Postfaktizismus“ zu unterstellen, also ein emotionales Urteilen, das nicht von den Fakten gedeckt ist. Für oberflächlich Denkende ist das geschickt ausgedacht: Der Dieb schreit laut: „Haltet den Dieb!“

In Wahrheit ist es genau umgedreht: Emotionales Wunschdenken wird von den Merkelhubern praktiziert, die die Fakten einfach ignorieren. Peter Hahne weist das an vielen Stellen nach, z.B. bei der Flüchtings-Bildungs-Politik und der inneren Sicherheit.

Und er weiß – wie ich – sein Deutsch zu schätzen und zu lieben, das von keinem mehr bedroht wird als von der gegenwärtig herrschenden politischen Klasse in Deutschland, die, wenn sie es doch nur dürfte, viel lieber ganz auf Englisch kommunizieren würde, einer in ihren Augen höheren und besseren Sprache als Deutsch, als jetzt nur halb oder gar nur zu einem Viertel.

 

171. Bausparer wissen, wie sich Geduld auszahlt, wenn Jahr für Jahr über eine lange Zeit ordentlich gespart wird (26.02.18)

Das gilt leider auch negativ, wenn Jahr für Jahr über eine lange Zeit die Schulden zunehmen oder jetzt zwar weniger, aber immer noch viele Flüchtlinge Jahr für Jahr nach Deutschland kommen. Das summiert sich.

In Frankreich schrillen die Alarmglocken, weil 2017 zum ersten Mal über 100.000 Flüchtlinge das Land erreichten. Der gepriesene Menschheits- und Europabeglücker Macron, der in Wirklichkeit knallharte Politik für Frankreich macht – das ist als französischer Präsident ja auch seine Aufgabe –, verschärft die französischen Asylregelungen massiv.

Wenn sein Land bloß ein Zehntel der deutschen Ausgaben für Flüchtlinge pro Jahr bezahlen soll, ist das für ihn eine nationale Herausforderung, die zu sofortigen Änderungen in der Politik führt. In Deutschland verkauft es Herr Drehhofer als großen Erfolg, dass die Flüchtlingsaufnahme bei 180.000 bis 220.000 Zugängen pro Jahr gedeckelt wurde, wobei das kein wirklicher Deckel ist, sondern ein „atmender“, der, wenn genug Dampf gemacht wird, sich weiter heben kann und das Jahr für Jahr, nachdem schon viele Jahre vor 2015 Jahr für Jahr mehr kamen als in die anderen EU-Länder, wahrscheinlich sogar mehr als in alle anderen zusammen.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Eine anwachsende Quantität schlägt auch dann irgendwann in eine neue Qualität um, wenn sich das Anwachsen inzwischen verlangsamt hat. Das ist nicht nur schlecht für „die Deutschen“, sondern für alle, die sich inzwischen in Deutschland integriert haben und die leistungsbereit zu seiner wirtschaftlichen Kraft beitragen. Wenn das System überfordert wird, kippt es und dann kann es keinem mehr helfen, weder in Deutschland, noch woanders.  

 

170. Das vierte Jahr in Folge… (24.02.2018)

… versprechen uns die etablierten Politiker in Deutschland, dass endlich die Steuerlast der kleinen und mittleren Einkommen gesenkt werden müsste. Bisher sind diese Steuern und Abgaben die zweithöchsten in der EU.

Die große Koalition will aber die Bürger mit einer Streichung der Solizulage abspeisen (→ 161. Gedankenspliter), aber natürlich nicht sofort, sondern erst ab 2020 oder sogar erst 2021.

Und nun schallt es wieder durch die Medien: Das vierte Jahr in Folge nimmt der deutsche Staat Überschüsse bei den Steuereinnahmen ein, in diesem Jahr – nicht erst 2020 oder 2021 – sind es die bisher höchsten.

Wer diese Fakten im Zusammenhang sieht und trotzdem weiter die alten Parteien wählt, muss als kleiner und mittlerer Steuerbürger in Deutschland masochistisch veranlagt sein oder unter Wahrnehmungsstörungen leiden.

[Ich habe heute in der Kontroversdiskussion des Deutschlandfunks von Herrn Tichy gehört, dass in dieser Legislaturperiode insgesamt 100 Milliarden zusätzlicher, nicht eingeplanter Steuereinnahmen für den deutschen Staat auflaufen. Gerade einmal 10 Milliarden davon erhalten die Bürger, die das erarbeitet haben, zum Ende der Legislatur zurück. Das ist so, als wenn in einer Familie die größeren Kinder fleißig dazuverdienen und dann nur 10 Prozent davon behalten dürfen, weil der reiche Millionärsopa keine Abstriche hinnehmen will und weil in der Siedlung so viele arme Familien sind, in die hineingeschaufelt werden muss, was der fleißige Nachwuchs sich mit seinem eigenen Schweiß erarbeitet hatte. Einige "Arme" rechneten inzwischen damit und hatten sich schöne Ferien gemacht. - 26.02.2018]     

 

169. Stolz und Scham sind zwei Seiten einer Medaille (21.02.18)

Wer schamlos geworden ist, wer keine Würde des Eigenen mehr empfindet, ist dem Schwachsinn nahe, meint Sigmund Freud, zumindest dem moralischen Schwachsinn. Ich meine das auch.

I did it my way“, las ich vor kurzem in einem Leitartikel der LVZ. Warum nicht: „Ich ging meinen Weg“? Was ist schlechter an der deutschen Form? Dass sie nicht „britisch“ verschwurbelt ist?

Warum blinkt hier an allen möglichen „Schuppen“ – daher kommt das englische „Shop“ – ein „Open“ anstatt „Offen“? Wer behauptet, Ausländer könnten nicht verstehen, dass „offen“ „open“ heißt, ist doch nicht ganz dachclosed, bei dem tropfst doch rein; er ist ein Tick – oder zwei – zu weltopen.

Wer hat uns das Gefühl für die Würde des Eigenen genommen, unser sprachlich-kulturelles Selbstbewusstsein? Nichts anderes als das Streberhafte in der deutschen Mentalität, verbunden mit der Lust am sklavischen Vasallentum: Ich weiß was, ich kann Englisch, die bessere, die höherstehende Sprache!

Und die neue Generalsekretärin der CDU Frau Kramp-Karrenbauer sagt auf die Frage der Tagesthemenmoderatorin, wie sie dazu steht, dass in Berliner Restaurants Kellner ihre Gäste nur noch auf Englisch bedienen: Das sei ein Zeichen von Gastfreundschaft. Es ist ein Zeichen der kulturellen Entkernung und Erniedrigung: Ich bin bloß Deutschsprachiger, eigentlich habe ich in Berlin gar nichts (mehr) zu suchen. Deswegen versuche ich auch gar nicht, hochdeutsch zu lernen, sondern springe von meinem Dialekt gleich zum Englischen.

[Und wenn sich diese Nation musikalisch vorstellt in der Welt, ein Land, das große Komponisten hervorgebracht hat, dann natürlich - inzwischen - mit einem englischsprachigen Lied, höchstens ein einziges halbdeutsches ("I mog di so"), eins von sechs, ist noch in der Auswahl. Die Zeit, als diese Kulturnation mit ihrer eigenen Sprache erste Plätze errang, ist längst vergangen. - 22.02.2018]

 

168. Sag’ mir, wo das Ehrgefühl ist. Wo ist es geblieben? (20.02.2018)

Deutschland gibt in der Türkei verfolgten Wissenschaftlern befristete Arbeitsverträge, obwohl diese weder Deutsch können, noch die Absicht haben, es zu lernen. Der deutsche Bürger finanziert das mit seinen Steuergeldern. Um dann zu lesen, welche Ergebnisse die von ihm finanzierte Forschung gebracht hat, muss er erst einmal richtig Englisch lernen.

Welche Logik steckt dahinter? Nicht die, die nach Deutschland kommen, um hier Schutz zu suchen, müssen eine neue Sprache lernen, sondern die Deutschen müssen ihre Englischkenntnisse endlich akkurat auf einen akademischen Stand bringen.

Ich würde als verantwortlicher Politiker die Finanzierung streichen, wenn nach einer Übergangsfrist die wissenschaftliche Arbeit nicht auf Deutsch möglich ist. (So sind möglicherweise auch die Deutschen selbst motiviert, erst einmal wieder ein richtiges und differenziertes Deutsch zu lernen, bevor sie sich weiteren Sprachen zuwenden.)

Wann hat das angefangen in der stärksten Nation der EU, deren Sprache außerdem noch in fünf weiteren europäischen Ländern Amtssprache ist, in einer Nation mit einer eigenen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, die zu den bedeutendsten der Welt gehört? Sag’ mir, wo ist das Ehrgefühl, wo ist es geblieben? Es gibt doch genug englischsprachige Länder auf der Welt; wer Englisch für wichtiger hält als Deutsch kann sich doch dort um staatlich finanzierte Arbeit bemühen.

Im Übrigen hat sich direkt proportional zur Abwicklung des Deutschen in Deutschland als Wissenschafts- und Kultursprache die Anzahl der deutschen Nobelpreisträger verringert. Als die deutsche Wissenschaft noch Deutsch sprach, gehörte sie zu den führenden Nationen der Welt; jetzt, wo sie Englisch spricht, zu „ferner liefen“. Was ist die Antwort unserer politischen Klasse? Sie vermuten es schon richtig: noch mehr Englisch.  

Man muss schon was für sich tun. Das gilt für Menschen und Nationen, und das haben unsere Vorfahren gewusst: Von Nichts kommt nichts. Und das wissen z.B. auch die Franzosen.  

 

167. Ekelhaft, das Welke-Baby schauderts in der letzten Heute-Schau vor etwas Unglaublichem (19.02.2018)

Die Koreaner unterlegen ihren Eistanz doch tatsächlich – in der Originalspur!! – mit deutschsprachiger Musik. Unfass bzw. fass!! – das kann und darf doch nicht wahr sein. „Ich möchte meine angloamerikanische Einheitsmonokultur behalten!“, stampft das – zugegeben manchmal – “süße” und witzige Baby mit seinen dicken Waden auf.

Das muss man sich doch einmal vorstellen: Wie kommen die Koreaner dazu, Musik mit der Sprache der bevölkerungsreichsten Nation der EU bzw. des zweitgrößten Volks nach den Russen in Europa für ihren offiziellen Olympiaauftritt zu verwenden! Das ist doch völlig undenkbar – für einen Edelgutti-Deutschen wie ihn; ein solcher entledigt sich nämlich zunehmend der eigenen Sprache, tauscht sie mit englischen Versatzstücken aus.

Das ist auch volksnäher, weil einfacher, da muss man nicht mehr so viel deklinieren. 

 

166. Das Personalkettenkarussell unserer politischen Klasse (09.02.2018)…

… ist außer Kontrolle geraten, es rast. Frau Merkel soll es herausgeschleudert haben. Sie ist in einem großen Bogen in einen Marmeladenkonzern geflogen. Als die Feuerwehr kam, war sie fürbass erstaunt: Frau Merkel saß inmitten zerbrochener Kisten und hatte begonnen, Früchte zu entkernen. Sie wurde dabei immer emsiger. Das gefiel der Konzernführung.

Eines allerdings nicht: Die besten Früchte, rot-schwarze knackige Knupperkirschen, eigentlich hocharomatisch und nährstoffreich, nahmen als entkernte Fruchtmasse den Geschmack fader Undefiniertheit an, aber nur die, die Frau Merkel persönlich entkernt hatte. „Deutsche Knupperkirsche“ stand zwar noch auf dem Etikett, aber Pflaume war längst draus geworden, eine gemeine Allereuropaspflaume mit der Erinnerung an Kirschgeschmack.

Das schnelle Entkernen fand der Konzern gut, aber den faden Geschmack nicht. Der Streit ist unentschieden. Für Frau Merkel spricht allerdings noch, dass sie den Einheitspflaumengeschmack als Menschheitsfortschritt anzupreisen versteht: Endlich sind alle gleich, endlich darf nun jeder eine Pflaume sein (und entkernt dazu), was unvermeidlich sei für den guten Umgang der europäischen Früchte miteinander.  

 

165. Wozu die Übereifrigkeit, Polen eigene Gebiete abzutreten, führen kann: zu „polnischen Konzentrationslagern“ (07.02.2018)

Gestern Abend wurde auf Phönix der Film „Die Havel von oben“ wiederholt. So etwas Beschauliches sehe ich sehr gern, zumal es mit meiner Geburtsstadt Brandenburg an der Havel zu tun hat. Meine Vergesslichkeit schützt mich davor, im destruktiven Ärger stecken zu bleiben. So hatte ich schon wieder eine Szene dieses Filmes von unglaublich dummer politischer Korrektheit vergessen.

1914, verkündet der Film, wurde der Oder-Havel-Kanal in Betrieb genommen, um eine Verbindung zwischen Berlin und der „polnischen Ostseeküste“ herstellen zu können. Der unbedarfte deutsche Zuschauer, vor allem der, der Stettin aus eigenem Erleben nicht mehr als eine unzweifelhaft deutsche Küstenstadt kennt, wundert sich vielleicht kurz darüber, dass das deutsche Kaiserreich so polenaffin gewesen sein soll. Womöglich hatte Kaiser Wilhelm II. damals schon geahnt, wie “eng” und “freundschaftlich” Deutschland und Polen 100 Jahre später in der EU zusammenarbeiten werden, vermutet er vielleicht noch kurz, und dann ist es schon weitergegangen im Text.

Nein, liebe Kinder, Gerhart Hauptmann ist kein polnischer Schriftsteller. Er ist Schlesien geboren und hat dort gelebt in einem Gebiet, das über die Jahrhunderte deutsch war. Jetzt ist es polnisch, und er ist trotzdem immer noch ein deutscher Schriftsteller, so wie es heute immer noch richtig ist, dass 1914 mit dem Oder-Havel-Kanal die Verbindung zwischen Berlin und der damals deutschen Hafenstadt Stettin hergestellt werden sollte.

Dieses übereifrige Abgeben und Zugestehen des Eigenen an Polen mögen diese verständlicherweise aber gar nicht, wenn es sich um Konzentrationslager handelt. Also Obacht mit dem Überschwang des Verzichts auf das ursprünglich Eigene. 

 

164. Doppelt hält nicht besser, vor allem bei der Moral nicht (05.02.2018)

Frau Maischberger entlarvte in ihrer letzten Sendung am 31.01.2018 die Doppelmoral der herrschenden politischen Klasse in Deutschland. Ralf Stegner, einer ihrer prominenten Vertreter, der im Mai 2016 auch schon dazu aufgerufen hatte, nicht nur Positionen der AfD, sondern auch deren Personal zu attackieren, gebärdete sich als Opfer politischer Diskriminierung, weil er von Seiten der Rechten immer wieder als „Hackfresse“ bezeichnet werde: „Das ist eine Sprache, die gehört nicht in die Welt der demokratischen Parteien“, sagte er.

Gauland fiel darauf auf die Schnelle nichts Rechtes ein. Da sprang ihm Frau Maischberger zur Seite. Sie wusste, dass Stegner Gauland zuletzt als “widerlichen, senilen Hetzer” bezeichnet hatte, zudem als “ekelhaft”.

Stegner geriet in Erklärungsnot: “Das ist immer noch anders, würde ich sagen…” Maischberger war da anderer Meinung: “Seniler, alter Hetzer … Naja.”

Ich würde sagen, er hat schon recht, das ist noch anders, nämlich schlimmer. Mir kommt „Hackfresse“ im Vergleich dazu harmlos vor, vor allem, wenn sie auch noch treffend die typische Äußerlichkeit herunter gezogener Mundwinkel bezeichnet. Auch so verquirlen und verwirbeln sich die „großen“ Volksparteien CDU und SPD bis zu Ununterscheidbarkeit. Mir jedenfalls kommt es so vor, als wenn die Mundwinkel von Frau Merkel immer öfter denen von Herrn Stegner ähneln.

Bezeichnend ist, dass Herr Stegner keinerlei Unrechtsbewusstsein hat. Er lebt in einer anderen, seiner eigenen Vorzugs- und Vorrechtswelt: Wer links ist, darf das, Hetze ist es nur, wenn es von rechts kommt. Auch in dieser Beziehung gilt: Wir holen uns unser Land zurück. 

 

163. Ahnungsvolle Unterstellungen, gepaart mit Jagdeifer, führen zum Ende jeder Menschlichkeit (01.02.2018)

Sie hat rote Haare und „stechende“ Augen – das konnte im Mittelalter das Todesurteil bedeuten für eine angebliche Hexe, in Wirklichkeit eine arme Menschenfrau. Wer ihr helfen wollte, wer nicht so dumm war, ihre fassungslose Verzweiflung nach der Folter oder auch schon davor als weiteren Beweis für den Fanatismus, der nur einer Hexe eigen sein konnte, misszudeuten, musste erst einmal seinen generellen Abscheu vor Hexen bekunden und dass es sie natürlich gibt.

Erst danach konnte er versuchen, in diesem Einzelfall für Menschlichkeit zu plädieren und zu beweisen, dass diese Frau in Wirklichkeit fromm und brav war.

Wir sind heute nicht viel besser; ich könnte daran verzweifeln, wie sich die eifernde Dummheit durch die Geschichte zieht. Juden mit einer angeblich großen Hakennase und finsterem Gesicht könnten nur schlechte Menschen sein, Schädlinge am gesunden Volkskörper, behaupteten die Nazis und schon lange vor ihnen andere Antisemiten und das bis heute.

Araber, Türken, Moslems, Deutsche – viele pflegen das finstere Vorurteil voneinander. Der Antisemitismus sei immer Bestandteil der deutschen Volksseele geblieben, über die Jahrhunderte, höre ich in den vergangenen Tagen immer wieder. Ist er in unserer DNA verankert, sind wir Deutschen von unserer Rasse her rassistisch, sozusagen biologisch vorherbestimmte Nazis? Das behauptete vor einigen Jahren der US-amerikanische Autor Daniel Jonah Goldhagen, und er bekam viel Zulauf von eifrigen und eifernden Deutschen, die am liebsten in ein besseres, höherstehendes Volk, z.B. das US-amerikanische, aufsteigen wollten.

Ist das die höchste Form des Antirassismus bzw. Rassismus, einzelne Menschen nicht wegen ihres konkreten Verhaltens als rassistisch zu beschimpfen, sondern weil sie einem bestimmten Volk angehören?

Lange vor dem Dieselskandal wurden Untersuchungen zu den schädlichen Wirkungen von Stickoxiden durchgeführt. Macht nichts, wenn die Empörungsmaschinerie mit ihren wabernden Unterstellungen erst einmal angelaufen ist.

“Allerdings erscheinen die Enthüllungen nun in etwas anderem Licht, denn die Uni Aachen betont: Es gebe keinen Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal. Die Studie von 2013 – lange vor dem VW-Abgasskandal – habe sich nämlich nicht speziell mit Autoabgasen befasst, sondern mit dem Stickstoffdioxid-Grenzwert am Arbeitsplatz. Das erklärte Studienleiter Thomas Kraus. “Experimentelle Untersuchungen mit Arbeitsstoffbelastungen unter strengstens kontrollierten Bedingungen gehören zu den wissenschaftlichen Aufgaben der Arbeitsmedizin, um Arbeitsplätze sicherer zu machen und schädlichen gesundheitlichen Effekten am Arbeitsplatz vorzubeugen. Damit dient die Studie der Optimierung der Arbeitsplatzsicherheit, zum Beispiel für LKW-Fahrer, Kfz-Mechaniker und Schweißer”, teilt die Uni mit.” Der ganze Artikel

Irgendwelche emotionalen Aufreger, am besten nach dem Vorbild der BILD illustriert mit starken Fotos (Äffchen machen sich immer gut), erst in die Welt zu setzen und sie dann, wenn sich die Faktenlage anders darstellt, nur halbherzig oder gar nicht zurückzunehmen, wird der AfD gern als Muster unterstellt. Die besseren Menschen in Deutschland beherrschen dieses Muster mindestens ebenso gut, wie sich auch an diesem Beispiel zeigt.

Und wer hatte sofort seine tiefste geäußert, Abscheu natürlich, ganz offiziell über ihren Regierungssprecher? Unsere Bundeskanzlerin, besser gesagt: Die Euro- und Weltkanzlerin Angela Merkel! Die deutschen Dieselmotoren sind die besten der Welt. Was liegt da näher, als gemeinsam mit der Konkurrenz auf ihnen herumzutrampeln, natürlich nicht auf den Dieselmotoren insgesamt, sondern speziell auf den deutschen. Dass selbst neue ausländische Dieselfahrzeuge in der Regel wesentlich mehr Schadstoffe ausstoßen als die neuen deutschen, verschweigt die politische Klasse in Deutschland (siehe den 122. Gedankensplitter hier auf dieser Seite).

Wieso muss jemand, der sagt, dass Deutschland eine 1000jährige Geschichte hat, damit das 1000jährige Reich der Nazis meinen? Wieso ist der Verweis auf die Gebärfreudigkeit anderer Völker rassistisch? Er ist eine Beschreibung von Tatsachen, und Deutschland könnte sich von dieser Freudigkeit manche Scheibe abschneiden und tut es inzwischen zum Glück auch.

Kann jemand, der sein Vaterland liebt und seine Kultur und Sprache erhalten will, nicht einfach nur ein Patriot sein, wie es sie in vielen anderen Ländern auch gibt.

Jede passe bei sich selber auf, dass er nicht mit diffamierenden Unterstellungen beginnt, denn diese führen in den Abgrund und sind von ihrem Wesen her zutiefst nazistisch.       

 

162. Der islamistische Antisemitismus ist in Deutschland eine Lappalie, ein Randproblem im Vergleich zum neonazistischen (31.01.2018)

Das habe ich der letzten Gesprächsrunde mit Anne Will am vergangenen Sonntag entnommen. Bedeutungsschwer verkündete die Berliner Staatssekretärin und SPD-Politikerin Sawsan Chebli, dass 90 Prozent des Antisemitismus in Deutschland auf das Konto deutscher Neonazis gingen. Alle Gesprächsteilnehmer stimmten ihr eifrig zu.

Da liegt der Gedanke nahe, dass vom verpflichtenden KZ-Besuch, den Frau Chebli empfiehlt, die nichtdeutschen Jugendlichen ausgenommen werden sollten, denn schließlich sei ja Antisemitismus vor allem, zu 90 Prozent, ein ureigenes deutsches Problem.

Im 1. Teil des Films „Fack ju Göte“ kündigt der Aushilfslehrer, der in Wirklichkeit gerade der richtige ist, seiner 10. Klasse eine Exkursion an. Stimme aus dem Hintergrund: „Aber nicht schon wieder ins KZ!“ Vielleicht war das so ein Unbeteiligter, der hätte dann ja in der Tat Grund für diesen Protest.

Der Einfluss (deutscher) Neonazis muss weit reichen. Der Exodus der jüdischen Bevölkerung aus Frankreich geht dann bestimmt auch nur zu einem geringen Anteil auf den Antisemitismus islamistischer Fundamentalisten in Frankreich zurück. Vielleicht haben, wenn ich die Diskussion bei Anne Will ernst nehme, in Wirklichkeit nicht sie, sondern Neonazis die Attentate auf Juden verübt, wahrscheinlich sogar deutsche?

Wenn der Verfassungsschutz seine Kräfte umgruppiert und im Verhältnis von 9 zu 1 zuerst auf den Antisemitismus deutscher Neonazis schaut und sozusagen nur nebenbei und am Rande danach auch ein bisschen auf den der Islamisten in Deutschland, werden wir das sicher bald erfahren.

Hurra, wir sind wieder mal die Größten, wenigstens von hinten.

Scheiternde Systeme und fallende Staaten zeichnen sich durch Realitätsverweigerung aus. Das war in der DDR auch so, desto mehr, je mehr sie an ihr Ende kam. 

[In der BILD vom 17.05.2018 schreibt der bekannte deutschjüdische Historiker und Publizist Prof. Michael Wolffsohn auf S. 2:

„Anders als die amtliche Statistik uns einzureden versucht, gehen aber die meisten mündlichen und körperlichen Angriffe auf Juden seit Jahren von Muslimen aus.“ - 17.05.2018]

 

161. Meinem Vaterland geht’s wie mir: Der Bauch kommt nicht weg (14.01.2018)

Wie haben sie alle lamentiert, unsere Volksvertreter, besonders die in den „Volks“parteien CDU und SPD: Die kleinen und mittleren Einkommen müssten endlich steuerlich entlastet werden, der „Mittelstandsbauch“ der kalten Progression müsse endlich weg. Zugleich verhindert die CDU mit Klauen und Zähnen eine höhere Besteuerung der Reichen, und die SPD gibt gerne nach, wahrscheinlich weil die Verhandler alle ein höheres Jahreseinkommen als 100 000 Euro haben, wo ich mit einer Steuererhöhung ansetzen würde.

Wieder nichts! Man will uns abspeisen mit der schrittweisen Abschaffung des „Soli“. Und das, obwohl Deutschland einerseits zu den Ländern mit den höchsten Steuern und Abgaben in der Welt für mittlere und kleine Einkommen gehört und andererseits zu denen mit den gegenwärtig höchsten Steuerüberschüssen.

Aber dafür haben unsere Eliten schon andere Verwendung: Zitternd vor Vorfreude verkünden sie, dass Deutschland bereit ist, mehr für „Europa“ zu zahlen als bisher und das, obwohl Deutschlands Nettobeträge schon jetzt höher sind als die von Frankreich und Großbritannien zusammen genommen (35. Gedankensplitter). Dafür, sozusagen als ausgleichende Gerechtigkeit, hat Deutschland nur halb so viel zu sagen wie jeder einzelne dieser Siegerstaaten und schon gar nicht – wie diese – in ihrer eigenen Sprache, obwohl hinter ihnen jeweils nur halb so viele EU-Bürger stehen wie hinter den (auch) deutschsprachigen EU-Ländern. Auf Anhieb wird deutlich, die EU bringt Deutschland nur Vorteile, wie unsere Eliten gebetsmühlenartig verkünden. Die Zollfreiheit in der EU bringt Deutschland als größter Exportnation der Welt tatsächlich Vorteile, aber dafür brauchen wir sie nicht als politische Vereinigung.  

Es ist einmalig, dass sich die verantwortlichen “Eltern” einer “Familie” – mit kalter Progression, mit medizinischem und Bildungs- und anderen Notständen – damit brüsten, das vorhandene Familieneinkommen vermehrt für die Hausgemeinschaft ausgeben zu wollen, einer Hausgemeinschaft mit vielen und zunehmenden, unübersichtlichen Wohnverhältnissen. Da ist klar, dass die Herren Juncker und Macron das nur auf das Freudigste begrüßen können.

Im – wie ich finde: gelungenem Mehrteiler – „Tannbach“, den das ZDF vor kurzem sendete, wurde uns noch einmal vor Augen geführt, dass die Rechnung „größer = besser“ nicht stimmt. Die LPG war eine Vereinigung von Klein- und Mittelbauern und hat ihnen genauso wenig genutzt, wie das bürokratische Monstrum EU den einzelnen Nationen nutzt, jedenfalls den Geber-Nationen nicht; die anderen werden nur dazu verführt, zu tricksen und die EU-Subventionen in dunklen Kanälen versickern zu lassen. Macht nichts! Deutschland zahlt’s ja nicht nur, sondern ist sogar begierig darauf, noch mehr „beizutragen“. Der letztendliche ganze Zweck der “LPG” EU ist ja, den “Großbauern” Deutschland im Zaum zu halten – das geben EU-Repräsentanten sogar zu – und ihn auf ewig immer mehr zahlen zu lassen (das geben sie nicht zu).

Das ist das Drama einzelner Menschen und Nationen, die sich nicht selbst lieben können, sondern eine Bedeutung nur gewinnen, wenn sie sich in der Gruppe verstecken können, ähnlich einem unreifen Jugendlichen, der sich nur in seiner Meute groß fühlt.

Damit ist natürlich nichts gesagt gegen Zollfreiheit und die kameradschaftliche Zusammenarbeit freier und eigenständiger Nationen in Europa.  

 

160. “Zwei stolze Völker“ (09.01.2018)

Herr Gabriel hat den türkischen Außenminister zu sich nach Hause eingeladen, ein Zeichen besonderer Vertrautheit. Dieser redet zum Dank dafür davon, dass es sich bei den Türken und den Deutschen um zwei stolze Völker handele.

Ich habe selten so gelacht. Wir dürfen ja noch nicht einmal ein Volk sein, geschweige denn, ein stolzes, wir sind nur eine Bevölkerung, die auf alles Mögliche stolz ist, zuallerletzt auf ihren deutschen Ursprung.

Herr Gabriel sollte die Außenminister auch noch anderer Militärdiktatoren zu sich nach Hause einladen, dann kriegen wir noch andere lustige Sachen zu hören.  

 

159. Rassismus hat das Deutsche klein gemacht (08.01.2018)

Es war ein schönes Städtchen am Rand der österreichisch-ungarischen Monarchie, in der Bukowina, in dem Aharon Appelfeld, geborener Erwin Appelfeld, aufwuchs. So beschrieb es der israelische Schriftsteller, der vor kurzem mit 85 Jahren gestorben ist, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. 2002 sagte er in einem Gespräch mit der LVZ:

Die Juden – nicht nur die in Deutschland – waren sehr deutsch. Bei uns zu Hause war ‘deutsch’ mehr als eine Sprache, es war eine Kultur, ja eine Religion. Und aus dieser Kultur sollten nun diese bösen Geister stammen? Umso größer war das Entsetzen, es hat die Struktur des Denkens geändert, bedeutete eine schreckliche Revolution: Wenn diese Musik zu dieser Kultur gehört, müssen wir über Musik nachdenken. Wenn diese Literatur zu dieser Kultur gehört, müssen wir über Literatur nachdenken. Wenn das Kultur ist, müssen wir über Kultur nachdenken.“ (LVZ vom 5.1.2018, S. 10)

Der nationalsozialistische Rassenwahn hat das Deutsche in Mittel- und Südosteuropa zerstört, schöne romantische Städtchen in der Bukowina und nicht nur dort, genauso wie die ganze deutschsprachige jüdische Kultur dort. Hitler war nicht zuerst Nationalist, er war zuerst Rassist und hat dafür die deutsche Kultur und Nation geopfert. Die Eltern von Aharon Appelfeld wollten einfach nur Europäer sein, nicht Juden, deswegen nannten sie ihren Sohn auch Erwin. Nur die Menschen um sie herum behandelten sie weiter als Juden.

Eine erstaunliche Parallele zum heutigen Deutschland. Wenn es nach einem Großteil seiner Eliten ginge, will es zuerst “Europa“ sein und wird von den anderen doch weiter als Deutschland behandelt.

Aharon Appelfeld hat seine Schlussfolgerungen gezogen und sich zum Judentum bekannt. Deutschland wird sich auch zuerst zu sich selbst bekennen müssen, wenn es international gemeinschaftsfähig werden will.

 

158. Eine mutige Polizeibeamtin legt sich mit dem Leipziger Oberbürgermeister an und hat dafür meinen ganzen Respekt (05.01.2018)

Man liest ja an Mästen und Häuserwänden so einiges, wenn man wie ich ein guter und aufmerksamer Spaziergänger ist. Vor kurzem haben ich Folgendes gelesen (ich schreibe es aus dem Gedächtnis auf und kann mich für die Aussage verbürgen, allerdings nicht für jedes einzelne Wort) :

Brecht das Gesetz, wo ihr könnt, und den Bullen jeden Knochen einzeln. Sie wollen unser Leben stören, sie haben es nicht anders verdient!

Das stand unter einer Fotografie von Polizeibeamten. So viel Hass, so viel gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit! [Offenbar handelt es sich um total verzogene "Kinder", die nun inzwischen allergisch auf jede Art Regel reagieren, deshalb nach meinen Erfahrungen zum Beispiel auch immer wieder Punkte in Flensburg sammeln und sich auf diesem Gebiet oftmals nur deswegen "zusammenreißen" können, weil hier einmal eine tatsächliche, praktische Folge droht: der Führerscheinentzug. - 07.01.18]

Wenn ein anderes Schimpfwort für Menschen dastände, nicht „Bullen“, sondern z.B. eines, das Ausländer betrifft, wäre, glaube ich, die Straße gesperrt, Blaulicht allerorten und Kriminaltechniker würden den Aufkleber untersuchen, um die Verantwortlichen zu fassen.

Aber so. Es handelt sich ja offenbar nur um Menschen niederer Qualität, zu Nazizeiten „Untermenschen“ genannt, es sind ja nur deutsche Beamte.

Passend dazu erscheint in der Leipziger Volkszeitung von heute der Lokalteil mit dem Aufmacher: „Polizeibeamte haben Sorge, dass sie auch privat angegriffen werden“ (S. 15). Eine mutige Polizistin, die Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, spricht in dem Artikel Klartext:

‘Wenn nach geltender Rechtslage keine Haftgründe vorliegen, sind festgenommene Tatverdächtige eher wieder zu Hause als wir Polizeibeamte.’ Gerade die gewaltbereite linke Szene habe in den vergangenen Jahren massiv zugenommen… Mittlerweile würden Linksautonome aus dem ganzen Bundesgebiet hierher ziehen. ‘Und die finden richtig Gefallen an Straßenschlachten in Leipzig.’ … ‘Wenn ein Gebäude illegal besetzt wird, muss Strafantrag gestellt werden und nichts anderes’, fordert sie und verwies auf einen Fall aus dem Jahr 2016: Da hatte eine linke Gruppierung die ehemalige Führerscheinstelle in der Platostraße besetzt und sich kurz darauf zu einem fast zweistündigen Kaffeekränzchen mit Oberbürgermeister Jung (SPD) getroffen… Zeitweise kursierten in der linksexttremen Szene sogar Listen, auf denen stand, welcher Beamte privat welches Auto fährt… Unlängst sei versucht worden, ihren Privatwagen direkt vor der Polizeidirektion anzuzünden. Das Fahrzeug einer Kollegin sei voriges Jahr einer Brandstiftung zum Opfer gefallen…

Angesichts dieser Erfahrungen hält die sächsische DpolG-Chefin eine Strafverschärfung für schweren Landfriedensbruch für absolut notwendig. ‘Derzeit gilt dies nur als Vergehen, erforderlich wäre eine Einstufung als Verbrechenstatbestand mit einer Mindeststrafe von einem Jahr. ‘Es ist ja keine Abschreckung, wenn die Täter wissen, dass nach ein paar Arbeitsstunden die Sache für sie erledigt ist, obwohl es sich um sehr massive Übergriffe handelt“, sagt Martin. ‘Zudem ließen sich in solchen Fällen dann auch die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft prüfen.“

Herr Maas, führen Sie Ihr Geschäft als Justizminister. Hier geht es nicht um nur verbale Hasskriminalität, sondern um schon praktisch ausgeführte, die Menschenleben ernsthaft gefährdet. Es ist Gefahr im Verzug. Noch einmal Frau Martin:

‘Es ist aber aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis ein Beamter derart in Bedrängnis gerät, dass er keinen anderen Ausweg mehr sieht, als seine Waffe zu ziehen.’ Es sei ja mittlerweile schon gängige Machart, die Polizei bei größeren Einsätzen gezielt zu provozieren, um dann vermeintliche Übergriffe von Beamten mit dem Smartphone zu filmen.“          

 

157. “Don’t cut my factory out of Plagwitz” (24.12.2017)

Das habe ich gerade beim Weihnachtsspaziergang auf einem Aufkleber an einem Auto von Siemensgewerkschaftern gelesen. Das erste, was mir dazu einfällt, ist: Don’t cut my Sprache out of Deutsch-Land.

Wer die in diesem Land ansässige Sprache aus ihm herausschneidet, sollte sich dann nicht aufregen, wenn dasselbe auch mit seiner factory in Plagwitz geschieht.

Eine einzige Herausschneiderei. Da sollten wir doch mal einen cut machen.

So wie der Herr auch das Gescherr: Siemens wirbt in Russland auf Russisch, in Frankreich auf Französisch, in Spanien auf Spanisch. Und in Deutschland? Wer dieses Land kennt und seine Konzerne, der weiß, natürlich auf Englisch. Offenbar halten die meisten Siemens-Mitarbeiter vom Management bis zu den Gewerkschaften Deutschland immer noch für ein nicht souveränes, besetztes Land, zumindest kulturell, ohne eigene Kultur und Sprache, jedenfalls ohne eine, mit der man sich sehen und hören lassen kann. 

(Haben Sie an dem Tag, an dem der Herrgott zu den Menschen kommt, sozusagen in ihre Welt hineingeschnitten wird, nichts Wichtigeres zu sagen? Nein, gerade nicht.)   

 

156. Wir brauchen einen Wettbewerb zwischen den Schulen (20.12.2017)

  1. Die zunehmenden Bildungsprobleme sind nicht auf administrativ-bürokratischem Weg lösbar, sondern nur durch eine Zunahme der Eigenverantwortung der Lehrer und Eltern, z.T. auch der älteren Schüler.
  2. Der ewige ideologische Streit über Hauptfragen der Bildungs- und Erziehungspolitik (Wie lange gemeinsames Lernen? Hierarchische Ordnungen in der Schule – hilfreich oder nicht? Straffer Frontalunterricht als Kern des Bildungsgeschehens oder Projekt- und Freiarbeit?) legt die pädagogische Kraft der Lehrerkollegien lahm, neutralisiert sie, weil sich Fraktionen bekämpfen und gegenseitig blockieren.
  3. Wie immer im Leben gibt es bei komplexen Fragen keine „reinen“ Antworten: 100 Prozent Ja zu einer Seite und 0 Prozent zur anderen. Je nach einem bestimmten Bezug wird es z.B. 60 Prozent Ja und 40 % Nein heißen, was sich bei einer anderen Stellung von Teilfragen schon wieder wenden kann. Trotzdem brauchen wir den Mut, uns zu bekennen, wozu wir auf einem aktuellen Stand der Erkenntnis insgesamt mehr neigen und wozu weniger.
  4. Ich neige mehr zum gemeinsamen Lernen bis zur 9. Klasse (siehe auch schon den 12. Gedankensplitter hier auf dieser Seite), wie das international üblich ist, unter der Bedingung, dass wir die Lerneffektivität in der neunstufigen Grund-, Volks- oder Gemeinschaftsschule massiv erhöhen können. Das muss vor allen Dingen durch eine klare soziale Ordnung in den Schulen geschehen: Wer die Verantwortung trägt, muss auch führen, er muss die Mittel haben, sich durchzusetzen und böswillige Störer, die nicht aus kindlichem bzw. jugendlichem Übermut den Unterricht gelegentlich behindern, sondern dies immer wieder aus einer prinzipiellen Antihaltung heraus tun, so zu bestrafen, dass ihnen die Nachteile ihres unsozialen Verhaltens rechtzeitig, bevor es sich endgültig verfestigt hat, deutlich werden und sie es lieber lassen. Der Spruch „Erziehen statt strafen“ ist ein dummer Zeitgeist-Spruch, [ähnlich dümmlich wie die Behauptung westdeutscher Sportreporter beim legendären Fußballspiel BRD : DDR, "Deutschland" würde gegen die DDR spielen - 14.01.18], weil die maßvolle Strafe auf der Grundlage der wohlwollenden Achtung des Schülers eine wichtige Methode der Erziehung ist.
  5. Das Für und Wider hinsichtlich dieser Fragen kann aber nicht akademisch entschieden werden (siehe 3.), sondern nur praktisch im Wettbewerb der verschiedenen Modelle.
  6. Deswegen brauchen wir eine freie Schulwahl für Lehrer und Eltern. Es finden sich die zusammen, die zusammen passen und gemeinsam ihre pädagogischen Grundsätze umsetzen, die dazugehörigen konkreten Formen des Lehrens und Lernens, einschließlich Ritualen und Umgangsformen, entwickeln und erproben, wobei gilt: Lernen beim Tun, jeder trägt die Hauptverantwortung in seinem Bereich: Die Lehrer in der Schule, die Eltern in ihren Familien.
  7. Wer als Eltern keine besonderen Ambitionen bezüglich der Schulen seiner Kinder hat, nimmt einfach die nächstgelegene, muss sich dann aber auch bewusst dafür entscheiden, die dort vertretende Erziehungs- und Bildungsphilosophie gegenüber den eigenen Kindern zu vertreten.
  8. Diese freie Wahl darf aber nicht von oben gleichmäßig mit der Gießkanne finanziert werden, dafür ist der Bildungserfolg viel zu wichtig. Ob es gelingt, ihn zu gewährleisten, entscheidet über den Lebensstandard der ganzen Gesellschaft.
  9. Eltern erhalten nach dem schwedischen Modell Bildungsgutscheine: Pro Kind und Schuljahr ca. 10.000 Euro. [Muss nachgerechnet werden, ist wahrscheinlich immer noch entschieden weniger, als Sachsen jetzt gießkannenmäßig pro Jahr und Schüler ausgibt.] In den öffentlichen oder privaten Schulen, wo Eltern ihre Kinder anmelden, lösen sie die Bildungsgutscheine ein. Eltern müssen sich in der Regel für ein Schuljahr entscheiden. Schulen können in der Probezeit bis zu den Herbstferien Schüler, die trotz pädagogischer Bemühungen schulinkompatibel bleiben, wieder ausschließen. Sie werden das nicht leichtfertig tun, weil sie dann den Bildungsgutschein anteilig zurückzahlen müssen.
  10. Andererseits werden Eltern lernwilliger Schüler, die ihren Bildungsgutschein an einer Schule eingelöst haben, nicht dulden, dass störende Schüler auf die Dauer die Lernerfolge ihrer eigenen Kinder beeinträchtigen und dann ihrerseits drohen, die Schule zu wechseln, was in der Regel nur jeweils mit Beginn eines neuen Schuljahres möglich ist. Auf diese Weise können die Schulen auch dann nicht dauerhaft störende Schüler halten, wenn sie für sie weiter oder sogar zusätzlich bezahlt werden und spezielle Maßnahmen ergreifen, die aber ohne nachhaltigen Erfolg bleiben. “Es wird ernst” – das ist eine nicht zu unterschätzende Motivation für eine Verhaltensbesserung, denn ein unsoziales Störverhalten kann und will sich in Wirklichkeit nur der Mensch leisten, der spürt, dass er sowieso sicher ist, egal, was er macht oder sein lässt. Dieses Urvertrauen ist zwar für kleine Kinder existentiell wichtig, kann aber für Schulkinder und noch Ältere nicht mehr in der gleichen Weise gelten, wenn sie sich psychisch entwickeln sollen. In Suchtkliniken wird das z.B. konsequent und “brutal” praktiziert.   
  11. In die Schule zu gehen, ist in Deutschland ein Grundrecht, es muss aber wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein rücken, dass dies auch eine hohe Ehre ist, die die Gesellschaft viel Geld kostet und derer sich Schüler und Eltern würdig erweisen müssen. Wer nicht reif dafür ist, muss sich das Recht, in die Schule gehen zu dürfen, sozusagen einer „Weißkittel-Tätigkeit“ nachzugehen, durch praktische Arbeit erst wieder erwerben.
  12. Er muss dies durch einfache körperliche Arbeiten landwirtschaftlicher, handwerklicher oder dienstleistender Art tun. In sonderpädagogischen Werksabteilungen freiwilliger Verbünde von Schulen und der Jugendhilfe, wird er die Sekundärtugenden – v.a. Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit, Ausdauer und Höflichkeit – nachlernen, die für ein erfolgreiches, die Mitschüler nicht behinderndes Lernen erforderlich sind (siehe den 31. Gedankensplitter vom 7.9.16.)
  13. Das Klima an diesen sonderpädagogischen Werksabteilungen wird durchaus ein freundliches sein; viele Kinder und Jugendliche, die sich der geistigen Tätigkeit verweigerten, fühlen sich bei praktischen Arbeiten wohl. Es wird aber auch ein bestimmtes und konsequentes sein, das den Schülern hilft, für ihr Leben zu lernen: Jedes Verhalten hat seine Folgen, positives, rücksichtsvolles bringt spürbare Vorteile, mitmenschenverachtendes, rücksichtsloses führt zu spürbaren Nachteilen. Pädagogische Durchsetzungskraft trägt zu einem positiven sozialen Klima in der Schule mehr bei als hilflose Lehrer, die fast ebenso sehr gemobbt werden wie die dort am meisten ausgegrenzten Schüler.
  14. Es ist kaum vorstellbar, wieviel Leid den Familien durch eine so rechtzeitig gestoppte Fehlentwicklung erspart bleibt und auch Unbeteiligten, deren Chancen so wachsen, nicht Opfer kriminellen Verhaltens zu werden, gegen das angeblich nichts getan werden konnte.
  15. Eine alternative bzw. parallele Möglichkeit sind auch Nachschulungskurse an Freitagen oder den Wochenenden für verhaltensauffällige Schüler und erziehungsgeschwächte Eltern. („Die ungezogene Gesellschaft“, S. 116ff.)
  16. Förderschulen, auch stationärer sonderpädagogischer Art, müssen für die Schüler erhalten bleiben bzw. geschaffen werden, denen trotz der beschriebenen pädagogischen Stärkung der regulären Grund- und Oberschulen - siehe die vorherigen Punkte – dort nicht geholfen werden kann.   
  17. Eltern, die sich dauerhaft weigern, Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder zu übernehmen, muss, am besten auf Antrag der Schulen, die die Kinder vom Lebensalltag her am besten kennen, das Kindergeld gekürzt und, wenn nötig, auch ganz gestrichen werden. Auch manche Eltern müssen noch erzogen werden, und es gibt in der Marktwirtschaft kein besseres Mittel dafür als Geld. Das eingesparte Kindergeld kommt dann den Kindern selbst, ohne den Umweg über ihre Eltern, für ihre pädagogische und psychologische Versorgung zugute. Den Kindern wird dadurch auch insofern nicht geschadet, sondern mittelfristig genutzt, weil ihre Eltern so gezwungen werden, (wieder) die Verantwortung für ihre Erziehung zu übernehmen.

  18. Stärker noch als diese negative Konsequenz muss eine positive Konsequenz sein: Jede tatsächliche und anhaltende Besserung im Verhalten der Schüler muss, abgestuft, mit positiven Folgen verbunden sein. Auch die Wiederaufnahme der Kindergeldzahlung darf nicht zu lange hinausgezögert werden, wenn es starke Zeichen der Besserung gibt. Sollten diese allerdings nicht nachhaltig sein, schadet sich ein Schüler selbst, weil sie dann beim nächsten Mal deutlich später erfolgt. (Jedes Verhalten hat seine Folgen – siehe oben.) Generell muss aber das soziale Klima in der Schule optimistisch dem Leitspruch folgen: „Wo – inzwischen – ein guter Wille ist, finden wir eine Lösung“. Wir brauchen ein stabiles pädagogisches System, das „nach unten“, zum weiteren Abfall des sozialen Verhaltens, fest geschlossen ist, „nach oben“, bei einer Besserung des sozialen Verhaltens aber offen: Wer konsequent bestraft, muss dann und danach auch verzeihen können, wo und wenn sich ein ehrlicher guter Wille zeigt.

  19. So stellt sich marktwirtschaftlich ein besseres Gleichgewicht her, als das administrativ-bürokratisch zu erreichen wäre. Erziehung und Wirtschaft schließen sich nämlich in Wirklichkeit keinesfalls aus, sondern bedingen sich (siehe A.S. Makarenko in “Die ungezogene Gesellschaft”). Ich trete ein für einen freien, auch marktwirtschaftlichen Wettbewerb zwischen den Schulen, unter den öffentlichen und privaten und zwischen ihnen. Die besten Schulen mit den wirksamsten pädagogischen Konzepten werden sich durchsetzen.
  20. Schulen, öffentliche und private, sollen nach schwedischem Vorbild wie kleine Unternehmen geführt werden. Sie können „pleite gehen“. Deswegen werden sich die Lehrerkollegien zusammen mit ihren Eltern und Schülern überlegen, welche Angebote ihre Schulen über den Unterricht hinaus machen können, die sich marktwirtschaftlich verwerten lassen, z.B. eine eigene öffentliche Schulkonditorei („Von den Omas lernen, heißt siegen und backen lernen“) oder IT-Unterstützung für Ältere im Wohngebiet. Dadurch lernen die Schüler Marktwirtschaft und mit ihr Disziplin, Ausdauer, Rechnen und gutes Deutsch für die Werbung, die sie für ihre Angebote machen. Die Schule ist dann schon das Leben, für das sie lernen.
  21. Die Schulformen bleiben erhalten, so wie sie jetzt in Sachsen sind (keine unnötige Verunsicherung!): Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien, Förderschulen für besonders schwierige Fälle. Es würde „lediglich“ die Möglichkeit hinzukommen, von der Oberschule nach der 9. Klasse regulär auf das Gymnasium zu wechseln. Schüler, die dies vorhaben, haben an der Oberschule ab der 7. Klassenstufe eine zweite Fremdsprache gelernt. Eine weitere Übergangsvoraussetzung könnte neben insgesamt guten Leistungen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache, die durch sehr gute Ergebnisse in weiteren Hauptfächern aufgewertet werden können, ein gutes Sozialverhalten sein (Kopfnoten, die kollegial festgelegt werden, um die Willkür einzelner Lehrer auszuschließen und deren Bedeutung so immens steigen würde). Manchen Oberschulen, die effektiv und erfolgreich lehren, könnte es gelingen, leistungsstarke Schüler zum Nutzen aller bis zur 9. Klasse bei sich zu halten und Kindern und Eltern bleibt der Stress erspart, bereits in einem sehr jungen Alter grundlegende Weichenstellungen zur Schul- und damit Lebenslaufbahn treffen zu müssen. Wer das unbedingt will, könnte es weiterhin tun. Die Gymnasien dürfen auch bereits schon 5. Klassen aufmachen, wenn sie genug Schüler dafür kriegen. Dies wäre auch eine Entlastung für die Gymnasien. Eine Plus-Plus-Situation für alle.

 

155. Von der Herrenrasse zur Herrenkultur (18.12.2017)

Der Hang zur Herrenrasse scheint in der unbewussten Tiefenstruktur der Psyche vieler Deutscher erhalten geblieben zu sein, allerdings doppelt verschoben, wozu die Seele neigt, wie wir seit Sigmund Freud wissen, wenn ihr etwas zu schaffen macht.

Aus Rasse ist Kultur gewordenen und aus der eigenen die angloamerikanische, praktischerweise für eine angeschlagene Seele, denn mit der gibt’s keine Probleme, weder dort noch hier.

Man stelle ein Radio an in Deutschland, egal zu welcher Zeit, und gehe alle Sender durch, die bei „Tuner“ (egal, was das heißen mag) zu empfangen sind: Ich wette, wenn Gesang erklingt, egal ob klassisch, Chanson, „Pop“-Musik oder Schlager, wird er zu über 90 Prozent englischsprachig sein. Das gleiche gilt für die Hintergrundmusik von „deutschen“ Filmen.

Schon darin zeigt sich für mich die angloamerikanische Herrenkultur in Deutschland. Dass es doch ein deutscher Sender ist, fällt dann nur noch am Wetterbericht auf, wie Reinhard May singt oder an den Dialogen. Beides wird nämlich noch weitgehend auf Deutsch vorgetragen.

Man findet das so ausgeprägt in keinem anderen europäischen Land, ähnlich kulturell gebrochen ist höchstens noch Österreich, was ich erstaunlich finde erstens bei der eigenen historisch starken Kultur dort (wie in Deutschland) und zweitens angesichts der aktuellen politischen Verhältnisse in diesem Land, aber es gehört ja zur Staatsraison in Österreich, sich vom Deutschen besonders aufmerksam abzugrenzen und im Zweifelsfall dann lieber Englisch zu “performen”, ganz so wie die Deutschen selbst, womit dann allerdings die Abgrenzung doch nicht gelungen wäre.  

 

154. Ich bin „rechts“ und links, bloß die laue Mitte ist mir zuwider (07.12.2017)

Der Mittelweg ist der einzige, der nicht nach Rom führt“, sagt der Komponist Schönberg, und er hat recht. Ich habe in meinen Büchern verdeutlicht, was das für die Erziehung bedeutet: Richtig, „maximal“ lieb in der tiefen Grundlage der Beziehung immer und nicht nur ein „ausgewogenes“ Bisschen und in einzelnen Situationen, wenn ein Kind leidet, vielleicht sogar unter sich selbst.

Richtige Strenge und Konsequenz, wenn es absichtlich aus Eitelkeit andere verletzt oder aus Faulheit auf Kosten seiner Mitmenschen leben möchte. Die Kunst ist, zu spüren, wann was dran ist, und wenn das eine gilt, trotzdem das Andere als dialektischen Widerpart durchschimmern zu lassen; jedenfalls kein feiges, beamtenhaftes „Auf-Nummer-Sicher-Gehen“ in der Mitte, wo man nichts falsch machen kann als dauerhafte Strategie. Das ist die Lieblingsart der Merkel-CDU.

Was bedeutet das, rechts und links zu sein, für die Rente? Im Deutschlandfunk hörte ich am Montag in einer Diskussion, wie jemand das Schweizer Modell lobte, ohne dass die Experten widersprachen, also wird es wohl stimmen. Die gesetzliche Rente steckt dort zwischen zwei Leitplanken. Jeder Schweizer erhält mindestens 1300 Franken gesetzliche Mindestrente. Genauso wichtig ist, dass die Höchstrente ebenfalls geregelt ist, sie ist beim Doppelten: 2600 Franken gedeckelt. Wer glaubt, dass er im Alter mehr als 2600 Franken – das sind etwas weniger in Euro – Rente braucht, kann sich private Renten neben der gesetzlichen ansparen.

Aber die staatlich verbürgte gesetzliche Rente liegt zwischen 1300 und 2600 Franken. Ich finde, größer sollten die Unterschiede im Alter nicht sein. Ich bin für den Mut zum Maximalen beim Denken und Handeln in Beziehungen, denn Liebe z.B. ist niemals mittelmäßig, aber nicht bei der staatlichen Verteilung des Reichtums als Grundlage des Lebens. In Deutschland könnte diese Spanne zwischen 1000 und 2000 Euro liegen. Das kann natürlich nur für die gelten, die mindestens 40 oder 45 Jahre in die deutsche Rentenkasse eingezahlt hatten. Das, was den Rentenkassen fehlt, um allen diesen mindestens 1000 Euro Rente zu zahlen, kann sie einerseits von den gekappten Überschüssen der Renten nehmen, die über 2000 Euro liegen und der Rest müsste steuerlich finanziert werden.

An ihrem Lebensabend in der Rente müssen und können Menschen nicht mehr lernen, dass ihre persönliche Leistungsbereitschaft und das Wissen, dass alles, was sie beruflich tun oder eben auch nicht, Folgen für ihren Lebensstandard hat. Jetzt ist es zu spät für große Verbesserungen. Deswegen würde ich zumindest Folgendes tun, bevor das Schweizer Rentenmodell eingeführt werden kann, um wenigstens einen Anfang zu haben, der schreienden Ungerechtigkeit eines Zwei-Klassen-Lebens im Alter zu begegnen.

Rentenerhöhungen sollten nicht mehr prozentual in Bezug darauf erfolgen, was der Einzelne schon bekommt, sondern mit dem Durchschnittswert, der für alle Renten, die hohen wie die niedrigen, gilt. Dadurch würde sich die von vornherein gegebene Unterscheidung der Renten in der Zukunft nicht immer noch mehr weiter auseinanderspreizen, sondern sie könnten wenigstens ein wenig zueinander finden. Deutlich profitieren würden die kleinen Renten, und die großen haben ja sowieso schon viel mehr, so dass sie mit den gleichen Steigerungen zufrieden sein können – müssen, wenn sie Wert legen auf ein gutes Gewissen -, die auch die kleinen erhalten. Ich habe nicht gehört, dass das die SPD oder die Linken fordern, Parteien, die angeblich für die kleinen Leute eintreten. Auch für solche „linke“ Positionen ist die AfD nötig im Land.           

 

153. Die Flüchtlingsaufnahme verlaufe inzwischen in Deutschland wieder in geregelten Bahnen (05.12.17)…

so dass der Hetze der AfD über kurz oder noch kürzer der Boden entzogen wäre. In unseren postfaktischen Zeiten sollten die Etablierten vom Wunschdenken ab und zu auch wieder zu den Fakten zurückfinden:

Die „Welt“ berichtet: Nach Zahlen des Europäischen Statistikamtes Eurostat, die zuletzt am 1. Dezember aktualisiert worden waren, wurden in Deutschland – nur im ersten Halbjahr 2017 – 357 627 Entscheidungen zu Erstanträgen von Asylbewerbern getroffen. In allen anderen EU-Ländern waren es im gleichen Zeitraum zusammengenommen 215 185 Entscheidungen.

Das wären in Deutschland auf das ganze Jahr 2017 hochgerechnet: 715 254.

2015 sei mit der Aufnahme von 800 000 Flüchtlingen ein Katastrophenjahr gewesen, das sich nicht wiederholen würde, verkündigte Frau Merkel gebetsmühlenartig. Wir sind fast wieder dort, nur mit dem Unterschied, dass sich heute die Flüchtlingsunterstützungsvereine professionalisiert haben: Inzwischen klagt jeder 2. abgelehnte Asylbewerber (→ 146. Gedankensplitter) mit immer mehr Erfolg und auch die, die gerichtlich endgültig scheitern, bleiben trotzdem hier, weil es die guten Menschen in Deutschland so wollen (so lange sie nicht mit ihrem eigenen Kind stundenlang in die Notaufnahme warten oder es in einer öffentlichen Schule anmelden müssen).

Deutschland setzt auch 2017 seinen nationalen Alleingang fort: Es hat 1,66 so viele Erstanträge von Asylbewerbern bearbeitet wie allen anderen EU-Länder zusammengenommen. Deutschland ist offenbar eine Superweltmacht, die im Alleingang stemmt, was der EU insgesamt viel zu viel ist. Deutschland nimmt ungefähr zehnmal so viele Asylbewerber auf als das flächenmäßig größere, sich gern als Weltmacht sehende Frankreich, und jetzt wollen die guten Menschen in Deutschland einen weiteren nationalen Alleingang: Auch die Menschen, die hier nur vorübergehend Schutz finden, sollen entgegen der EU-Regelung ihre Familien nachholen können (–>  151. Gedankensplitter). Deutschland trägt dadurch zum Zerreißen der EU bei.

Am Größenwahn ist Deutschland schon öfter gescheitert. Diesmal ist es zwar ein moralischer, aber es bleibt beim alten: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“ Außerdem versteckt er sich gern hinter der englischen Sprache, und er gilt auch nicht mehr dem eigenen Land, sondern “Europa”, der “Natur” und der Weltmoral, aber wie er sich gebärdet, ist er der gleiche.

Obwohl also nach wie vor besonders viele „Geflüchtete“ nach Deutschland kommen, weil es Frau Merkel und ihr Gefolge aus der CDU, der SPD und den Grünen, das weiter vehement eine Flüchtlingsobergrenze ablehnt, so wollen, stehen hier trotzdem schnell aufgebaute Flüchtlingsunterkünfte leer.

Kostete es uns vorher, was es wollte, und koste es uns jetzt, was es wolle. Wir haben’s ja. (Ich werde im nächsten Gedankensplitter zeigen, wie wir mit unserem Geld Armut und Not zuerst bei den eigenen Rentnern mindern könnten, und zwar schnell, wenn wir nur halb so entschlossen bestehende Gesetze änderten, wie das in der real existierenden Praxis zugunsten der notleidenden “Geflüchteten” geschah.)  

[Ich höre, dass in diesem Jahr die "Obergrenze" von 200 000 beim Zuzug von "Geflüchteten" eingehalten werden wird. Dann scheint es verschiedene Formen der statistischen Erfassung zu geben bzw. ist das Stellen von "Erstanträgen" etwas Anderes als der Zuzug ins Land. - 18.12.2017]

 

152.Die deutsche Sprache könnte in 200 bis 300 Jahren ausgestorben sein.“ (27.11.2017)

Diese These äußerte der Sprachwissenschaftler Wolfgang Klein im Deutschlandfunk. „Deutsch ist eine der bedeutendsten Kultursprachen der Welt – wird es in ferner Zukunft niemand mehr sprechen?” So ist es zu lesen auf der Internetseite des Deutschlandfunks vom 24.11.2017.

Ich war am Wochenende in der Bundeshauptstadt Berlin und wundere mich überhaupt nicht darüber, wie der DLF den Sprachwissenschaftler Wolfgang Klein zitiert: Als internationale Sprache gehe die Bedeutung des Deutschen bereits “ganz, ganz deutlich zurück” und das obwohl Deutsch die Sprache der mit Abstand bevölkerungsreichsten Nation der EU ist und außerdem noch offizielle Landessprache, zumindest eine unter anderen, vier weiterer EU-Länder: Österreich, Luxemburg, Belgien, Italien.

[Dazu kommt: Deutschland ist das einzige EU-Land, das wirtschaftlich und finanziell unverzichtbar für die EU ist. Deutschland allein zahlt netto mehr in den EU-Haushalt ein als Großbritannien und Frankreich zusammengenommen. Wenn Deutschland wie Großbritannien aus der EU austritt, nicht nur sprachlich-kulturell wie bisher schon, sondern auch noch finanziell, ist die EU nicht mehr existenzfähig. Wir fassen zusammen: Ein Land, das das größte in der EU ist, hinsichtlich Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft, dessen Sprache in vier weiteren EU-Ländern Amtssprache ist, verzichtet mehr und mehr darauf, dass Deutsch in der EU gleichberechtigt mit Englisch und Französisch gebraucht wird. Dieses Maß an Verleugnung der eigenen Interessen muss man sich verdeutlichen, um zu begreifen, wie sehr das Establishment in Deutschland versagt hat und weiter versagt, allein schon in dieser Hinsicht. - 08.12.2017]        

Das ist das Werk unserer eigenen Elten in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, den Medien und den Kirchen:* Wenn ich mir die öffentliche Erscheinung des Berliner Zentrums ansehe, dann ist Deutschland offenbar eine bilinguale Gesellschaft. Immer mehre Ausländer stellen fest, dass sie Deutsch in Deutsch-Land nicht brauchen, sie kommen so, wie Frau Merkel meint, die Bürger hier leben würden, nämlich „gut und gerne“, mit Englisch in Deutschland zurecht. Es gibt immer mehr Bereiche in der Wirtschaft und Wissenschaft, wo es in Deutschland sogar wichtiger ist, gut Englisch als gut Deutsch zu können.

Unsere eigenen Eliten wollen das so. Warum, fragen sich fleißige Zuwanderer konsterniert, war ich bloß so blöd, Deutsch zu lernen. Das hätte ich mir, so wie die Deutschen drauf sind, vor allem die, die etwas zu sagen haben in diesem Land, sparen können. Richtet Deutschland mit dem Geld seiner Bürger eine internationale Konferenz aus, ist Deutsch nicht einmal mehr als Zweitsprache zugelassen. Auf den Plakaten steht kein Wort in der Landessprache und das, obwohl „Deutsch eine der bedeutendsten Kultursprachen der Welt (ist)“, wie der Deutschlandfunk eine Meldung der DPA weitergibt.

Andere Kulturnationen machen das nicht. Franzosen und Spanier verwenden zuweilen sogar nur ihre eigene Sprache. Bei den anderen erscheint neben dem unvermeidlichen Englisch wenigstens auch ihre Sprache. Die verantwortlichen Deutschen sagen im Gegensatz dazu: Weg mit dem alten Kulturgerümpel. Was unsere Vorfahren in Jahrhunderten an Weltgeltung des Deutschen aufbauten, verschleudern wir in wenigen Jahrzehnten.

Ein Sinn meines Lebens besteht darin, sie dafür zur Verantwortung zu ziehen. Leider gibt es auch in den anderen deutschsprachigen Ländern nur ein geringes sprachliches Selbstbewusstsein. Eine Hoffnung bleibt: Vielleicht ist Russland großzügig genug, dem von der anglo-amerikanischen Kulturwalze überrollten deutschen Sprachgebiet ein autonomes Territorium zu überlassen, in dem Deutschsprachige gut und gerne weiter ihre Sprache gebrauchen, pflegen und – ohne überflüssige Anglizismen – weiterentwickeln. Vielleicht beteiligt sich Wladimir Putin sogar selbst daran. Ich hoffe, Russland wird den Deutschsprachigen, denen ihre Sprache nicht egal ist, kulturelles Asyl gewähren, und in diesem Gebiet auf russischem Boden wird es selbst Forschung und universitäre Lehre noch auf Deutsch geben, gerne mit russischsprachigen Zusammenfassungen. Das wär’ doch mal “gute Regierungsführung”, Multikultiralismus und Diversität gegen den westlichen Monokultiralismus.

[Es gab einmal eine Zeit, da war die deutsche Sprache kreativ, da hat sie Wortmaterial gestaltet, es mit dem kulturellen Geruch des Eigenen versehen, da hieß die „Orange“ nicht einfach genauso, sondern „Apfelsine“, und es gab nicht nur Grapefrüchte, sondern auch „Pampelmusen“.

Inzwischen wird kulturell und sprachlich alles immer gleicher. Ein Artensterben ohnegleichen. Aber es sind ja nur Wörter, vor allem sind es nur deutsche Wörter, welcher Cockerel sollte in Germany schon danach krähen? - 11.12.2017] 

* Witz der Geschichte: Luther war wesentlich an der Schaffung der deutschen Hochsprache beteiligt. Seine Kirche engagiert sich aktiv bei ihrer Rückabwicklung. Hätte aus der Sicht von heute, jedenfalls der der fortschrittlichen politischen Klasse in Deutschland, Luther die Bibel nicht lieber gleich ins Englische übersetzen sollen? Hätte Karl Marx als weltoffener Gelehrter sein “Kapital” nicht lieber gleich auf Englisch schreiben sollen und Albert Einstein seine Relativitätstheorie auch, ebenso wie Sigmund Freud seine Schriften zur Psychoanalyse? Würden diese Gelehrten heute leben, würden nicht wenige der fortschrittlichen Deutschen das von ihnen so erwarten: “international weltoffen” und nicht “provinziell deutsch” zu schreiben. Sie vergessen zweierlei: Erstens, dass Sprache und Denken zusammenhängen und sich unterschiedliche Gedanken in unterschiedlichen Sprachen besser oder schlechter entwickeln lassen (siehe Yngve Slyngstad). Zweitens: Die Deutschsprachigen haben mit ihrer unterwürfigen Verzagtheit selbst das Entscheidende zum Niedergang des Deutschen als Weltsprache beigetragen (“Warum Deutsch so wichtig ist”). Es wird aufzuarbeiten bleiben, wer als politisch Verantwortlicher wie daran beteiligt war.

 

151. Wie gut ist eine einzelne besondere Stimme, die sich tatsächlich auskennt, im Massenchor derer, die es gut meinen (20.11.2017)

Necla Kelek heute in der LVZ (S. 2): Ein unbegleiteter Jugendlicher aus Syrien konnte seine Familie nachholen: „Vater, Mutter, sieben Geschwister, eine Tante.“ Der Faktor der Vervielfältigung „Geflüchteter“, der beim Familiennachzug angeblich bei zwei liegen soll, liegt hier bei zehn. Noch wichtiger ist Folgendes:

Die Grünen entdecken die heilige Familie. Ohne Familie sei Integration sinnlos, die Werte des christlichen Abendlandes würden obsolet. Das Gegenteil ist der Fall. Erst der Nachzug der türkischen Frauen und Kinder in den Siebzigerjahren, der Import des islamischen Familiensystems hat Integrationsprobleme und Parallelgesellschaften möglich gemacht. Niemand brauchte sich mehr anzupassen, man blieb unter sich und verhaftet in der Kultur des anatolischen Dorfes. So wird es auch jetzt wieder geschehen, wenn Großfamilien aus dem Nahen Osten oder Afghanistan hierherkommen und Traditionen wie Kinderehe, Gebärzwang und Frauenapartheid weiterleben.“ 

Da können wir doch einmal sehen, was die Grünen wirklich wollen bzw. was sie politisch naiv billigend in Kauf nehmen. 

 

150. Einfach hochnehmen und liebhaben – Erlebnisse eines Großvaters (03/17.11.2017)

Seit ich selbst zwei Enkel im Kleinkindalter habe, sehe ich alle in ihrem Alter mit anderen, aufmerksameren und zugewandteren Augen. (Meine letzte Großvatererfahrung steht im 97. Gedankensplitter: 02/02.07.2017.) Heute in der Parkgaststätte: Ein kleiner „Mann“, vielleicht anderthalb Jahre alt, kommt mit seiner Mutter. Die Mutter hat ihm was zu essen gekauft, sie suchen sich einen Platz.

Zwischendurch fängt er immer wieder unvermittelt an zu schreien, hört dann aber ebenso plötzlich wieder auf und knabbert zufrieden an dem, was ihm die Frau Mama kaufte. Er sieht sich um und ist interessiert an dem Gedränge um ihm herum. Ich denke noch: Die Mutter macht es richtig, sie macht kein Gewese um seine Schreiattacken, schließlich hatte er ja immer wieder von allein aufgehört wie im April, wo plötzlich nach dem Regenschauer wieder die Sonne scheint.

Aber jetzt steigert er sich in ein neues Geschreie hinein. Der Mutter ist es unangenehm: Sie zieht sich und ihn an. Er tippelt, immer noch schreiend, ihr hinterher, erst zur einen Seite, nein, da geht’s nicht raus, dann zur anderen. Mein Großvaterherz protestiert, am liebsten würde ich zu der Frau sagen: Mama, nun nimm’ ihn doch mal hoch und hab’ ihn lieb. Ich weiß nicht, ob das klappen würde, vielleicht würde er dann noch verrückter. Aber nein, er hat keinen Trotzanfall, er will einfach nur einen Menschen, der ihn lieb hat, am besten natürlich die eigene Mama.

Und selbst, wenn er weiter schreien würde, auch nachdem er hochgenommen wurde, wäre dies, denke ich, ein besseres, sich vielleicht sogar selbst immer mehr erübrigendes Schreien, als das verlorene, resignierte beim Hinterhertippeln. Konsequenz ist gut, Frau Mama, aber an dieser Stelle falsch. Das sage ich ihr innerlich demütig und gütig, weil ich Hochachtung habe vor ihr – sie bleibt ruhig trotz alledem -, weil ich ihre mütterliche Leistung respektiere, allein mit ihrem Kleinen in die Gaststätte zu gehen, wohl wissend, dass das anstrengend werden kann.

Schade, dass manche Gedanken so gut wie nicht aussprechbar sind, jedenfalls nicht im Gedränge.  

 

149. „Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter. (Goethe)“ (15.11.2017)

Dieser Spruch ist gleich doppelt auf großen Transparenten am Leipziger Schauspielhaus angebracht.

Das ganze Textstück aus dem West-östlichen Divan lautet wie folgt:

Willst du einen guten Namen erwerben, so behandle mit Achtung Kaufleute und Gesandte. Die Großen behandeln Reisende wohl, um sich einen guten Ruf zu machen. Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter. Sei ein Freund der Fremden und Reisenden, denn sie sind als Mittel eines guten Rufs zu betrachten; sei gastfrei, schätze die Vorüberziehenden, hüte dich ungerecht gegen sie zu sein. Wer diesen Rat des Gesandten befolgt, wird gewiss Vorteil davon ziehen.“

Zwei Fragen stellen sich: 1. Was ist mit denen, die nicht „vorüberziehen“, als Handelnde oder Gesandte vielleicht gar noch, sondern die hier bleiben wollen aus wirtschaftlichen Gründen und einerseits aber nicht qualifiziert genug sind, eine Arbeit zu bekommen, und die andererseits, menschlich sehr verständlich, dann das annehmen, was ihnen, wie allen in ihrer Lage, der deutsche Staat als Sozialleistung anbietet? Und die dann erstaunt feststellen, dass man in Deutschland tatsächlich auch gut leben kann, ohne – offiziell – zu arbeiten. Ich verdenke ihnen nicht, dass sie dieses Lebensangebot annehmen. Sie wären ja dumm, es nicht zu tun. Aber soll ich diese Art, hier dauerhaft auf Kosten aller Steuerzahler zu leben, wirklich beschützen?

2. Wie ist das, wenn sich viele Deutsche schon selbst als Fremde im eigenen Land empfinden?

Zumindest in Bezug auf die 2. Frage hat Goethe dann doppelt Recht.

148. Das gibt es nur in Deutschland (14.11.17)

Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Eine Bande junger deutscher Männer treibt in der Türkei oder in afrikanischen bzw. arabischen Ländern ihr Unwesen. Sie sind überzeugt, etwas Besseres als die einheimischen jungen Männer zu sein und die jungen Frauen von dort müssten alle auf sie fliegen.

Sie begegnen einer Gruppe Einheimischer, Mädchen und zwei Jungen. Sie machen die Mädchen an, etwa in der Art: Ihr seid ja scharfe Bräute, schade nur, dass ihr nur solche Loser abbekommen habt. Die Einheimischen wehren diese Anmache alle miteinander entschlossen ab. Die Deutschen fühlen sich in ihrer Ehre verletzt, telefonieren Verstärkung heran, lauern den beiden jungen Einheimischen auf, attackieren sie voll ungebremster Wut mit Messern, Elektroschockern und Baseballschlägern und verletzen sie dabei lebensgefährlich. (Wenn sie so aus- und aufgerüstet sind, wie oft werden sie mit diesen Waffen schon vorher zugeschlagen haben, mit welcher satten Selbstgewissheit, dass ihnen als Deutsche in der Türkei oder in afrikanischen bzw. arabischen Ländern sowieso nichts passieren kann?) Eines der Mädchen sieht das, kümmert sich um die Schwerverletzten, sorgt dafür, dass endlich der Notarzt gerufen wird, wodurch die beiden jungen Männer gerade noch so gerettet werden können.

Das hiesige Fernsehen macht eine Sendung, in der die Zivilcourage mutiger Lebensretter gezeigt werden soll. Die junge Frau gehört zu den Auserwählten, die bei dieser Fernsehsendung gewürdigt werden sollen. Die Lebensrettungseinsätze der Ausgezeichneten werden in kleinen Filmen nachgestellt: Der lebensgefährdende Angriff auf die beiden jungen Türken oder Afrikaner bzw. Araber wird im Film plötzlich nicht mehr von Deutschen, jungen Männern europäischen Aussehens, verübt, sondern zum überwiegenden Teil von jungen Männern, die aussehen wie die Einheimischen.

Das Fernsehen wird gefragt, warum es die Wirklichkeit so verfälscht. Antwort: Es ginge beim Zeigen der mutigen Zivilcourage nicht um die Täter, sondern um die Helferin.

Ein solches Fernsehen kann man nur noch abschalten. Das türkische Fernsehen oder das in afrikanischen bzw. arabischen Ländern würde natürlich niemals die eigenen Bürger aus Gründen der politischen Korrektheit als schlimme Gewalttäter darstellen, obwohl es in Wirklichkeit Deutsche waren.

Aber das deutsche Fernsehen, das ZDF, hat das umgedreht genauso in seiner Sendung Aktenzeichen XY vom 17.10.2017 getan. (Dieser Film wurde auch schon in einer vorigen Sendung bei der Vorstellung der Kandidaten für die Preisverleihung gezeigt.) Wer kann sich das in Deutschland jetzt immer noch leisten, nachdem Michael Haller in einer Studie der Hamburg Media School und der Universität Leipzig nachgewiesen hatte, dass die etablierten Medien in ihrer Gesamtheit einseitig und staatstreu positiv über die Flüchtlingskrise berichteten, um sozusagen ihrem moralischen Volkserziehungsauftrag gerecht zu werden? (Das ist genau das, was in gewählteren und differenzierteren Worten hinter dem Begriff „Lügenpresse“ steckt.) Nur der zwangsfinanzierte Staatsfunk der real existierenden Eliten in Deutschland!

Ich kenne jemanden gut persönlich, der das ZDF diesbezüglich angefragt hatte. Die politisch korrekte „Wahrheitsverschönerung“ wurde gar nicht bestritten, sondern so begründet, wie ich das oben für den Fall beschrieben habe, dass das ausländische Fernsehen einen solchen Bericht gesendet hätte.

Das Mädchen war übrigens die Einzige, die den lebensgefährlich Verletzten geholfen hat. Viele Erwachsene standen auf dem Bahnsteig herum und taten nichts. Vielleicht hat die Volkserziehung der Staatsmedien bei ihnen schon Früchte getragen: Die Ausländer sind immer die Guten, die machen nichts Böses und wenn doch, haben „Nazis“ sie angegriffen. Denen muss man dann auch nicht helfen, wenn sie lebensgefährlich verletzt auf dem Bahnsteig herumliegen. Selbst Schuld, warum haben sie sich auch mit den guten Ausländern angelegt.  

Wieso fallen eigentlich so viele deutsche Mädchen auf ausländische „Loverboys“, die sie dann als Prostituierte gnadenlos ausbeuten (→ 119. Gedankensplitter), herein? Kann das auch an dem ideologischen Trommelfeuer der Medien, der Schulen, der Kirchen, der Kulturschaffenden und der verschiedensten Vereine liegen, Ausländer in Deutschland als bessere Menschen darzustellen, viel mehr als Opfer als als Täter. Man schaue sich nur an, wie oft, im umgekehrten Verhältnis zur Kriminalitätsstatistik, in der Unzahl deutscher Kriminalfilme Deutsche Täter sind und Ausländer Opfer. (Wäre das zu prüfen nicht mal ein Fall für “investigativen” Journalismus? Ich denke, den Guten geht es in einer postfaktischen Zeit um die wirklichen Fakten. Oder doch nicht?) 

In meiner Zeit als Schulleiter 2010/2011 hatte ich immer wieder Aufforderungen erhalten, Lehrer und Schüler zu Workshops gegen rechte Gewalt zu schicken. Nicht einmal war ein Projekt gegen linksextreme Gewalt dabei, das sowieso nicht, aber auch keins, das unbedarfte, gewöhnliche Schüler über die Maschen junger ausländischer Intensivstraftäter in Bezug auf Drogen und Gewalt, einschließlich ihrer sexuellen Form, informiert hätte. Es sind ja nur “normale”, nicht gewalttätige Kinder, nur die eigenen, zu denen auch die Ausländerkinder gehören, die sich hier inzwischen integriert haben. Fast könnte man das denken, wenn man sieht, wie die in der Politik Etablierten bisher in Deutschland diesbezüglich agieren können.

Ich bin sicher: Lange geht das nicht mehr so.

    

147. “Die Hickethiere e.V.“ (10.11.2017)

Unsere Gesellschaft vereinzelt und polarisiert sich. Es gibt keine Leitkultur, die sie zusammenhält. Das darf keine deutsche sein; um „Himmels Willen“ schreien alle auf, die in diesem XXXXXXXLand etwas zu sagen haben. Wenn, könnte das höchstens eine westlich-freiheitliche sein. Aber wie unterscheidet sie sich dann von den anderen „freiheitlichen“ Ländern des „demokratischen“ Westens?

Am besten gar nicht. Dann, wenn es keine nationalen Leitkulturen mehr gibt, kommen die Regionen zum Zug und die Clans, die eine Gesellschaft unter sich aufteilen. Normalerweise müsste ein Staat alle seine Bürger schützen. Wenn aber ihre „Diversität“ immer mehr zunimmt, ihre Gegensätzlichkeiten, wenn es zu bunt wird, was macht er dann, wenn sie sich streiten? Kein Problem? Vor dem Grundgesetz sind alle gleich?

Schön wär’s. Es widerspricht bloß der menschlichen Natur und ist in Flickwerkfamilien, die auch schön „divers“ sind, als Modell der Gesellschaft zu beobachten. Wenn da die Polizei in eine sich streitende Familie gerufen wird und ein Polizist gehört im ethnisch-kulturellen Sinn der Sippe an, die laut schreit, und der andere Polizist der anderen, und die eine Seite beordert ihren gesamten Clan heran, während die andere keinen hat, weil bei ihr jeder für sich allein lebt und das höchste Maß der Gemeinschaft für ihn die Kleinfamilie ist, dann ist klar, wie dieser Streit ausgehen wird.

Bestimmt nicht gerecht, sondern der Starke wird, wie letztendlich immer im Leben, gewinnen. Deswegen ist es ja so wichtig, dass die Guten und Weisen die Macht haben, in einer Familie zum Beispiel die Eltern und nicht die halbwüchsigen Kinder.

Ich habe zwar die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass mein Staat mein Beschützer ist und der meiner Familie. Deswegen engagiere ich mich ja politisch, um zu verhindern, dass der deutsche Staat ganz in die „Diversität“ abrutscht. (Er hieße dann „Bundesrepublik der Diversen“, immer noch „BRD“, und die „Deutsche Bank“ würde sich dann „Diversen Bank“ nennen, was ja allein deswegen schon sinnvoll ist, weil sich „Diversen“ so ähnlich anhört wie „Devisen“, allerdings nur für die historisch kurze Zeit, in der auf dem Diversen-Gebiet Deutsch noch die Hauptsprache bleibt.)

Für den Fall, dass es den Deutschland-Liebhabern nicht gelingt, Deutschland zu erhalten, möchte ich sicherheitshalber mir auch meinen eigenen Clan schaffen. Wenn mein Staat mich verlässt, dann verlasse ich meinen Staat und bilde mir meinen eigenen „Hilfsstaat“. (Das Gleiche sollte z.B. auch für VW gelten: Wenn VW 2022 Deutsch als Konzernsprache verlässt, dann sollten Deutschsprachige, auch die aus Osteuropa, Italien, Belgien, Frankreich und sonstwo auf der Welt VW verlassen. –> 55. Gedankensplitter)

Das Leben ist sowieso ungerecht. Wir alle sammeln ja so unsere Erfahrungen im Leben. Ich habe mir diesen fett geschriebenen Leitspruch zu eigen gemacht, dann muss ich unter den Ungerechtigkeiten, die mir widerfahren, nicht mehr so leiden. Und so ist auch mit der Vereinszugehörigkeit bei „Die Hickethiere e.V.“: Stimmberechtigtes Mitglied kann nur werden, wer „Hickethier“ heißt, geheißen hat oder hätte heißen können, also einen Vorfahren hat, von dem er in direkter Linie abstammt, der Hickethier hieß.

Mir geht es viel mehr um die kulturelle Verbundenheit als eine des Bluts. Deswegen können auch angeheiratete „Hickethiere“ oder Stiefkinder, die immer noch so heißen oder zumindest so geheißen haben, stimmberechtigtes Vereinsmitglied werden. Wer sich vom Hickethier-Clan schützen lassen will und solidarisch sich in ihm an der gegenseitigen Hilfe beteiligen will, ohne mit dem Namen „Hickethier“ auf die oben genannten Weisen verbunden zu sein, kann nach Beschluss des Vorstandes auch Mitglied des Vereins werden, allerdings kein stimmberechtigtes. Außerdem muss er sich finanziell etwas mehr – ich denke: 25 Prozent – beteiligen als die „richtigen“ Hickethiere. Hat er sich im Verein bewährt, kann er durch die Vollversammlung des Vereins auch zum „Ehren-Hickethier“ ernannt werden und ist dann auch stimmberechtigt und finanziell gleichgestellt.

Der Vereinszweck ist die gegenseitige großfamiliäre Unterstützung und Bereicherung in allen Fragen des Lebens: Die meisten Menschen können oder haben etwas Besonderes und können damit hilfreich den anderen Familienmitgliedern zur Seite stehen. Wird ein Mitglied des Vereins in einer Stadt bedroht oder gemobbt, stärken ihm die anderen „Hickethiere“, die in der gleichen Stadt oder um Umkreis wohnen, den Rücken.

Kommen Eltern mit ihren Kindern nicht zurecht, stellt sich das Problem im großfamiliären Rahmen vielleicht schon anders dar: Ein Kind oder ein Jugendlicher, das/der seinen eigenen Eltern so nah ist, dass es/er unverschämt wird, kann wieder Respekt im Verhältnis zu Bezugspersonen entwickeln, die ihm familiär wohlgesonnen sind und trotzdem eine hilfreiche Distanz zu ihm haben und aus dieser heraus einerseits klare Forderungen stellen und das neue Verhalten einüben und andererseits festgefahrene Konfliktmuster mit neuen Sichten auflockern. Wenn mehrere wichtige Erwachsene das Gleiche auf jeweils ihre eigene Art fordern, gewinnt das schon viel mehr Gewicht, als wenn eine einzelne Mutter/ ein einzelner Vater verzweifelt immer wieder die gleichen Gardinenpredigten hält. Vielleicht gibt es auch einen Austausch größerer Kinder und Jugendlicher in den Ferien und ebenso von Großmüttern oder Großvätern als Ferienbegleiter und/oder Nachhilfelehrer, damit die Eltern einmal mehr Zeit für sich haben.  

Das sind nur Beispiele. Das Leben wird uns noch andere Bereiche zeigen, wo wir uns gegenseitig helfen können.

Einmal im Jahr sollten wir uns in Jugendherbergen oder Burgen zum großen Vereinstreffen versammeln, Vorträge halten, um uns gegenseitig über unsere Weltsichten zu informieren, Musik- oder andere künstlerische Darbietungen von Vereinsmitgliedern hören, gemeinsam etwas unternehmen, sportliche Wettbewerbe durchführen, Schach- und/oder Kartenspielen.

Es wird Jahre dauern, bis wir unseren Verein gründen. Vielleicht zur Feier des 200. Geburtstages eines Ahnen meiner engen Hickethier-Familie, Gottfried Hickethier, am 19.08.2022 in Berlin. Das erste Mal hatte ich diese Idee schon im 32. Gedankensplitter geäußert. 

Wer Interesse hat, kann sich ja schon einmal bei mir melden.    

 

146. Kleine Übung zur formalen Logik (06.11.2017)

  1. Die amtierende Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland stellt fest: Es ist nicht möglich, die deutschen Grenzen so zu sichern, dass die illegale Einwanderung verhindert wird.
  2. Wer erst einmal deutsches Territorium erreicht hat, dem stehen „selbstverständlich“ die gleichen Menschenrechte zu wie jedem Bundesbürger, das heißt, er kann z.B. gegen die Auffassung der zuständigen Behörden der Bundesrepublik, zu der sie nach langwieriger Prüfung gekommen waren, dass er dieses Land wieder verlassen muss, durch alle Instanzen hindurch klagen auf Kosten gerade jener Republik, deren Gesetze er durch eine – nach Behördenauffassung: unberechtigte – Einreise verletzt hat. Er muss diese Kosten, die der deutsche Staat vorschießt mit den Steuergeldern, die seine Bürger erarbeitet haben, auch nicht zurückzahlen. Wer als „Geflüchteter“ klagt, hat also nichts zu verlieren, nur etwas – für ihn Gewaltiges – zu gewinnen.
  3. Von Menschen lässt sich Vieles begründet erwarten, aber nicht „sehenden Auges“ eine Missachtung realer Chancen für das eigene Leben. „Geflüchtete“ wären daher dumm, diese Möglichkeit, die ihnen der deutsche Staat nicht nur eröffnet, sondern durch die vielen Flüchtlingsunterstützungsvereine sozusagen geradezu aufdrängt, nicht zu nutzen. Die Anzahl dieser Klagen ist deshalb explodiert. Es wird Jahre dauern, sie abzuarbeiten.
  4. Wer aber jahrelang hier ist, wer sich an das Leben in Deutschland gewöhnt hat, ist dem nach Jahren wirklich noch zuzumuten, Deutschland wieder zu verlassen? Er kann ja nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass die deutschen Gerichte so lange brauchen.
  5. Wer als Klagender will, dass diese Logik greift, wird alle illegalen Einwanderer, die er kennt, und die abgeschoben werden sollen, bestürmen, ebenfalls zu klagen. Die diensteifrigen deutschen Unterstützungsvereine stehen bei Fuß: Mehr als ein paar Unterschriften müssen die Kläger dafür nicht leisten.

Also dauert es noch länger und noch mehr sind ermutigt zu kommen, weil es sich lohnt: Selbst abgelehnte Asylbewerber bekommen in Deutschland weiter die volle Unterstützung, und sollten sich einzelne Bundesländer tatsächlich wagen, auf Sachleistungen umzuschalten, lässt sich immer noch gut untertauchen in Deutschland und schwarz arbeiten.

Ergo: Deutschland wird nicht Deutschland bleiben. Es wird in ein paar Jahrzehnten kippen, wenn die politische Kaste, die uns das eingebrockt hat – Frau Merkel mit ihrem Gefolge, egal, welcher Partei es angehört -, weiter an der Macht bleibt.

Bewährte Demokratien wie Australien und Österreich haben Konzepte dagegen: Asylanträge müssen bereits im alten Heimatland oder dem nächstliegenden Nachbarstaat bei der Botschaft des Wunschlandes gestellt werden. Erst und nur, nachdem sie positiv entschieden wurden, dürfen die Antragsteller einreisen. Wer trotzdem illegal kommt, wird sofort des Landes verwiesen. Ein Klage dagegen im Inland hat keine aufschiebende Wirkung. (Das kennen deutsche Staatsbürger: Ämter und Behörden geben ihnen in der Regel kein Pardon, selbst dann nicht, wenn es um ihre Existenz geht.) 

Dabei sehe ich durchaus, dass es viele Einwanderer gibt, die sich sehr bemühen, die ein Gewinn für Deutschland sind. Wenn sich ihr Nutzen für die deutsche Gesellschaft stabil erwiesen hat, müssten sie bürgen können für Familienangehörige oder Freunde. Verhalten diese sich nicht ebenso konstruktiv wie die Bürgen, müssen diese so lange für sie zahlen, bis sie Deutschland wieder verlassen haben.

So wird ein Schuh daraus: Bringe erst Leistung für Deutschland auf eine bewährte und nachgewiesene Weise, dann kannst du auch deine Familie in dieses Land nachholen.

Dieser „Nationalegoismus“ nutzt am Ende allen, weil er das Positive, das Tugendhafte im einzelnen Menschen, egal, woher er kommt, fördert: Nur durch meine eigene, legale Anstrengung kann ich zu etwas kommen. Das ist eine Lektion, die auch viele deutsche Jugendliche neu lernen müssen. Wir Menschen brauchen beides: Ein starkes JA unserer Gesellschaft zu eigenen Anstrengung, genauso wie ihr starkes NEIN zum Versuch, sich auf Kosten anderer durchzumogeln (siehe auch den 140. Gedankensplitter).       

 

145. Die verlogene Gesellschaft oder: Der „Westen“ macht sich selbst zum Affen oder: Zweierlei Maß (04.11.2017)

Weil der britische Verteidigungsminister vor 15 Jahren einer Journalistin mehrmals ans Knie gefasst habe, tritt er nun zurück. Sie selbst erklärt: „Meine Knie blieben intakt“ und bezeichnet den Rücktritt als „lächerlich“. Sollte die Knietätschelei tatsächlich der Grund für den Rücktritt sein, wäre dies der „absurdeste Rücktritt eines Kabinettsmitglieds aller Zeiten“.

Für mich zeigt sich darin die Verlogenheit der westlichen Demokratie und ihrer politischen Klasse. Denn wer von den politisch Verantwortlichen ist zurückgetreten als über Jahre der sexuelle Missbrauch, einschließlich schlimmster Vergewaltigungen, minderjähriger britischer Mädchen durch einen pakistanischen Clan vertuscht wurde, weil nicht gegen die Immigranten „gehetzt“ werden durfte. Erwiesenermaßen kämen die Täter ja sowieso fast immer aus dem eigenen familiären Umkreis.

Die, die die Kinder hätten schützen müssen, verhöhnten sie gemeinsam mit den Tätern: Sie seien sexuell frühreif und hätten ihre Peiniger „verführt“. Wer ist da zurückgetreten? Ich vermute, kaum einer bis keiner.

Die politisch Verantwortlichen in Deutschland sind nicht besser. Sie wollen nicht wahrhaben, was Kirsten Heisig, die Jugendrichterin, die plötzlich mit dem Erscheinen ihres Buches „Das Ende der Geduld“ im Jahr 2010 verstarb, über den Machowahn arabischer Clans in Deutschland schrieb, die auf deutsche Mädchen herabsehen, weil sie keine Ehre im Leib hätten, ja nicht einmal ein Kopftuch tragen würden.

Und die deutschen Jugendlichen, die nur weich gespültes Wischi-Waschi von den eigenen Eltern und Pädagogen kennen, sind zum Teil sogar fasziniert von dem klaren Machtanspruch der jungen Araber und Türken, die vor lauter, mit Testosteron aufgeplustertem Selbstbewusstsein kaum noch laufen können. Wie soll es jungen Männern auch gehen, vor denen die geballte Macht des deutschen Staates, seine Lehrer, seine Schulleiter, seine Polizisten, seine Staatsanwälte und Richter, kuscht. Sie müssen psychisch total verrücken.

Das Schaf, der deutsche Michel, nimmt es hin, obwohl sogar das Hauptprogramm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens darüber berichtete („Ich gehöre ihm“, 119. Gedankensplitter, siehe auch den 106., 88. und 71.). Trotzdem, obwohl es nicht totzuschweigen war, ist keiner von den Verantwortlichen je zurückgetreten. Es ging nicht darum, dem Knie einer erwachsenen Frau zu nahe gekommen zu sein, sondern um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, die darauf vertraut hatten – vergeblich! -, dass die Erwachsenen ihrer Gesellschaft sie schützen würden.

Und was passierte in Köln, Silvester 2016 und zu „Halloween“ 2017 in westdeutschen Städten angeblich nicht? War es auch so schlimm, wurde da jemand am Knie berührt, vielleicht sogar zweimal?

Wieso ist da keiner der politisch Verantwortlichen zurückgetreten? Zweierlei Maß!? Je länger es her ist, desto schlimmer und je deutscher der Täter, auch.

 

144. So ein Land ist das, in dem ich lebe (30.10.2017)

Wenn ich sage, dass ich es und seine Sprache liebe, gefährde ich in ihm meine körperliche Unversehrtheit. So viel Hass hat sich hier aufgestaut. Bayern darf ich lieben oder Thüringen, zum Beispiel, aber um Gottes Willen nicht Deutschland als Ganzes. Ziehe ich mit der Fahne irgendeines seiner Bundesländer, außer inzwischen der sächsischen, durch die deutsche Gegend, werde ich als verschrobener Lokalpatriot dafür belächelt.

Ziehe ich mit Schwarz-Rot-Gold durch Deutschland, werde ich als Patriot bedroht, wenn nicht gerade eine Fußballeuropa- oder Weltmeisterschaft stattfindet. So ein Land ist das. Frau Merkel, die Schwarz-Rot-Gold-Wegnehmerin (siehe das Ende vom 30. Gedankensplitter), und alle in ihrem Gefolge, egal welcher Partei sie angehören, tragen die politische Verantwortung dafür.

Peter Maffay singt von der „Freiheit, die ich meine“. Was bedeutet sie für ihn?

Selbst bestimmen zu dürfen, was man tut, wie man lebt, wie man sich entscheidet, wofür man steht, ohne Angst haben zu müssen dafür belangt zu werden… Nachts in Ruhe schlafen zu können.“ (In: Sonntag, Wochenendbeilage der Leipziger Volkszeitung und der Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28./29.10.2017, S. VIII)

Das ist in Deutschland heute für die Liebhaber aller Länder der Welt möglich, aber leider nicht für die Liebhaber des eigenen, wenn sie es als Ganzes lieben und das offen zeigen. So ist dieses Land. Mir scheint: Kein anderes Land auf der Welt ist so, verdreht und auf den Kopf gestellt, wobei ich an der Freiheit der Liebhaber des Fremden nichts ändern möchte, nur sollte eine Liebe ganz sein und auch die eigene Kultur und Sprache betreffen können. Sonst ist sie falsch und verlogen, kippt früher oder später ins Gegenteil um.

Wie verfehlt muss ein Leben sein, wenn einer vergessen hat, er selbst sein zu wollen, wenn er sich ständig kulturell verkleidet und verstellt, um einer angeblich höher stehenden „internationalen“ – in Wirklichkeit US-amerikanischen – Lebensweise angehören zu dürfen, wenn er zum Beispiel gar nicht mehr „realisiert“, dass „realisieren“ im Deutschen eine ganz andere Bedeutung hat als im Englischen, nämlich nicht, etwas zu verstehen oder zu merken, sondern etwas Gedachtes Realität werden zu lassen, es also in die Praxis umzusetzen.

Sie werden es schon noch realisieren und wir auch. 

 

143. Gleichen ein Über- und ein Untermaß der Liebe sich gegenseitig aus? (28.10.2017)

Was die einen zu viel an Stolz und Ehre in Bezug auf ihre Herkunft haben, nämlich die meisten Zuwanderer, und zwar desto mehr, je länger sie in der neuen Heimat Deutschland gemerkt haben, dass nicht alle ihre Blütenträume dort reifen, haben die anderen zu wenig: die gewöhnlichen deutschen Ureinwohner. Das ist doch praktisch, oder? Im Durchschnitt gleicht so so alles wieder aus.

Leider nicht. Das ist auch mit der Liebe so und ihrem Pendant, der Gleichgültigkeit. Wenn die einen, die zusammen in einer Wohnung leben, ihre alte Heimat zu viel lieben, und die anderen ihre, in der sie schon immer lebten, zu wenig oder gar nicht, geht das auf die Dauer nicht gut: Die Liebes- und Leidenschaftsunfähigen werden verdrängt werden, sie fliegen raus bzw. gehen freiwillig in eine für sie bessere, „höherstehende“ Kultur nach der Devise: Hauptsache nicht deutsch, meistens ist es die anglo-amerikanische.

[Mir fällt das gerade daran wieder auf, wie viel unvergleichlich besser es für einen deutschen Schauspieler wäre, bei "Game of Thrones" mitzuspielen als in einer deutschen Fernsehserie. Und wenn die Kirche in Deutschland leider, leider Luther nicht schick und angesagt auf Englisch predigen oder singen lassen kann, dann müssen es wenigstens und unbedingt alle Lieder drumherum sein, in denen er verpackt ist. - 29.10.2017]  

Was man nicht liebt, behält man nicht, das gilt für Heimaten aller Art, menschliche und örtliche, und sie müssen konkret sein, gemeinsame sprachlich-kulturelle und mentale Merkmale haben. Das Sonnensystem lässt sich nicht lieben, nicht wirklich, auch wenn es unserer aller ist. 

 

142. Ist der Bote, der eine Nachricht überbringt, unverschämt, oder sind es die Fakten dieser Nachricht? (26.10.2017)

Offenbar ist es in der postfaktischen Gesellschaft für die etablierten Politiker, z.B. den parlamentarischen Geschäftsführer der neuen FDP-Bundestagsfraktion, gar nicht so einfach, zu unterscheiden, was eine „Geschmacklosigkeit“ ist, geschichtliche Tatsachen oder ihre Nennung durch einen Vertreter der AfD im Bundestag.

Bernd Baumann, der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion hat gut recherchiert: Seitdem sich die Volksvertreter aus dem ganzen deutschen Reich 1848 in der Frankfurter Paulskirche versammelten, wurde das Parlament über alle Reichs- und Bundestage hinweg immer vom ältesten Abgeordneten eröffnet, über 150 Jahre lang.

Nur Hermann Göring hatte 1933 getrickst, weil er verhindern wollte, dass Clara Zetkin als die damals älteste Abgeordnete die Tagung des Reichstags eröffnen konnte. Worin besteht nun der Skandal? In diesem Fakt selbst oder in seiner Nennung angesichts der Tatsache, dass es jetzt in der langen Geschichte des deutschen Parlamentarismus zum zweiten Mal dazu gekommen ist?

Der Skandal ist, dass die Etablierten nicht so gründlich recherchiert hatten wie die AfD. Hätten sie es getan, dann wäre wahrscheinlich dieses durchsichtige Manöver zur Verhinderung eines AfD-Alterspräsidenten unterblieben.

Der einfache Deutsche hat einmal mehr gelernt: Schnell kann es in der gegenwärtigen deutschen Republik dazu kommen, dass der, der über ein Unrecht berichtet, von den Etablierten angefeindet wird, der Bote sozusagen, anstatt das Unrecht selbst zu kritisieren oder zumindest zu schweigen.  

 

141. Murat, ich mag Dich, ich halte Dich für einen guten Deutschen (25.10.2017)

Essen gehen in einer Kneipe dient oft auch der geistigen Ernährung. Bis ich die Bestellung aufgeben kann, nachdem das Bier da ist und ich auf mein Essen warte, lese ich gern. In der Gaststätte gibt’s die ZEIT. Ich blättere in der vom 12. Oktober, darin ein Appell von Murat Kurnaz an Migrantenkinder und an junge Flüchtlinge: Ihr habt alle Chancen hier, weil Deutschland ein gutes Land ist!

Murat Kurnaz saß fünf Jahre, von 2001 bis 2006 in US-amerikanischen Straflagern, die meiste Zeit in Guantanamo. Er wurde dort brutal gefoltert, er hat schlimmste Menschenrechtsverletzungen erlebt. Das war nicht vor 50 Jahren die Stasi, das waren Geheimdienste der westlichen Führungsmacht, der USA, unter der Präsidentschaft von George W. Bush, der öfter einmal vertraut mit Frau Merkel schäkerte. Die deutschen Regierungen ließen niemals einen Zweifel daran, dass es sich bei den USA um eine bewährte Demokratie handelt. Und auch Barack Obama gelang es nicht, Guantanamo zu schließen und bestimmt hat(te) sich an den menschenverachtenden Verhörmethoden nichts geändert.

Keine der deutschen Regierungen hat offiziell und laut und deutlich etwas dagegen gesagt, auch die rot-grüne nicht. Sie machen lieber noch ein Museum gegen die Nazi- und Stasiwillkür oder auch die Machenschaften des russischen KGB auf. Unrecht lässt sich besser bearbeiten, wenn es vergangen ist und nicht die „eigene Familie“ betrifft. Das sind für die etablierten deutschen Politiker natürlich nicht die eigenen Vorfahren, sondern die westlichen Verbündeten. Das Kanzleramt unter Leitung von Frank-Walter Steinmeier hatte nicht einmal das Angebot der USA, den deutschen Staatsbürger Kurnaz nach Deutschland auszufliegen, angenommen, so musste er weitere vier Jahre unschuldig im Folterlager Guantanamo verbringen.

Während die etablierte öffentliche Meinung in Deutschland über die Chancenlosigkeit von „Flüchtlingen“ jammert (erst gestern wieder, zwangsfinanziert im ZDF auf Frontal 21), stellt Murat Kurnaz fest:

Viele der Jungs, mit denen ich spreche, glauben, sie gehören nicht dazu. Werden nie dazugehören. Und also haben sie keine Chance in diesem Land. Denen sage ich: Hört auf mit dem Quatsch! Ihr habt ALLE Chancen. Strengt euch an in der Schule. Macht eine vernünftige Ausbildung. Verlasst euch nicht auf irgendwelche Ämter, steht auf eigenen Beinen. Nehmt das Leben ernst. Und auch wenn ihr euch von geregelter Arbeit nicht gleich den dicksten Wagen leisten könnt: Lernt zu warten. Habt Geduld!“

Das ist das Hauptproblem und nicht die „Diskriminierung“ durch eine „rassistische“ Mehrheitsgesellschaft. Den Jugendlichen – vielen deutschen genauso – fehlt der „lange Atem“. Sie glauben, ein Recht darauf zu haben, alles sofort zu bekommen. Die Tippeltappeltour der Schulabschlüsse und Ausbildungen ist ihnen viel zu umständlich und langwierig; sie wollen sofort ein dickes Auto bzw. wenigstens der große Gönner für die Angehörigen zu Hause sein, die ihre Flucht finanzierten. So ein Anspruchsdenken kommt nicht einfach von alleine. Die politische Klasse in Deutschland hat den Boden dafür bereitet, dass Zuwanderer abenteuerliche Versprechen der Schlepper glauben, dass z.B. jeder hier Begrüßungsgeld bekäme und ein Haus.

Und gibt es nicht auch „Begrüßungsgeld“? Wie muss das ankommen, wenn Zuwanderer gleich für fünf Monate im Voraus ihre monatliche Unterstützung erhalten, die fast zu hoch ist wie die für einen Deutschen, der jahrzehntelang hier arbeitete und nun Arbeitslosengeld 2 bezieht. Sie fächern die 100-Euro-Scheine in der Hand auf und verschicken diese Bilder über Whats-up in die Welt.

Nicht das „dunkle Deutschland“, sondern das „dumme Deutschland“ ist primär schuld an den Problemen, die „Geflüchtete“ hier haben und hier machen. 

 

140. Die Einheit der Gegensätze ist besser als ein laues Mittelmaß (24.10.2017)

Das gilt bei der Erziehung: Richtig, total lieb, wenn ein Kind es braucht, weil es z.B. tief verunsichert ist, und richtig streng, wenn es nötig ist, weil es z.B. versucht, das Richtige, Nützliche, Hilfreiche im Interesse seiner Bequemlichkeit und/oder Unbeherrschtheit zu verschieben.

Genauso ist es in der Politik. Boris Palmer von den Grünen hat Recht: Mehr positive Anreize für die Zuwanderer, die sich anstrengen, die sich tatsächlich integrieren wollen. Und mehr Konsequenz bei denen, die das nicht tun oder sogar kriminell werden.

Genau das ist es. Mehr Konsequenz auch gegen die, füge ich hinzu, die es nicht der Mühe wert finden, Deutsch zu lernen, weil die internationale, weltoffene Sprache ja sowieso Englisch sei. „Eher sollen doch die 80 Millionen Deutsche anständig Englisch lernen, bevor ich Deutsch lerne.“ – „Dann geh’ nach Englischland, aber bald“, wäre hier eine klare und hilfreiche Konsequenz. 

 

139. (19.10.2017) Ein Hauptdilemma der deutschen und europäischen Geschichte war, 

dass sich 1871 Preußen und Österreich nicht einigen konnten, wie die Bildung eines deutschen Staates vollzogen werden sollte. Preußen bestand darauf, dass sich Österreich-Ungarn von seinen nichtdeutschen Kronländern trennen sollte. Das war ein Fehler: Mit einem gemeinsamen preußisch-österreicherischen Kern hätten sie das alte Österreich-Ungarn mit den anderen deutschen Ländern zusammenhalten und das Modell einer „Vor-EU“ schaffen können, deren Länder zueinander passen und die friedensstiftend nach innen und außen wirkt.

Ihre große kreative Kraft hätte sie als Wirtschafts- und Handelsmacht entfaltet, nicht als Kriegsmacht. Sie hätte zusammen mit den USA, Russland, China-Japan, Großbritannien, Frankreich zu den großen wirtschaftlichen und kulturellen Kraftzentren der Welt gehört und wäre aufgrund ihrer Ingenieursfähigkeiten die Großmacht gewesen, die am wenigsten das Militärische nötig hat, weil sie schon wirtschaftlich gewinnt. Aber das ist immer noch möglich. Russland und China-Japan sind wichtig. Wir brauchen und brauchten ihre Partnerschaft, um uns und sie vor den Neidischen zu schützen, die denen, die fleißig und kreativ sind, nicht gönnen, was sie sich damit erarbeiten, z.B. schon ihre eigene harte und weltweit gefragte Währung nicht.

Siehe schon den 136. Gedankensplitter!

 

138. Die Logik des BRD-Establishments (18.10.2017)

Weil ein Straftäter nach Überfällen auf drei Rentnerinnen, die mit zum Teil schweren Verletzungen für diese endeten, und vielen anderen Straftaten nun einen weiteren Rechtsbruch begangen hat, nämlich seinen Wohnsitz unerlaubter Weise zu verlassen, natürlich ohne sich ab- oder umzumelden, wurde er zur Belohnung dafür für die vorherigen Straftaten nicht belangt, in diesem Fall: nicht abgeschoben.

Denn das ginge nach Auskunft des Sprechers des Berliner Innensenators nur, wenn „eine Abschiebung schriftlich zugestellt werden kann“. Schließlich würden „auch für Ausreisepflichtige immer noch bestimmte Rechte (gelten)“ (BILD vom 18.10.17, S. 2).

Inländer würden damit schon einmal allein wegen der GEZ und dem Finanzamt nicht durchkommen. Das sagt nicht er, das sage ich. So musste wegen der Rechte schwer gewalttätiger Wiederholungstäter in Deutschland eine weitere Frau Opfer werden, diesmal eine 60-Jährige, die diesmal nicht nur schwer verletzt, sondern getötet wurde.

Wann werden die verantwortlichen Politiker und Beamten zur Verantwortung gezogen?  

 

137. „Kein König mehr im Klassenzimmer“ (17.10.2017)

So hat die LVZ ein Interview mit einem Professor für Grundschulpädagogik überschrieben (13.10.2017, S. 9). Gemeint sind natürlich die Lehrer. König werden wollen viele. Bediensteter schon entschieden weniger, vor allem, wenn sie in einer Zeit aufwuchsen, in der sie mit ihren vermeintlichen Bedürfnissen als Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt ihrer Welt standen.

Das ist verinnerlichtes Anspruchsdenken, das kann nicht so schnell umgedreht werden. Dann werden sich wohl immer weniger finden, die Lehrer werden wollen. Denn Gleicher unter Gleichen im Klassenzimmer zu sein, ist natürlich eine wohlfeile Lüge. Einer führt immer: Entweder die Lauten und Unerzogenen oder die Gebildeten, und der Gebildetste in einer Klasse sollte der Lehrer sein.

Aber er darf ja nicht führen. Um Gottes Willen: „Sollte eine Note für ‘Betragen’ wieder eingeführt werden? Auf keinen Fall. Man hat sie abgeschafft, weil sie nichts Positives gebracht hat.“

Nehmen wir einmal allein die Fakten, lassen wir Ideologien weg. Rechtschreibtests beweisen: Die Kinder in Deutschland können immer schlechter Deutsch. Ich bin überzeugt, in der kaiserlichen Volksschule lernten sie entschieden besser Lesen, Schreiben und Rechnen als die heutigen, und da war der Lehrer noch „König“ im Klassenzimmer; es gab schlechte, aber auch viele gute. Unsere Gesellschaft hat die Kraft, dafür zu sorgen, dass ein Lehrerkönig ein guter ist, aufgehoben im Kollegium und der Gemeinschaft aller, die in die Schule gehen: Lehrer, Schüler und Eltern.

Ist es normal, dass sich die Menschheit auf allen Gebieten, vor allem den technischen und medizinischen, entwickelt, bloß auf dem der Bildung soll es bergab gehen müssen? Gab es die Pubertät, ADHS und Asperger Autismus früher nicht? Kamen da nicht auch schon viele Ausländer nach Deutschland und wollten Deutsche sein und wurden es?    

 

136. Über Kurz oder Strache wird Österreich im Verbund mit den Visegrad-Staaten Europa vor dem Merkel-Wahnsinn retten (15.10.2017)

Es wird wie in alten KuK-Zeiten einen Verbund mitteleuropäischer Länder anführen, in dem erstens ein wirklich gleichberechtigtes Miteinander möglich ist, wie damals, und das zweitens und vor allem verhindert, dass es in Europa zum Gewohnheitsrecht wird, die Südstaaten auf Kosten der nördlichen und mitteleuropäischen dauerhaft zu alimentieren.

Vom „Macron-Wahnsinn“ rede ich nicht, obwohl seine Forderungen noch „europäischer“ sind als die Merkels. Aber er stellt sie aus wohlüberlegten nationalen französischen Interessen. Für Frankreich kann es nichts Besseres geben, als dass Deutschland dauerhaft für die Schulden aller Euro-Staaten geradesteht. Helfen kann uns – langfristig strategisch – eine Konförderation mit Österreich.

Ich habe es schon immer gesagt: Wir brauchen einen neuen „Deutschen Bund“ in Europa; seine Hauptstadt muss wieder Wien sein und nicht Berlin.   

[Das sind weit vorausgreifende Visionen. Wenn Helmut Schmidt recht hat, muss ich zum Arzt gehen. Aber ich denke schon mal etwas kleiner und bescheidener als die, die gleich ganz Europa mit seinen widerstreitenden Mentalitäten und Interessen zu einer politischen und wirtschaftlichen Einheit machen wollen. Großbritannien macht sein Eigenes und ist trotzdem an guten Beziehungen zu den anderen europäischen Staaten interessiert. Warum soll das langfristig für Staaten, die sich nahe sind, örtlich, geschichtlich, mental, für Deutschland und Österreich und die Staaten, die sich seinem Bund eventuell anschließen wollen, nicht auch möglich sein?

Die Mittelmeernationen können das ebenso machen, sie gehören und sie passen zusammen; kein deutscher Sparkommissar wird sie dann mehr unterjochen – soll doch jeder auf seine Weise glücklich werden, im friedlichen und kameradschaftlichen Miteinander. Auch den hungerleidenden afrikanischen Ländern könnte so besser geholfen werden, wenn einzelne Nationen bzw. überschaubare Staatenverbünde konkrete Hilfe leisten, die nicht in internationalen Apparaten versickert. Der verstorbene Mitgründer der Organisation Cap Anamur Rupert Neudeck hatte vorgeschlagen, Patenschaften von Nation zu Nation zu den Entwicklungsländern aufzunehmen, die sich freundschaftlich nahe sind, die sich gegenseitig in ihren „Nationenpersönlichkeiten“ kulturell und sprachlich akzeptieren und bereichern wollen, multikulturell und multipolar und nicht alles von vornherein auf eine einzige Weltmonokultur und Sprache ausrichten, die, wenn es nach der - noch - etablierten politischen Klasse in "Deutsch"land mit ihren Medien geht, die anglo-amerikanische ist. - 16.10.2017] 

 

135. Nicht der ostdeutsche Mann ist gestört, der zu einem Drittel AfD gewählt hat, sondern eher der westdeutsche, der es nicht getan hat (14.10.2017)

So die Sicht des erfahrenen Psychoanalytikers Hans-Joachim Maaz in der LVZ vom 13.10.2017 (S. 4): „Der Ostdeutsche (handelt) mehrheitlich nicht unüberlegt, sondern er ist kritisch gegenüber jedweder Regierung, er hinterfragt vorherrschende Zustände und neigt weniger dazu, politischen Parteien auf ewig die Treue zu halten.“

Im Gegensatz dazu winkt der westdeutsche Wähler mehrheitlich obrigkeitsgläubig eine falsche Politik durch. Maaz: „Ich nenne nur Eurokrise, Energiewende oder Grenzöffnung. In diesen Punkten hat die Kanzlerin aus meiner Sicht planlos und falsch gehandelt. … Man könnte jetzt westdeutschen Wählern vorwerfen, dass sie das verleugnen und feige sind. Macht aber keiner.“ Dafür wird umso mehr auf den dummen, angeblich rückständigen Ostdeutschen herumgetrampelt. Und morgen sind es auch die Österreicher, die nicht genug westdeutsche – das heißt, sich selbst aufgebende – politische Bildung genossen haben, sich einfach erlauben, nicht mehr Genossen zu sein. Skandal!  

(Ich hatte Hans-Joachim Maaz schon einmal zitiert: im 89. Gedankensplitter.)

 

134. “Dirty campaigning“ gegen die eigene Sprache (12.10.2017)

Wieso ist die „Schmutzkampagne“ nicht mehr gut genug? Bei ihr wüsste man z.B. auch noch ziemlich genau, wie sie geschrieben wird. Weil offenbar der Anteil aufgeblasener Wichtigtuer – in Kürze „puffed-up important-maker“ zu nennen – an den eigenen Eliten immer mehr zunimmt.  

[In einer Zeit, in der die Deutschkenntnisse, insbesondere in Bezug auf die Rechtschreibung, immer weiter sinken, nach meiner Überzeugung weit unter das Niveau, das die Absolventen der achtklassigen kaiserlichen Volksschule auf ihrer jeweiligen Klassenstufe erreichten, fällt den Vertretern der deutschen Eliten nichts Besseres ein, als immer mehr überflüssige Anglizismen in den deutschen Wortschatz zu quirlen.

Sie haben sich noch nie für die Eigenen interessiert, für ihr Volk, das sie vertreten, wenn es nach dem deutschen Grundgesetz ginge und der Inschrift auf dem Reichstag, sondern für eine internationale, „weltoffene“ Oberklasse, die sich Wohnsitze in mehreren Ländern leisten kann. Und zu der wollen besonders Deutsche gehören, weil eines ihrer Wesensmerkmale Strebsamkeit ist. Sie schicken ihre Kinder auf „weltoffene“ Internate, die bloß eines nicht sein sollen: „dumpf“ deutsch, denn dann ähnelten sie doch gar zu sehr ihrem Souverän, der sie in Amt und Würden wählte und der in Deutschland das Bruttozialprodukt schafft, das ihnen ihr besseres, internationales Leben ermöglicht. - 15.10.2017] 

 

133. Die Gnade der späten Geburt oder die Fähigkeit, es nie gewusst zu haben (11.10.2017)

Frau Käßmann hat beim Friedensgebet in der Nikolaikirche in Leipzig am 9.10.17 beklagt, dass Menschen niedergebrüllt und bedroht würden, weil sie anderer Meinung seien als die, die schreien und pfeifen. Als die Aktivisten? Nein, das sind natürlich „Hetzer“ und wer brüllt und Flaschen und Steine auf Menschen wirft, die er „Rechte“ nennt, der ist natürlich ein Guter, nicht wahr, Frau Käßmann, der übt gute Körperverletzung im Namen Gottes aus.

Und das nicht erst neuerdings, sondern seit Jahren, was sage ich, seit Jahrzehnten. Ich weiß es noch genau: Ich war mit meiner Frau auf dem Leipziger Markt, als im Sommer 2002 dort Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat der CDU/CSU sprach, ankämpfend gegen ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert und tumpe Sprechchöre. Mich beeindruckt noch heute, mit welcher „Galanterie“ Stoibers Personenschützer auf der Bühne mit ihren aufgespannten Regenschirmen Wurfgeschosse aller Art, insbesondere Tomaten und Eier, abfingen.

Es wurden Flaschen in die Menge geworfen. Die Nazis hatten es nicht anders verdient. Wer Stoiber zuhörte, musste einer sein. Meine damalige Frau traf eine Flasche am Kopf. Zum Glück war es „nur“ eine nur halb gefüllte Plasteflasche. Da „Nazis“ ja nur lebensunwerte Untermenschen sind, fühlen sich heute nicht wenige „weltoffene“ Menschen berechtigt, mit vollen Glasflaschen nach ihnen zu werfen.

Lauter Protest gegen „rechts“, auch gewalttätiger, war in Deutschland seit Ende der sechziger Jahre in, angesagt und schick. Wahrscheinlich hielt die evangelische Kirche den lautstarken, mit Wurfgeschossen verbundenen Protest auf dem Leipziger Markt damals für „fesch“ und mutig. Jedenfalls habe ich zur Gewaltkultur Linksextremer bis heute von offizieller Kirchenseite nichts in der Art gehört, was Frau Käßmann am 9.10.17 in Leipzig kritisch und warnend zur „rechten“ Demonstrationskultur gesagt hat.

Wer brutale Gewalt seit Jahren und Jahrzehnten stillschweigend duldete, kann sich nicht darüber wundern, dass sie nun auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums angekommen ist, obwohl nach wie vor das Werfen von Steinen und Flaschen, das Verschießen von Stahlkugeln mit professionellen Katapulten typischer für linksextreme Demonstranten ist als für rechtsextreme.

Es sei denn, er wäre ein Schein-Heiliger. Ein echter sogar. „Keine rechte Gewalt!“ ist ein verlogener Aufruf. Es kann nur heißen: „Keine Gewalt!“, die von privaten, unautorisierten Personen ausgeht, egal welches wohlfeile Mäntelchen sie sich umhängt. Der verstorbene Leipziger Pfarrer Führer war einer der wenigen Kirchenvertreter, der darauf hinwies: „Keine (rechte, linke, grüne, rote, braune oder sonst wie geartete) Gewalt!“ Sowie eines dieser Attribute dazu kommt, wird “die” Gewalt in Wirklichkeit durch die Hintertür sogar gefordert und gefördert. 

 

132. Wider das Halbscheibendenken (06.10.2017)

Die Welt ist keine Halbscheibe, bestehend nur aus einer linken Seite und höchstens noch der Mitte. Nein, es gehört auch die rechte dazu, damit das Ganze eine runde Sache wird.

Und die Welt besteht auch nicht nur aus dem Westen, der immer recht hat. Wo ein Westen ist, muss auch ein Osten sein, und der reicht bis nach Russland.

Es kommt noch schlimmer für die „Weltoffenen“: Die Welt ist nicht nur eine ganze Scheibe, zu der auch eine rechte Seite und „der Osten“ gehören, sie ist sogar eine Kugel, und da geht es rund. Nichts ist ewig, auch nicht die ideologische Vorherrschaft eines antinationalen Denkens, das „verschärft“ allerdings sowieso nur Deutschland betraf und nicht die anderen Nationen der westlichen Welt.

Deutschland kann nicht ewig eine Sonderrolle spielen, es gehört zur großen, runden Weltkugel, die sich dreht. Es kann und soll gute Beziehungen zu anderen Nationen haben, insbesondere zu den mitteleuropäischen und zu Frankreich und Russland, aber es kann und soll sich nicht auflösen in einer bürokratischen europäischen Union.

Als eigenständige Größe ist es nicht gefährlich für die anderen, sondern hilfreich, wenn es es selbst sein darf und soll. Es wurde immer dann gefährlich, wenn es kleingehalten werden sollte durch die anderen europäischen Großmächte, die seine Konkurrenten waren, und die immer weiter hinter seiner wirtschaftlichen Kraft zurückgefallen wären, wenn zwei Weltkriege Deutschland nicht gestoppt und gestutzt hätten.

Damit bestreite ich gar nicht die große Schuld, die – auch – Deutschland in diesen beiden Weltkriegen auf sich geladen hat. Ihr tragisches Alleinstellungsmerkmal ist der irrationale, industrielle Massenmord an Millionen Juden, wehrlosen Zivilisten, Frauen und Kindern, auch an denen von ihnen, die gern gute Deutsche gewesen wären.  

Stauffenberg hat „rechts“ und national gedacht. Er wollte die Schmach des Versailler Vertrags tilgen und Deutschland in den Grenzen von 1918 wiederherstellen wie übrigens alle politischen Parteien damals bis hin zur KPD.

Zugleich und abgrundtief hat er sich für die Verbrechen der Nazimörder an unschuldigen Zivilisten geschämt. Das war ein Hauptgrund für seinen Attentatsversuch am 20.07.1944. Rechts und aus tiefstem Herzen gegen Nazis zu sein, passt also zusammen. Ich bin gespannt, wie lange die „Antifaschisten“ von heute noch brauchen, das zu verstehen. 

 

131. Vielleicht ist Deutsch zu schwer für sie … (05.10.2017)

Deutsch soll ja wirklich eine schwere Sprache sein. Jedenfalls redet in einer Zeit, in der der Präsident der Europäischen Kommission Jean Claude Juncker, ein Luxemburger, große Teile seiner offiziellen Reden vor dem Europäischen Parlament auf Deutsch hält, wie es der Sozialdemokrat Martin Schulz als Präsident des Europäischen Parlaments fast immer tat, Manfred Weber (CSU) als Vertreter der Europäischen Volksparteien Englisch.

Dass die Vertreter der Parteien der „demokratischen Rechte“, wie die CSU neuerdings von führenden ihrer Vertreter genannt wird, ihrer eigenen Kultur und Sprache treu sind, treuer wenigstens als Vertreter des linken Spektrums, kann so schon einmal nicht stimmen. Dass die Grünen das national Eigene verleugnen, obwohl Deutsch sogar eine der drei offiziell anerkannten Arbeitssprachen der EU ist, weshalb sie Juncker und Schulz ja auch als Repräsentanten der EU benutz(t)en, wundert mich sowieso nicht. Bei der CSU wundert es mich schon noch ein bisschen.

CSU und Grüne äußern sich partout in der Sprache der Nation, die aus der EU austreten will. Ist das ein Fingerzeig? Dann sollen sie doch lieber auf Französisch oder Russisch reden, wenn ihnen die eigene Sprache zu schwer ist oder sie sie verachten. 

 

130. Nationalfeiertag (03.10.2017)

Ich habe angeordnet, unsere großartige Flagge auf Halbmast zu setzen“, sagt Präsident Trump zum Massaker in Las Vegas. Wir hissen zu unserem Nationalfeiertag gar keine Flagge, nicht einmal eine nicht großartige. (Zu Frau Merkels Verhältnis zur deutschen Nationalflagge siehe auch das Ende des 30. Gedankensplitters.) Wir lassen nur blaue EU-Luftballons in den Himmel steigen und dort platzen. Keine in Deutschland erfundenen und gebauten Düsenjäger ziehen schwarz-rot-goldene Bahnen in den Himmel Berlins zu Ehren des Geburtstages einer selbstbewusst-freundlichen Weltwirtschafts- und Friedensmacht in der Mitte Europas.

Sie könnte – auch so – zeigen, dass sie sich nicht einseitig auf einen imaginären „Westen“ reduziert, sondern tut, was sie tun kann, um eine kameradschaftliche Zusammenarbeit europäischer Staaten, einschließlich Russland, zu fördern.

So könnte sie auch der Forderung Nachdruck verleihen, endlich alle US-amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen, zusammen mit allen anderen ausländischen Militäreinheiten, insbesondere auch der Führung von Meuchelmord-Drohnen aus Rammstein.  

 

129. “Sie haben den Schuss nicht gehört.“ (02.10.2017)

Ich habe gar nicht gewusst, wie leidenschaftlich Politikwissenschaftler werden können, in diesem Fall Werner J. Patzelt in der Sächsischen Zeitung vom 29.09.2017, S. 15. Und dann auch noch für AfD-Positionen. Das ist eine sehr angenehme Widerlegung dessen, was ich im letzten Gedankensplitter befürchtete, dass nämlich alle Experten sich nur Gedanken darum machen, wie die verwirrten AfD-Schäfchen mit mehr oder weniger lautem Gebelle und Gebeiße wieder zur Herde der Lemminge zurückgetrieben werden können.

Er greift ein Argument der Politisch Korrekten auf: „Gerade die am weitesten rechts stehenden Landesparteien der Union – Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg – haben besonders stark an die AfD verloren“. Messerscharfe Schlussfolgerung: Sie müssen nach links rücken. Falsch!, sagt Patzelt. Seiner Meinung nach hat das „merkelgefällig-bequeme Abrücken nach Mitte-Links vom bewährten sozialkonservativen Kurs“ der gesamten CDU/CSU dazu geführt.

Ebenso neunmalklug“ falsch: „Wer zwischen Original und Kopie wählen könne, stimme fürs Original – also für die AfD.“ Es hätte demnach gar keinen Zweck, sich an rechte Positionen “anzubiedern”. Besser sei es, offensiv mitte-links zu bleiben. Patzelt: „Wie gedankenlos muss man sein, um die junge AfD für das Original und die jahrzehntealten Unionsparteien für eine Kopie zu halten – gerade sie, die bis 2015 fraglos für deutsche Kultur, Patriotismus und gegen unkontrollierte Zuwanderung standen?“

 

128. Wäre das nicht Demokratie? (30.09.2017)

Alle Diskutanten (und andere Tanten) in den Medien – außer den AfD-Vertretern – sind sich einig, dass „das“ gestoppt werden muss, dass es ganz schlimm wäre, wenn sich „das“ so weiterentwickeln würde.

Sie wiegen die Köpfe, sie schauen sich ernsthaft besorgt an: Wie können wir, die Wissenden und die sich über dieses Wissen einig sind, die verirrten, aufmüpfigen „Kinder der Familie“ wieder auf den „rechten“ demokratischen Weg zurückführen? Wie können wir sie besser verstehen? Was müssen wir ihnen bieten, den AfD-Wählern jedenfalls, damit sie wieder vernünftig werden?

Apropos Demokratie. Leben wir in einer repräsentativen?

Müsste sich dann nicht jeder 8. Experte, Politikwissenschaftler, Soziologe, Psychologe usw., öffentlich-rechtlicher Diskussionsrunden für die Positionen der AfD einsetzen, anstatt immer nur, im immer gleichen Einheitstrott, zu überlegen und zu begründen, warum „das“ sowieso falsch (oberflächlich, inhaltslos usw.) ist, was die AfD vertritt, und wie es am besten verhindert werden kann (obwohl es gar keine Substanz hätte).  

 

127. Die AfD ist weder völkisch noch rassistisch, sondern nationalbewusst (27.09.2017)

Ein Deutscher ist für mich einer, der gut deutsch spricht, zumindest auf einem guten Weg dahin ist, und der im Gegensatz zur Generalsekretärin der SPD an die Realität einer deutschen Kultur glaubt. Ist dies so, ist es egal, welcher Ethnie er entstammt.

Nachdem er kulturell Deutscher ist, kann er auch noch deutscher Staatsbürger mit allen Rechten und Pflichten werden, wenn er sich und seine Familie wirtschaftlich selbst versorgen kann und in den Jahren, die er vor seiner Einbürgerung in Deutschland lebte, nicht kriminell geworden ist. Das ist das einzig Entscheidende und nicht, woher er gekommen ist.

Nazis denken tatsächlich völkisch und rassistisch; sie sind mit der AfD deshalb unvereinbar, so wie Stauffenberg mit Hitler. Im Deutschland der Gegenwart gibt es aber durchaus einen verbreiteteren Rassismus, nämlich den gegen die eigene Ethnie. Wenn auf Häuserwänden, Plakaten und im Internet unbeanstandet von der politischen Klasse und den Medien gefordert werden kann: „Bomber Harris, do it again!“, dann akzeptieren sie, dass Unschuldige, z.T. selbst Opfer des Naziregimes und auch tausende Kinder, noch einmal getötet werden sollen.

Ihr einziges Vergehen: der falschen Ethnie anzugehören, ihr Verbrechen: sich als Deutsche geboren lassen zu haben bzw. sich auf deutschem Boden zu befinden. Das ist eindeutiger Rassismus und nicht herbeiphantasierter, der anstatt auf Fakten auf negativem Wunschdenken, auf (Selbst)Hass, beruht. 

[Wenn die AfD doch "völkisch" wäre, dann im Sinne von "volksverbunden", wobei sie das eigene Volk nicht biologisch (rassisch), sondern kulturell definierte. - 03.10.2017]   

 

126. Wer sich selbst verlässt, wird verlassen (26.09.2017)

A) Der Leipziger Soziologieprofessor Holger Lengfeld hat festgestelltdass die Wut der kulturellen Enttäuschung mehr zu den Wahlerfolgen der AfD beigetragen hat als ein wirtschaftliches Abgehängtsein. Dieses ist nicht das Hauptproblem der meisten AfD-Wähler, aber sie machen sich ernste Sorgen um das Verschwinden ihrer Kultur und Sprache in der einen, großen Welt.

Die deutsche Kultur hat die SPD schon entsorgt, die gibt es angeblich laut ihrer Generalsekretärin gar nicht mehr. (Ein Glück, dass es noch eine tschechische, slowakische, polnische, ungarische … Kultur in Europa gibt. Wie käme Deutschland als Kulturnation dazu, sich so etwas ebenfalls einzubilden!) Als nächstes ist die deutsche Sprache dran. Sie wird seit Jahrzehnten entsorgt. Es gibt, zum Beispiel, immer weniger deutschsprachige Film- und Büchertitel, immer weniger deutschsprachige Studiengänge. 

Da muss man sich wahrscheinlich bald an einer Universität im Ausland immatrikulieren, um noch auf Deutsch studieren zu können. In „Deutsch“land geht das bei immer weniger Studiengängen, seine Eliten lassen ihre eigene Sprache mehr und mehr hinter sich, obwohl wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Sprache das Denken prägt und jede einen jeweils anderen Zugang zum Erkennen der Welt ermöglicht.

Und Deutsch gehört zudem zu den gewachsenen Kultur- und Wissenschaftssprachen; trotzdem soll es mit Gewalt aus dem multikulturellen Kanon der Wissenschaftssprachen gedrängt werden, und zwar zuerst von den Deutschen selbst, denen vom Typ schleimender Streber („Ich kann was! Ich kann Englisch!), die Goethe so treffend im Faust („Nacht“) mit der Figur Wagners beschrieben hat.

Ein “deutscher” Film, egal ob im Fernsehen oder im Kino, ist auch daran zu erkennen, dass, wenn schon nicht sein Titel, dann mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Hintergrundmusik englischsprachig ist. 

Sie haben nichts verstanden, immer noch nicht: Gestern, „hart aber fair“: Dorothee Bär, Bundestagsabgeordnete der CSU, erzählt etwas, was ich vergessen habe. Aber sie kommt nicht ohne ein „neudeutsches Wort“ aus, wie sie es selbst nennt: „new case“ oder so ähnlich. Ich habe es nicht einmal akustisch verstanden und mit mir sicher die meisten der über 20 Millionen Rentner in Deutschland auch nicht. (Natürlich fragt weder Herr Plasberg noch jemand anderes nach, schließlich sind sie alle hochgebildet und verstehen Englisch fließend.) Und auch Jüngere werden es nicht verstanden haben… wollen, nämlich jene, die selbstbewusst sind, die sich ihrer eigenen Kultur und Sprache bewusst sind.

Man nenne mir Anglizismen aller Art, ich werde fast immer beweisen können, dass Deutsche sich auf Deutsch gegenseitig besser sagen können, was damit gemeint ist. Dieser Wille fehlt denen, die sich von ihrer eigenen Kultur und Sprache „emanzipiert“ haben, und deswegen werden sie abgewählt.

B) Herr Seehofer war umgefallen. Er glaubte in den letzten Wochen, sich von sich selbst und seiner „Obergrenze“ distanzieren zu können. Inkonsequenz wird nie honoriert. Auch Eltern und Lehrer, die glauben, sich so die Liebe ihrer Kinder und Schüler erschleichen zu können, erleben das Gleiche: Je mehr sie sich selbst verlassen, auf das, was sie eigentlich fordern und durchsetzen wollten, verzichten, desto mehr sinkt ihr Ansehen bei denen, denen sie es damit recht machen wollen. 

Wenn die Katholische Kirche durch ihren Kommunikationsdirektor Ansgar Mayer des Erzbistums Köln twittert: „Tschechien, wie wär’s: Wir nehmen Euren Atommüll, Ihr nehmt Sachsen?“, offenbar weil es Sachsen gewagt haben, in der Bundestagswahl für ihre kulturelle und sprachliche Identität als Deutsche einzutreten, dann schlage ich allen so besonders „weltoffenen“ Deutschen vor: Verschenkt euch und eure Landesteile doch an die USA oder Frankreich. Ihr werdet viel Freude mit Herrn Trump und potentiellen Napoleonnachfolgern haben. Englisch und Französisch könnt ihr ja schon, vielleicht sogar besser als Hochdeutsch.

      

125. “Die Digetalisierung ist das Hauptproblem unserer Bildung“ – glauben das unsere Eliten wirklich? (22.09.2017)

Gestern Abend die Schlussrunde der Spitzenkandidaten auf ARD und ZDF zugleich (wie damals, wenn Herr Honecker Wichtiges zu vermelden hatte, dies auch doppelt im 1. und 2. DDR-Fernsehprogramm übertragen wurde).

Herr Gauland hat sich gut geschlagen: Auch wenn sich der Geschichtsunterricht nicht nur mit den negativen Seiten der deutschen Geschichte beschäftigen dürfe, erfolge er in Bezug auf den Nationalsozialismus doch offensichtlich immer noch nicht gut und gründlich genug: „Ich bin sehr dafür, dass man an den Schulen mehr über den Nationalsozialismus und seine Verbrechen aufklärt.“ Wäre das schon so, könnte nämlich kein deutscher Spitzenpolitiker auf die Idee kommen, AfD-Politiker als Nazis zu bezeichnen. Was diese möglicherweise auch „falsch“ gesagt haben, es rechtfertigt auf keinen Fall ihre Bezeichnung als Nazis. Damit werden auf die absurdeste Weise die Nazi-Verbrechen verharmlost.

Zu anderen Fragen der Bildungspolitik hatte Herr Gauland wie alle anderen Parteienvertreter dann aber nichts Substantielles mehr beizutragen. Ich nehme ihm das nicht übel, man kann nicht auf allen Politikfeldern firm sein. Den etablierten Parteien mit ihren angeschlossenen Instituten und Akademien, mit ihren Hunderten wissenschaftlichen Mitarbeitern nehme ich es übel.

In unseren öffentlichen Schulen bahnt sich eine Katastrophe an, eine Katastrophe der Rücksichtslosigkeit und des pädagogisch gepflegten Egoismus. In manchen Stadtgebieten ist die bürgerliche Fassade noch heil, insbesondere in den Gymnasien, aber es gibt immer mehr Schulen, wo nicht nur die Toiletten und Gebäude marode sind, sondern vor allem die Beziehungen von Mensch zu Mensch (Lehrer zu Lehrer, Schüler zu Lehrer, Schüler zu Schüler, Eltern zu Lehrer).

Da können sich nur die stärksten Kinder halten, die mit einer großen Klappe, die schon von zu Hause her raue Verhältnisse und strenge Hierarchien gewohnt sind. Das sind vor allem die Migrantenkinder. In den meisten ihrer Familien wird nicht ewig über alles diskutiert, da sitzt die Hand beim Patriarchen der Familie und den großen Brüdern kleiner Schwestern locker. Die Jungen werden zu Machos erzogen, die gewohnt sind, sich nur einem Stärkeren zu beugen, der sich tatsächlich durchsetzen kann, wenn nötig, auch mit körperlicher Gewalt. Das können mit Garantie nicht deutsche Lehrerinnen, die unentwegt darin geschult werden, noch partnerschaftlicher mit Machos zu kommunizieren.

Die lachen sich darüber kaputt, verweigern ihren Lehrerinnen den Handschlag, mit ausdrücklicher Billigung der politischen Klasse in Deutschland, und ziehen im Sog ihrer Arroganz deutsche Unterschichtkinder hinter sich her, die auch mal stark sein und was zu sagen haben wollen. Alles das blendet die etablierte Politik komplett aus. Wir bräuchten in den Schulen eine klare soziale Ordnung, einer deutliche Stärkung der Lehrer, Rückhalt für sie durch die ganze Gesellschaft.

Die Machos müssten dort abgeholt werden, wo sie mit ihrem Denken sind: Beim Recht des Stärkeren. Sie brauchen dringend einen pädagogisch professionell Stärkeren. Die etablierte Politik sieht noch nicht einmal diese Notwendigkeit ein, geschweige denn, sie wüsste, wie dies geschehen kann und soll. „Noch mehr Sozialarbeiter in den Schulen“, ist das Einzige, was ihr einfällt; diese nutzen gar nichts, wenn sie mit den Machos von Kumpel zu Kumpel kuscheln, dann stabilisieren sie sogar eher noch die eingerissene Schieflage.

Wir brauchen eine gesellschaftliche Erziehungsoffensive. Jedes Verhalten braucht klare Folgen: Gutes, das heißt insbesondere rücksichtsvolles, Bestärkung und Vorteile; machohaftes die klare Zurückweisung, prompt wie beim Verkehrsrecht. Wer zu schnell fährt, zahlt, muss ein Seminar besuchen, sich eine Zeit lang zu Fuß bewegen und wenn er immer noch nicht einsichtig ist, für längere Zeit ganz auf den Führerschein verzichten. Das funktioniert. Es ließe sich übertragen auf den allgemeinen sozialen „Verkehr“, wenn eine Gesellschaft nur den Ernst der Lage erkannt hätte und fähig wäre, sich vom Wunschdenken zu trennen. Dazu neigen alle Menschen immer wieder allzu schnell, aber Profis sollten aus ihm aussteigen können. 

 

124. Die CDU ist die neue SPD, die AfD wird die neue CDU werden (21.09.17)

Die SPD kann sich auflösen, da es die Linke schon gibt. Tektonische Verschiebungen in der politischen Landschaft Deutschlands. Das hat Frau Merkel geschafft. Vielleicht erhält sie dafür den Friedensnobelpreis, schließlich hat sie Deutschland so völlig neue, früher nie für möglich gehaltene Optionen eröffnet.

 

123. Die Mentalitäten scheiden sich (15.09.20127)

Da sind wir nun vor einer Woche durch den Harz gewandert, von West (Osterode) nach Ost (Thale). Ich habe zum ersten Mal begriffen, dass der Harz, besonders sein westlicher Teil, ein wahres „Erzgebirge“ war (ist?) und gestaunt, was schon unsere Altvorderen im Mittelalter technisch leisten konnten, um die Gruben, in denen immer tiefer nach Silber und anderen wertvollen Erzen geschürft wurde, wasserfrei zu halten.

Hut ab vor diesen Leistungen unserer fleißigen und klugen Vorfahren. Von der Natur her fand ich die Strecke, immer an der Bode entlang, von Treseburg bis nach Thale am imposantesten, und wir haben Wernigerode als eine schöne alte Stadt entdeckt.

Natürlich war auch der Weg auf den Brocken, zum Teil auf Goethes Spuren, ein Erlebnis. Hier begegneten uns am meisten Wanderer und besonders auf diesem Weg fiel mir etwas auf, was mir sehr zu denken gibt: Die Älteren, geknechtet in ihrer Jugend noch vom Frontalunterricht, haben in ihrer Mehrheit freundlich (zurück)gegrüßt, wenn wir uns begegneten. Die Mehrheit der Jungen, vielleicht unter 25-Jährigen, die in ihrer Schulzeit die Segnungen eines individuumzentrierten, freien und offenen Unterrichts genießen konnten, gingen stumm und verschlossen an uns vorbei.

Sie blieben in sich und für sich, bezogen nur auf die eigene Gruppe; sie hatten, abgesehen von einigen Ausnahmen, deren Freundlichkeit dann dafür umso mehr auffiel, für ihre fremden Mitmenschen, zumindest für Alte wie uns, nichts übrig, keinen Blick und erst recht kein „Hallo“. Offenbar sind sie von Kindesbeinen an dazu erzogen worden, sich auf ihre eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren.

Schade nur, sehr schade, dass ihnen unserer pädagogischer Zeitgeist das Wissen vorenthält, dass es das „eigene Bedürfnis“ aller Menschen ist, von Natur aus, zu grüßen und gegrüßt zu werden. Deswegen machen es die ganz Kleinen ja auch noch, die durch die moderne westliche Pädagogik noch nicht verzogen wurden.   

 

122. Der Selbsthass ist in der DNA der Deutschen verankert und damit leider auch die Gefahr, ins Gegenteil umzukippen (12.09.17)

Schon Bismarck wusste:

Die Neigung, sich für fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen zu begeistern, auch dann, wenn dieselben nur auf Kosten des eigenen Vaterlandes verwirklicht werden können, ist eine politische Krankheit, deren geographische Verbreitung sich leider auf Deutschland beschränkt.“

Dass devote Gefühle der eigenen Minderwertigkeit und des eigenen Unbedeutendseins der Zwilling aggressiver Arroganz sind und beide Gefühle zwingend zueinander gehören, je mehr jede dieser Seiten für sich ausgeprägt ist, hatte schon Alfred Adler, einer der Väter der Tiefenpsychologie, erkannt. Insofern ist die heutige Kleinmannssucht der Deutschen, des mit Abstand größten Volkes der EU, das auch den mit Abstand größten Beitrag zu ihrem finanziellen Funktionieren leistet, gefährlich.

Diese Unterwürfigkeit zeigt sich immer wieder in der Missachtung der eigenen Sprache, worauf hinzuweisen, ich nicht müde werde. Aktuell zeigt sie sich aber auch a) im sogenannten „Dieselskandal“ und in der Auseinandersetzung mit b) den neu aufgekommen Reparationsforderungen Polens.

a) Nicht ein verantwortlicher Politiker, nicht ein Organ der Staatsmedien weist in Deutschland darauf hin, dass die Schadstoffausstöße ausländischer Automobilhersteller um ein Vielfaches höher sind als die der deutschen. Nur der ADAC erbarmt sich der deutschen Automobilindustrie und erklärt, versteckt in einem langen Beitrag („Der erste Schritt“ in Motorwelt 09/2017, S. 15):

Gerade die im eigenen Land skandalisierten und gescholtenen deutschen Autokonzerne BMW, VW und Mercedes „schneiden mit ihrer aktuellen Modellpalette im realitätsnahen ADAC EcoTest beim Stickoxidausstoß noch am besten ab. [Bei den Co-zwei-Emissionen, vermute ich, sowieso.] Handlungsbedarf besteht bei vielen ausländischen Herstellern. Beispiel Renault-Konzern: Dessen Euro 6-Diesel, die aktuell mit ‘Umweltrabatt’ verkauft werden, stoßen mehr als viermal so viel Stickoxid aus wie die getesteten BMW-Modelle.“

Die ausländischen Automobilhersteller beabsichtigen natürlich nicht, irgendetwas an ihren Dieselmotoren zu verbessern, weder software- noch hardwaremäßig, und keiner in Deutschland verlangt es, auch nicht die, die angeblich so um die Umwelt besorgt sind. Der dumme deutsche Michel steigt derweil auf ausländische Hersteller um, weil er der gebündelten Hetzkampagne aller “staatlichen” Medien gegen die eigenen Autokonzerne glaubt. Wie krank muss man sein, sich den Ast, auf dem man sitzt, selbst abzusäbeln und das mit moralischen Eifer.

b) Nicht ein … [wie bei a)] … weist darauf hin, dass diese Reparationsforderungen neben vielen anderen Gründen – offizieller Verzicht Polens, Zwei-plus-Vier-Vertrag, bereits erfolgte Milliardenzahlungen Deutschlands in und außerhalb der EU – schon allein deswegen obsolet sind, weil Polen im Ergebnis der zwei Weltkriege große Gebiete des deutschen Staatsgebiets erhalten hat.

Gegenrechnungen aufzumachen gilt im heutigen Deutschland als politisch inkorrekt. Es war Willy Brandt, der im Zusammenhang mit dem Warschauer Vertrag gegenüber dem polnischen KP-Chef Wladyslaw Gomulka argumentierte, dass Polen ein Drittel des deutschen Staatsgebiets erhalten habe und dazu das Eigentum der deutschen Vertriebenen von kaum mehr schätzbaren Wert. Der materielle Wert des südlichen Ostpreußens, Ost-Pommerns, Ost-Brandenburgs und vor allem Schlesiens mit seiner Industrie, seinen Kohlenbergwerken und anderen Rohstoffvorkommen: Wer wollte die Milliardenwerte berechnen!“ (Bruno Bandulet in Junge Freiheit 35/2017, S. 19)     

 

121. Ich bin platt bzw. genauer gesagt: ich habe eine Platten (10.09.2017)

Eigentlich wollte ich etwas aus meinem Harzwanderungsurlaub berichten (wird einer der nächsten Splitter), aber ich bin platt (siehe oben!). Ich fahre heute durch Leipzig, von der Schnorrstraße auf den Schleußiger Weg. An der Ampel sehe ich ein rotes – ich glaube: kaminrotes – Wahlplakat, auf dem groß irgendetwas von “Nazi“ steht. Das interessiert mich. Die Ampel schaltet auf Grün. Während ich nach links abbiege, lese ich: „Hier könnte ein Nazi hängen“. Das nimmt mir die Lenkcontenance, mit besagter Folge. Inseriert ist dieses Plakat von der „Die Partei“. „Und wer ein Nazi ist, bestimmen wir.“ Nein, das stand nicht darunter. Das ist auch Satire, diesmal von mir.

Noch nie habe ich eine Bordsteinkante mit voller Wucht erwischt. Diesmal „gelingt“ es mir. Was rege ich mich auf? Dort soll doch nur ein Nazi hängen, ein Mensch zwar, aber doch wohl nur ein „Untermensch“, „lebensunwertes Leben“ sozusagen. Das ist ein Quantensprung im Nachkriegsdeutschland. Zum ersten Mal darf öffentlich wieder zum Hängen von Menschen aufgerufen werden, ganz offiziell im Wahlkampf. Ich bin gespannt, wie lange diese Plakate, von denen ich dann noch zwei weitere sah, hängen bleiben, im demokratischsten aller Deutschländer.

Die Welt ist komisch; das zeigt sich schon daran, dass sich nazistisches, menschenverachtendes Denken ausgerechnet Nazis als Opfer sucht. Ob das daran liegt, wie etablierte Politiker und die Staatsmedien über „Rechte“ berichten? [Der gehängte "Nazi" könnte ein Schild um den Hals baumeln haben: "Ich habe mit den Feinden der einzig möglichen, nämlich der westlichen Demokratie paktiert." - 12.09.17] 

 

120. Die Welt steht Kopf in Deutschland: Die Kriminellen bleiben hier, die Guten werden ausgewiesen (02.09.2017)

Das Kopfstehen gilt in vielerlei Hinsicht: Eine massive Unerzogenheit nimmt als Quelle vieler Probleme zu, eine allgemeine Kultur der Duldung greift um sich. In der Gesellschaft ist viel eingerissen, was die Staatsmacht nicht bekämpft hat, als es noch möglich war. Inzwischen ist es Gewohnheitsrecht geworden, z.B. dass jung und alt quietschvergnügt auf dem Bürgersteig Fahrrad fahren oder dass in Parks gegrillt (und Müll liegen gelassen) wird, völlig unabhängig von Waldbrandstufen.

In unseren Schulen ist es genauso: Gequatsche im Unterricht, arrogante Störungen, selbstverständlich keine Hausaufgaben zu erledigen und kein Arbeitsmaterial dabei zu haben, ist in vielen Schulen selbstverständlich. Was soll man auch machen? Ein Problem, das man nicht lösen kann, wird dann eben als „normal“ hingestellt. Eine Begründung findet sich immer: Die Pubertät oder ADHS.

Manchmal aber platzt einem Lehrer doch wieder der Kragen, und er regt sich auf über einen Schüler, der eigentlich ein guter ist. Gerade bei ihm platzt die ganze aufgestaute Wut nun heraus. Mir selbst ging es auch so, denn nichts ist schlimmer, als immer wieder Machtlosigkeit ertragen zu müssen in Situationen, die vollkommen den eigenen Ansprüchen widersprechen. Dann reicht ein kleiner Anlass und das Ganze explodiert.

So erkläre ich mir, dass in Leipzig ein „Guter“, Musiklehrer und Komponist Zhebo, nach sechs Jahren erfolgreichen Aufenthalts aus Deutschland ausgewiesen werden soll. Er kann perfekt Deutsch. Verdächtig! Ist er ein Rechter? Warum spricht er nicht lieber Englisch? Das reicht doch in Deutschland vollkommen aus, erst recht bei Migranten. Vielleicht ist er sogar noch für die deutsche Leitkultur? Er schwärmt jedenfalls für Bach, warum nicht weltoffen für einen ausländischen Komponisten?

Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen, versorgt sich wirtschaftlich selbst und ist ein gefragter, sehr erfolgreicher Musiklehrer in Leipzig. Er tut etwas für dieses Land und diese Gesellschaft. Er ist wirklich eine Bereicherung und ausgerechnet er soll abgeschoben werden. Ich hoffe, ihm kann geholfen werden. Wir brauchen ihn und noch viel mehr solcher Einwanderer. 

 

119. Deutschland, du armes Opferland (31.08.2017)

Gestern Abend in der ARD ein sehr guter Film: „Ich gehöre ihm“ über sogenannte „Loverboys“, Zuhälter, zum weitaus größten Teil mit Migrationshintergrund, die deutsche Mädchen, zum Teil noch Kinder, zum größten Teil noch minderjährig, gewerbsmäßig sexuell missbrauchen bzw. missbrauchen lassen.

Im Nachspann heißt es, dass dieser Film auf realen Fällen beruht, von denen die wenigsten angezeigt werden. Man stelle sich einmal vor: Deutsche junge Männer missbrauchen in der Türkei in arroganter Machomanier minderjährige türkische Mädchen, töten ihre Seelen, verletzen ihre Körper, verdienen sich dabei dumm und dämlich. Ein türkischer Lehrer merkt das, der deutsche Loverboy kommt in seine türkische Schule, schlägt ihn zusammen, und der geschlagene Lehrer behauptet aus Angst vor den Deutschen als Türke in der Türkei, er sei vom Fahrrad gefallen, weil er zu feige ist, die Polizei seines Landes zu informieren. Lieber lässt er zu, dass seine Schülerin weiter auf den Strich gehen muss. Unmöglich?

In der Tat, das ist völlig undenkbar, denn die Türkei ist trotz aller Probleme, die sie zur Zeit hat, ein stolzes Land, und die Türken sind ein stolzes Volk. Sie würden nicht einmal dulden, dass türkischen Mädchen in Deutschland so etwas passiert. Im Film schwärmt ein „Loverboy“ mit Migrationshintergrund, dass seine 13-jährige deutsche „Schlampe“ am Tag 20 Freier schafft. Sie sei sowieso zu nichts anderem gut. Ein dreizehnjähriges Kind! Und sogar 11-Jährige sind schon betroffen.

Deutschland ist nicht willens und in der Lage, seine eigenen Kinder zu beschützen. Diese Verbrechen werden erstens sowieso kaum angezeigt und wenn, berichtet ein Staatsanwalt in der nachfolgenden Dokumentation, werden die meisten ohne Verfahren eingestellt und geschieht das ausnahmsweise einmal nicht, werden die meisten Angeklagten aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Deutschland, du armes, gebrochenes Opferland, deine Kinder, deine Lehrer, deine Polizisten sind dem Mob ausgeliefert und das immer mehr, wenn wieder die Parteien gewählt werden, die für diese Zustände verantwortlich sind.  

 

118. Die absonderliche Armut in Deutschland oder: zunehmende Disproportionen in einer von Grund auf gestörten Gesellschaft (30.08.17)

Armut gibt es, vor allem im Vergleich zu denen, die das 250fache von dem bekommen, was ein Facharbeiter verdient. Das ist mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit schon lange nicht mehr zu erklären, das ist einfach obszön, aber an dieser Stelle gibt es in Deutschland keinen Aufstand der „Anständigen“.

Ich schätze, dass die Politbürobonzen der untergegangenen DDR, einschließlich ihrer Westvaluta, ungefähr das 10fache eines durchschnittlichen Facharbeiterlohns „verdienten“, höchstens das 20fache. So entwickeln sich die Zeiten.

Die Armut in Deutschland hat aber noch andere absonderliche Facetten:

  • Ich löse gerade die Wohnung meiner verstorbenen Mutter auf. Ich hatte ihr vor vier Jahren eines Schlafzimmerschrank und ein Bett aus massivem Holz gekauft. Die Wohnungsauflöser sagen mir, dass es „heute“ ganz schwer sei, das zu verwerten: Nicht gut genug für die Armen, die offenbar alle nur was Neues nehmen.
  • Die Hungrigen sind übergewichtig.
  • Die, die nicht lesen und schreiben können, schwänzen die Schule oder stören den Unterricht, weil er ihnen nicht „geil“ genug ist. (Und die SPD macht noch Wahlwerbung mit laut schreienden Kindern, die im Befehlston die Erfüllung ihrer Wünsche einfordern. So sind se nun mal, die Kinder in Deutschland und die SPD.)

 

117. Die Politisierenden, gar Merkelnden, die Geflüchteten, die Zahlenden und die Verarschten (28.08.2017)

Viele Menschen in Deutschland können sich keinen Urlaub leisten; sie müssen mit ihrem Garten oder ihrem Balkon vorlieb nehmen. Wie erstaunt sind sie, dass ihre Kanzlernde nun erklärt, dass es nicht gehe, wenn anerkannt Geflüchtete Urlaub in dem Land machen, aus dem sie nach Deutschland geflohen sind.

Wer hier diesen Status erhalten hat, muss die Anerkennenden davon überzeugt haben, dass er da, wo er war, tatsächlich um sein Leben fürchten musste. Wenn er nun freiwillig dorthin „in den Urlaub“ wieder zurückkehrt, macht er die Steuern Zahlenden aus Deutschland, die diesen Urlaub finanzieren und sich selbst keinen leisten können, zu den Verarschten. 

 

116. Der Widerhall des Nein pflanzt sich durch die Zeit, und er wird immer größer (27.08.2017),

da die Zeit für ein einzelnes Menschenleben ein begrenzter, letztendlich sich schließender Raum ist. Wenn Menschen von anderen Menschen, die ihnen lieb und nahe sind, etwas erhoffen, z.B. zusammen mit ihnen ohne misstrauische Überwachung etwas unternehmen wollen, und sie hören dann: „Nein, ich will das nicht“, so ist es das gute Recht des Gefragten, so zu antworten. Wir alle sind Souverän von uns selbst. (Ich meine nicht Kinder, sondern Erwachsene, die sie steuern.)

Wenn dies mehrmals geschieht (ich hatte damals gewarnt: ich kann auch Nein sagen), überlappen und verstärken sich die Wellen der Ablehnung. Sie werden an den Strand des Lebens gespült und von dort, mindestens gleich stark, zurückgeworfen, denn die Liebe ist eine Energie, die sich nicht verläppert (wie die Energie selbst: Satz der Erhaltung der Energie). Auch eine ihrer negativen Formen, die des misstrauisch-ängstlichen Nein-Sagens, schwappt im begrenzten Raum eines Lebens hin und her, bis

a) doch noch und trotz alledem ein Ja von dem kommt, der zuvor Nein sagte,

b) ein Betroffener bewusst philosophisch damit umgehen kann oder

c) das Gefäß eines persönlichen Lebens zerbrochen ist. 

 

115. Leipzig ist, wie mir scheint, weitgehend gereinigt von AfD-Wahlplakaten (25.08.2017)

Traute Verhältnisse wie zu DDR-Zeiten. Nur die Blockparteien, die heute etwas anders heißen (CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke), dürfen Wahlwerbung für sich betreiben. Die bösen natürlich nicht, die tatsächlich eine andere Meinung vertreten als die genehmigte Deutschland-Einheitsmeinung. Aber was will ich denn? Die AfD darf doch schließlich auf den Wahlzetteln stehen. Ist das nicht genug Demokratie?! Das Recht, sich auch noch zu präsentieren, führt offenbar entschieden zu weit in der fortentwickelten BRD-Demokratie.

Wie’s in der DDR ausgegangen ist, wissen wir. Aber keine Angst: In dieser Zeitrechnung sind wir noch nicht bei 89, sondern erst im Jahr 85. (Das war aber auch schon untergründig revolutionär.)

[Ich habe gerade erfahren, dass die AfD aus leidvollen Erfahrungen heraus ihre Plakatkampagne erst vor kurzem in Leipzig begonnen hat. Also erklärt sich schon so, dass ich am 25.08. kaum welche sah. - 30.08.2017]

 

114. Die Grundfrage ist: Dient es der Liebe oder nicht (Replik auf den 111. Gedankensplitter – 24.08.2017)

Lieber Freund und Kollege Bernd, ist es überhaupt sinnvoll, über so ein Thema zu diskutieren? Jeder hat doch sowieso auf seine Weise irgendwie recht. Es gibt ein Kriterium, das mir hilft: Nutzt eine bestimmte Auffassung oder „Theorie“ der Liebe oder nicht. (Christen würden sagen: Ich habe ein Kriterium, Jesus Christus, danach richte ich mein Denken aus.)

Liebe ist für mich Beziehungsfähigkeit, also auch die Fähigkeit, anderen Menschen zu vertrauen und sich ihnen auszuliefern. Das tun wir ja schon, wenn wir in ein Verkehrsmittel einsteigen. Wer sagt uns denn, dass sein Fahrer oder Pilot nicht verrückt ist und möglichst viele mit in seinen Tod reißen will? (Das war ja nun tatsächlich mit dem Absturz des Airbus in den französischen Alpen geschehen.) Das ist mal wirklich alternativlos: Mit Vertrauen geht ein Leben vielleicht manchmal schief, aber ohne Vertrauen geht es gar nicht. Wie oft habe ich schon etwas gegessen, in das heimtückisch und boshaft vorher gespuckt wurde oder in das der Schleim eines gehörigen Schnupfens „einverarbeitet“ wurde? (Ich habe einmal ein Video gesehen, wie das ein Bäcker tut.) So etwas muss man vergessen können, sonst sind wir nicht lebensfähig, können nie wieder vertrauen, kaufen uns niemals wieder ein Brot. Zum Glück bin ich vergesslich.

Wenn „Autismus“ in unserer Gesellschaft – auch und meiner Meinung nach primär – als Beziehungs- und Vertrauensunfähigkeit immer mehr zunimmt, dann suche ich dafür nicht zuerst mehr oder weniger geheimnisvolle neurologische Ursachen, dann frage ich mich doch zuerst: Wie tickt eine Gesellschaft, dass das so massenweise zunimmt?

Mich stört das „ordentliche“ Aufteilen des menschlichen Verhaltens in angeblich krankhaftes bzw. von Natur aus behindertes oder gesundes, in medizinisch oder pädagogisch zu behandelndes. Ordnungssinn ist gut und wichtig, ich selbst plädiere für ihn, vor allem im Sinn einer „Ordnung der Liebe“, die Familien Halt und Struktur gibt. Aber an dieser Stelle wird das kontraproduktiv, führt es dazu, dass ein Verhalten, das von den genetischen Koordinaten her nun einmal biologisch so gegeben sei, das man also nicht ändern, sondern nur so akzeptieren und annehmen könne, wie es ist, sich gerade erst durch diesen „gläubigen“ Grundrespekt vor der einmal vorhandenen Individualität im Alltag einer Gesellschaft, z.B. dem familiären oder schulischen, massenweise ausbreiten kann, bevor es dann aufwändig und einzeln medizinisch therapiert wird.

Also: Nicht vererbte oder angeborene neurologische Schwierigkeiten führen primär zu Problemen im Sozialen, sondern ein problematisches, distanziertes, und ich-orientiertes Miteinanderumgehen in den westlichen Gesellschaften verhindert, dass genetische Schwachstellen, die es immer auf allen Gebieten gibt, beim „Nachreifen“ des jungen Menschen, der zu früh in die Welt entlassen wurde, durch seine Erziehung in der Kindheit ausgeglichen werden können. Erziehung findet ja gar nicht mehr statt, es handelt sich anstatt dessen um ein begleitendes Hergehen hinter dem, wie ein Mensch nun einmal sei. Diese Erziehungsphilosophie prägt unsere Kinder, und sie hat viel mit „Autismus“ zu tun, der dann und dadurch auch zum „Pseudoautismus“ wird.

In den Wohlstandsgesellschaften nehmen die erlernten Krankheiten zu

Selbst wenn Autismus primär biologisch bedingt wäre, wobei ja die Übergänge zwischen „normal“ und „gestört“ sehr fließend sind, fällt er doch nicht vom Himmel und ist plötzlich da, erst recht dann nicht, wenn er in einer bestimmten Zeit so massenhaft zunimmt wie heute bei uns auch ADHS oder „Burnout“.

Entwicklungsstörungen mit und ohne Krankheitswert, auch und erst recht psychische, spiegeln immer die Art wider, wie Menschen in einer Gesellschaft miteinander umgehen. Natürlich entstehen sie auch aus vererbten Anlagen heraus, aber dann sind sie, abgesehen von regelrechten Beschädigungen auch in der Schwangerschaft oder bei der Geburt, immer noch ein Widerhall dessen, wie Menschen früher, in vergangenen Generationen miteinander umgingen, vielleicht umgehen mussten, weil ihnen Kriege oder andere existentielle Nöte keine andere Wahl ließen.

Jeder lebt hier bei uns immer mehr für sich selbst

Ich behaupte: Wir leben in Deutschland, vielleicht in den westlichen Gesellschaften insgesamt (was ich nicht so gut beurteilen kann), zunehmend in einer Kultur der Unberührbarkeit: Es gibt hier immer mehr, die nicht berührt werden wollen bzw. die sich nicht trauen, einen Menschen, mit dem sie zusammen leben, zu berühren, sogar dann nicht, wenn sie für ihn verantwortlich sind. Das gilt im körperlichen Sinn für Familienangehörige. Es trifft im übertragenen Sinn aber auch auf andere Gemeinschaften, z.B. eines Hauses, einer übersichtlichen kleinen Straße oder eines Dorfes zu.

Mir kommt über die Straße eine alte Frau entgegen. Sie schimpft laut, so dass ich mich frage, was sie gegen mich auszusetzen hätte. Beim Näherkommen merke ich, dass sie im Selbstgespräch eine Demütigung verarbeiten wollte: „Haben es nicht nötig, mich zu grüßen, im eigenen Haus! Naja, wenn man eine alte Rentnerin ist, nichts mehr zu sagen hat, kein Wunder…“

So versuchte sie sich selbst zu beruhigen und abzufinden damit, was sie so bedrückte: Die anderen gehen verschlossen an mir vorbei. Sie sind nicht bereit, eine Beziehung zu mir aufzunehmen, obwohl ich sie erwartungsvoll ansehe, sie sogar selbst schon zuerst gegrüßt habe, obwohl sie doch meine Enkel sein könnten.

Lebenswichtige körperliche Berührungen werden tabuisiert

Wie katastrophal diese Entwicklung ist, wird mir deutlich, wenn ich in alten Erzählungen lese, wie das früher in Deutschland war, vor über 100 Jahren, z.B. bei Thomas Mann in seiner Novelle „Tonio Kröger“. Sie wurde erstmals 1903 veröffentlicht: Es geht um zwei größere Jungen, Tonio und Hans, Söhne angesehener Bürger, „die öffentliche Ämter bekleideten und mächtig waren in der Stadt“.

An dieser Stelle der Erzählung befinden sie sich auf dem Heimweg von der Schule nach Hause:

Beständig mussten die Freunde, der vielen Bekannten wegen, die Mützen herunternehmen, ja, von manchen Leuten wurden die Vierzehnjährigen zuerst gegrüßt…“ Das scheint für Jungen dieses Alters im Verhältnis zu Erwachsenen, offenbar auch „niederen Standes“, nicht üblich gewesen zu sein, denn Thomas Mann erwähnt es staunend.

Die Erklärung hatte er kurz zuvor mit der hohen Stellung ihrer Väter geliefert. Vier Seiten weiter heißt es zu dem hübschen Hans:

„… Auf der Straße hielten ihn Herren und Damen an, fassten ihn an dem Schopfe bastblonden Haares, der unter seiner dänischen Schiffermütze hervorquoll, und sagten: ‚Guten Tag, Hans Hansen, mit deinem netten Schopf! Bist du noch Primus? Grüß Papa und Mama, mein prächtiger Junge…’“

Stellen Sie sich das heute einmal vor: Sie kennen einen 14-jährigen Schuljungen flüchtig von einer Bekanntschaft mit seinen Eltern, begegnen ihm auf der Straße und wuscheln freundlich seine Haare, während Sie einen schönen Gruß an seine Eltern ausrichten und dann sagen Sie vielleicht noch „mein Junge“ zu ihm. (Gut, ein 14-Jähriger um 1900 entspricht von seiner körperlichen Entwicklung einem heute 12-Jährigen, aber auch einem Jungen in diesem Alter könnte das Beschriebene heute in Deutschland absolut nicht passieren. Er müsste schon, sagen wir, fünf Jahre alt sein, und die Erwachsenen, die ihm die Haare wuscheln, müssten gute Freunde seiner Eltern sein. Mir geht es jetzt gar nicht darum, was besser oder schlechter ist, sondern um die Beschreibung erstaunlicher Entwicklungen.)

Daran dass das heute absolut unmöglich wäre, sehen Sie, in welch distanzierten Gesellschaft wir leben, in der jeder seins macht und einen Kreis der Unberührbarkeit um sich zieht.

Und das in einer Zeit, in der es fast keine Tabus mehr gibt. („Schon um 15 Uhr Titten auf RTL“ heißt es in einem Lied, pardon: „Song“.) Aber ein Kind oder einen Jugendlichen freundlich bei der Begrüßung zu berühren, geht heute „gar nicht“, inzwischen sogar für nicht wenige ihrer eigenen Eltern; für Lehrer und andere erwachsene Bezugspersonen sowieso. Das Misstrauen dominiert, es könnte sich ja um die Anbahnung eines sexuellen Missbrauchs handeln.

Dieser Gedanke ist ansteckend in einer total sexualisierten Gesellschaft. Vor lauter Angst davor wird Kindern eine Lebensgrundlage genommen, denn sie sind angewiesen auf Berührungen wie eine Pflanze auf das Licht.

Alles, was unberührt, „unangetastet“ bleibt, stirbt. Das ist ein Grundgesetz des Lebens, zumindest für höhere Säugetiere.

Topp, die Wette gilt

Dass Kinder und Jugendliche heute anders sind als vor 100 Jahren, ist logisch. Aber nicht jede Entwicklung ist eine Verbesserung und bestimmt ist es auch nicht gut, für alles, was Schwierigkeiten macht, sofort ein Zauberwort parat zu haben, das angeblich alles erklärt: „Pubertät“, „Autismus“ oder „ADHS“. Ich glaube, da steckt mehr dahinter, nämlich unsere ganze Lebensweise.

Jeder Zeitgeist hat seine Vor- und Nachteile. Die Gesellschaften, die den Einzelnen durchaus zur Geltung kommen lassen, das aber im Rahmen des Primats der Gemeinschaft, so wie mir das z.B. in China zunehmend der Fall zu sein scheint, werden sich als lebensfähiger erweisen als die Gesellschaften, die das Primat auf die Interessen und Ansprüche jedes einzelnen Individuums legen.

Topp, die Wette gilt, schauen wir in 20 Jahren, ob ich Recht hatte.

Die Erziehungsphilosophie, die zu unserem Individualismus gehört, lautet: Kind, pass ja auf, dass du nicht zu kurz kommst! Prüfe genau – am besten mit deinen Eltern zusammen -, ob dir nicht etwa etwas vorenthalten wird, das dir zusteht. „Früher“ war es umgedreht:

Da prüften die verantwortlichen Erwachsenen, ob ihr Kind den Anforderungen seiner Welt gerecht wird, ob es sich zum Beispiel „benehmen“ konnte, so weit das seinem Alter entsprach. Und wenn nicht, wurde es korrigiert und das richtige Verhalten eingeübt, idealer Weise von mehreren Erwachsenen, die für das Kind wichtig waren, gemeinsam bzw. gleichzeitig.

Heute wird seufzend mit den Achseln gezuckt, es sei halt ein Kind, und er hätte eben ASS, ADHS oder die Pubertät, von dem könne man keine Rücksicht erwarten. Helfen könne höchstens eine komplizierte und teure psychologische Therapie.

Das Klavier wird an den Hocker gerückt“,

die ganze große Welt soll sich in Deutschland mehr zu den persönlichen Besonderheiten jedes Einzelnen, insbesondere wenn er noch Kind oder Jugendlicher ist, herunterbeugen als dass dieser aufgefordert wird, sich nach seiner Welt auszustrecken.

Kinder und Jugendliche werden bei uns bestärkt, bei allem, was sie tun, sich nach innen auf sich selbst auszurichten: Will ich das jetzt überhaupt? Gefällt es mir? Macht es mir Spaß? Das ist ein grandioses Trainingsprogramm zu „autistischer“ Beziehungsunfähigkeit, zum So-Bleiben, wie ein Einzelner „nun einmal“ sei.

Dabei entwickelt und verändert sich ein Mensch nie wieder so stark, wie wenn er jung ist. Er braucht dazu allerdings ein Bild, wohin er sich entwickeln soll. Es muss eine Vision sein, die über das eigene Ich hinausweist. Sie wird ihm in Deutschland zunehmend mehr vorenthalten, weil die Kinder angeblich selbst, aus ihrem eigenen Inneren heraus am besten wüssten, was gut für sie ist und wonach sie streben sollen.

So müssen sie „bei sich“, auf ihrem bisherigen Entwicklungsniveau bleiben; hoffnungsvolle Triebe, die sich suchend in die Welt erheben, finden zu wenig Halt zum Fortranken: Viele von ihnen müssen sich deswegen wieder zurückkrümmen und um sich selbst wickeln.

Beispiel Schönschrift

Ich z.B. sollte als Kind, das Ende der Fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in Brandenburg/Havel in die Schule kam, meine persönliche Schrift auf eine gesellschaftlich normierte Schönschrift ausrichten. Dadurch konnte ich mich entwickeln, ich musste nicht bei mir, meiner ursprünglichen Krakelei bleiben. Heute ist es in Deutschland umgedreht:

Die gesellschaftlich normierte Schrift, zumindest und zuerst als Schön- und Schreibschrift, löst sich zugunsten einer Unzahl privat-individueller Schreibduktusse auf. Was dabei langsam und unsicher verloren geht, ist die Möglichkeit und Fähigkeit, Beziehungen von Seele zu Seele herzustellen. Jeder bleibt bei sich, bis nicht einmal mehr er selbst seine eigene Schrift entziffern kann. Individualität unangetastet, Beziehung tot.

Die Ironie des Schicksals, einer der größten Treppenwitze der Pädagogik, ist, dass dann auch die Individualität stirbt. Sie kann nicht aus sich selbst heraus wachsen, sondern nur in der Auseinandersetzung mit anderen Individualitäten.

Alles in Allem, lieber Bernd: Eine abstrakte, distanzierte „autistische“ Art ist vielleicht eine neurologische Variante der Informationsverarbeitung, die besser zur neuen, digitalen Zeit passt als die, die lieber im nahen, vertrauensvoll körperlichen Kontakt erfolgt. Aber sie hat meiner Meinung nach das Hauptthema des Lebens verfehlt: Die Liebe, und zwar nicht, weil die „Autisten“ daran schuld sind, sondern weil die, die sie trotzdem hätten erziehen sollen, die gemeinschaftlich besonders fürsorglich und geduldig immer wieder Beziehungen mit ihren Ritualen, auch körperlichen, hätten gestalten müssen, sich zu sehr vermeintlichen Realitäten angepasst haben, auch aus Liebe, weil sie die Eigenart der Persönlichkeit ihres Kindes nicht „brechen“ wollten.

Aus simplen Kleinigkeiten entsteht die Liebe, und da muss auch mal die Unfähig- und Unwilligkeit, sich am Mitmenschen auszurichten, z.B. auf einen anderen zu warten, „gebrochen“ oder unterbrochen werden: Wer beim Frühstück als Kind nicht zum anderen hinschauen musste, ob er überhaupt schon da ist und was er vielleicht noch braucht, und anstatt dessen, nur sein Eigenes (Appetit und Hunger) wahrnehmend, anfängt zu essen, und immer wieder so erzogen wird, wird später nicht lieben können. Er kann dann zum anderen nicht hinsehen, weder lustvoll noch pflichtbewusst. Dieser Gefahr unserer Zeit sollten wir uns bewusst werden, gerade, wenn der Stil der Zeit ein beziehungsloses Nebeneinanderherleben begünstigt.

 

113. Unerzogene, die nie lernen mussten/konnten/durften, ihre Emotionen zu kontrollieren, sind die Verursacher von Hass-Gewalt gegen Sachen und Menschen (23.08.2017)

Das trifft für Rostock-Lichtenhagen 1992 genauso zu wie für Hamburg 2017 und für die in Deutschland üblich gewordene Gewalt: Täglich brennen Autos, werden Menschen attackiert, auch aus Launen heraus (105. Gedankensplitter), und das Mobbing in den Schulen nimmt ungeahnte Ausmaße an, trotz der gewaltigen Entwicklung der pädagogischen und psychologischen Wissenschaften in der ach so demokratischen Republik Deutschland.

Mit der schlichten Pädagogik in der vergangenen deutschen demokratischen Republik war allerdings auch das Mobbing schlichter. Das demokratische Wesen entwickelt sich also offenbar rasant in Deutschland. Was die „Demokraten“ so einfühlsam bejammern – keine Lust auf die Schule, kein Abschluss, keine Arbeit -, und damit zur Unerzogenheit der Gesellschaft beitragen, akzeptiere ich nicht als Grund zum Ausflippen. Es ist Gewalt aus selbst verschuldeter Langeweile und aus Überdruss. Chancen kann man nicht „gegeben bekommen“, man muss sie sich selbst holen vom „Buffet des Lebens“. Wer mit ihnen gefüttert werden will, beansprucht für sich als Erwachsener und Schulkind die Baby-Position im Leben. Viele Babys allerdings leiden unter unkontrollierten Wut- und Trotzanfällen, zum Glück haben die richtigen, unter drei Jahre alten, nicht so viel Kraft wie ein psychisches „Baby“, das inzwischen 20 Jahre alt wurde.

Gewalt hat primär nichts mit rechten oder linken politischen Überzeugungen zu tun. Im Kern geht es um Unerzogenheit, um das „Herausplauzen“ mit dem, was einen gerade stört. Ist es ein Mensch, kriegt er gleich „eins auf die Fresse“. Das Problem ist eher zu wenig ausgeprägtes politisches Denken, sowohl rechtes wie linkes, das nicht von einer allgültigen Mitte neutralisiert wurde. Gebe es noch radikales, echtes politisches Denken, würden die emotional Aufgewühlten nicht mit Fäusten und Brandbeschleunigern kämpfen, sondern mit Worten.  

 

112. Bis das Bundeskabinett auf Englisch tagt, ist nur noch eine Frage der Zeit, wenn die etablierten Parteien an der Macht bleiben (22.08.20127)

Heute in der Tagesschau: Ursula von der Leinen besucht einen deutschen Marinestützpunkt in Deutschland. Auf einem aufgespannten offiziellen Transparent steht: „German Navy“. Da wissen wir, wo die Reise hingeht: „We dienen Germany“, ich nicht, ich diene Deutschland. 

[Der deutsche (?) Tennisbund hat Boris Becker zum „Head of Men's Tennis“ ernannt. Wann sagen die „Heads of Germany“, Herr Steinmeier und Frau Merkel, was dazu, vielleicht wenigstens auf Englisch? – 24.08.2017] 

 

111. Autismus: Krankheit oder eine Variation der Evolution? (Gastbeitrag von Bernd Günther – 22.08.2017)

Mein Standpunkt zur Diskussion

In meiner täglichen Arbeit an den Schulen in Rheinland-Pfalz befasse ich mich seit Jahren sehr viel mit dem Thema „Autismus bei Kindern und Jugendlichen“ (aber auch deren Eltern!). Die heute sinnvoller Weise „Autismus-Spektrum-Störung“ genannte Wahrnehmungs- und Kommunikationsstörung, welche besondere Herausforderungen an die Eltern und die Schulen, aber besonders an die betroffenen Kinder stellt, ist immer noch nicht medizinisch abschließend geklärt. Die genetische Disposition ist durch moderne Verfahren der bildgebenden Diagnostik gut belegt, viele andere Fragen sind weiterhin noch offen.

Wir haben heute zwei Blickrichtungen auf die ASS: Die dominierende Sichtweise ist die pathologische Betrachtung eines Krankheitsbildes. Dominierend auch deshalb, weil mit einer entsprechenden Diagnostik („ADOS“, ADI-R“) Hilfen für die betroffenen Kinder möglich werden, vom schulischen Nachteilsausgleich mit den dann anzupassenden methodisch-didaktischen Hilfestellungen, über Inklusionshilfen im Unterricht, Fördermaßnahmen in Facheinrichtungen usw. Diese Hilfen werden finanziert, z.B. im Rahmen des § 35a SGB VIII (Stichwort: Beeinträchtigung der Teilhabe). Das Kind ist also aus medizinischer Sicht „beeinträchtigt“, festgeschrieben im ICD 10 der WHO als „tiefgreifende Entwicklungsstörung“.

Viele Eltern finden in dieser Diagnose endlich eine Erklärung dafür, warum es denn so problematisch mit ihrem Kind sowohl in der Schule als auch im Elternhaus ist. Sie finden sich mit dem pathologischen Erklärungsmodel, welches immer die „Störung“ sieht, ab. Dieses „Störungsmodel“ ist jedoch durchgängig defizitär. Es betrachtet all das, was diese Kinder nicht können, bzw. von dem angenommen wird, dass sie es nicht können: wenig bis keine Emphatie, kein Selbst- und Fremdbild, Kommunikationsschwierigkeiten, „Kontextblindheit“, die mangelnde Fähigkeit, Reize differenziert zu filtern, usw.

Demgegenüber steht das Konzept der Neurodiversität, welche unsere neurologische Vielfalt betont und atypische neurologische Entwicklungen als normal betrachtet. Dies gilt übrigens auch für die pathologischen Krankheitsbilder wie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Dyslexie, Tourette-Syndrom und viele weitere, im ICD 10 beschriebene „Defizite“.

Die evolutionäre Entwicklung unseres menschlichen Gehirns „produziert“ neurologische Vielfalt. Atypische neurologische Entwicklungen sind demnach normale menschliche Unterschiede. Das Konzept der Neurodiversität umfasst alle Menschen, es betrachtet die neurologisch atypischen Menschen nicht als Problem sondern als Minderheit, mit ihren individuellen Stärken. Es kommt weg von der Stigmatisierung dieser Menschen und plädiert auf Teilhabe auf der Grundlage der Akzeptanz von Vielfalt menschlichen Seins.

Hiermit steht dieses Konzept der pathologischen Diskussion diamentral entgegen.

(In dem lesenswerten Buch von Steve Silbermann (Geniale Störung: Die geheime Geschichte des Autismus und warum wir Menschen brauchen, die anders denken. DUMONT Buchverlag, 2016, ISBN 978-3-8321-8925-0) wird von der „Störung der Ingenieure“ gesprochen.)

Die Frage ist – aus evolutionärer Sicht – noch nicht beantwortet, welche neurologische Entwicklung sich langfristig durchsetzen wird. Wer wird sich an die Anforderungen einer immer digitaler werdenden Welt eher anpassen können? An eine Welt, in der immer weniger direkt persönlich auch per Augenkontakt kommuniziert wird, sondern vorwiegend mit digitaler technischer Unterstützung über große Distanzen Informationen ausgetauscht werden.

Wie dem auch sei: Ich plädiere sehr für die Gedanken der neurologischen Vielfalt, weil hierdurch der Mensch mit seinen Stärken und Ressourcen betrachtet werden kann. Etwas augenzwinkernd sei hinzugefügt, dass durch die stetig wachsende Anzahl der ASS-positiven Diagnosen durchaus die Frage erlaubt sein kann, wer denn hier die „neurologische Minderheit“ ist oder zukünftig wird.

Ich würde hierzu sehr gerne die Diskussion eröffnen! Schreiben Sie auf dieser Seite oder mir direkt unter

bernd.guenther@iboservice.de (Weitere interessante Beträge zum Autismus findet der interessierte Leser auf der Internetseite von Bernd Günther.)

 

110. Hilflos – ohnmächtig – Polizei – deutsche Polizei (21.08.17)

Am 15.08. war ich im Urlaub, deshalb konnte ich auf das Skandalspiel bei Hansa in Rostock nicht sofort reagieren. Sitze und Banner brennen im Stadion, schwarze Rauchwolken steigen auf, bestimmt mit einer Feinstaub- und Stickstoffbelastung, die an die der Dieselfahrzeuge, die um diese Zeit in Rostock fuhren, herankam. Das gleiche gilt für die lustig gezündeten Feuerwerksraketen, obwohl doch gar nicht Silvester ist. Von Feuerwerksverbot habe ich in Deutschland aber noch nichts gehört. (Am letzten Sonnabend in Leipzig, dem 12.08., dachte ich wirklich, der 3. Weltkrieg wäre ausgebrochen, so hatte es gerumst. Was denken sich unschuldige Stadttiere und Kleinkinder?)

Die Polizei steht neben den Brandstiftern und guckt stumm und ernst um sie herum. Sie kann nichts machen. Sie hatte, wie ich am Tag danach vom Rostocker Polizeipräsidenten hörte, vergessen, sich vorher Schlüssel zu besorgen für die Türen im Zaun, der sie von den Gewalttätern trennte. Außerdem wollte sie keine Eskalation. Wie wird das sein, wenn das Bundeskanzleramt brennt? Schaut die Polizei dann auch stumm und ernst und bedeutungsvoll die Brandstifter an, ohne etwas zu unternehmen? Vielleicht aus den gleichen Gründen wie in Rostock. Oder ist die Gesundheit von Frau Merkel doch mehr wert als die normaler Menschen?

Jedenfalls haben die verzogenen Kinder dieser Republik, die sich inzwischen zu jungen Männern auswuchsen, Deutschland vor aller Welt bis auf die Knochen blamiert. Wieder einmal (101. und 102. Gedankensplitter). Dieses Land schwingt sich zu friedensstiftenden Aktionen in aller Welt auf und ist nicht einmal in der Lage, die Zerstörungswut der eigenen Chaoten zu bändigen, die sich am Wochenende schon wieder zeigte bei der Gefährdung des Bahnverkehrs zwischen Berlin, Hamburg und Hannover.

Von „hilflos – ohnmächtig – Lehrer – deutsche Lehrer“ führt ein direkter Weg zur Schwäche der deutschen Polizei (siehe auch den 83. Gedankensplitter).   

 

109. Die allgemeine Kultur der Duldung ist das Problem oder: Der unheilige Geist, der im Untergrund wabert, gefährdet unsere Gesellschaft (02.08.2017)

Irgendwelche einzelne Techniken und hektisch eingefädelte Maßnahmenpakete ändern selten etwas an grundlegenden Problemen. Es geht immer um den Mut zu einer entschlossenen Änderung der ganzen Mentalität, der grundlegenden „Philosophie“ des Handelns. Das ist bei der Erziehung genauso wie bei der Gesundheit und der Politik. Einzelne neue Maßnahmen gegen das Fortbestehen eines alten angesagten modischen Denkens nutzen gar nichts, sondern verbrauchen sich schnell.

Wer z.B. weiter einem schicken Denken gleichberechtigter Partnerschaft zwischen Lehrern und Schülern anhängt und das unterfüttert mit dem Wort „Demokratie“ in vielen Verbindungen, wird, wenn Macho-Schüler wieder besonders rücksichtslos die Interessen ihrer Mitmenschen, Schüler und Lehrer, verletzt haben, zwar kurzzeitig aufwallend Maßnahmen erörtern, ihnen konsequent Grenzen zu setzen, aber über kürzer als lang geht alles wieder seinen bundessozialistischen Gang, und der Nächste kann sich schlagen und verletzen lassen von den Tätern mit dem doppelten bis dreifachen Bonus: jung, oft migrantisch und dann vielleicht auch noch behindert, zumindest psychisch. (Das ist allerdings ein Gewalttäter immer, aber da kann jemand was dafür, nämlich die Gesellschaft, die ihn verzogen hat.)

Ist das „rechts“, so etwas zu schreiben? Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen deswegen. Umso glücklicher war ich, als ich mir am Montag (31.07.17) bei einem Halt in einer Autobahnraststätte die WELT vom Tage gekauft hatte. Auf Seite 1 der Leitartikel von Dirk Schümer: „Wir Dulder“.

Berliner Weihnachtsmarktattentäter: „… Man kannte trotz gefälschter Identitäten seine Herkunft aus Tunesien, und auch seine religiöse Radikalisierung war offensichtlich. Trotz alledem ordnete ein feinfühliger Richter die Freilassung des späteren Massenmörders an; trotz alledem hatte der deutsche Rechtsstaat keinerlei Handhabe, sich gegen den Terroristen zu wehren.

Das liegt nicht so sehr an Polizei und Geheimdiensten, die mit inzwischen Tausenden ‘Gefährdern’ vollkommen überfordert sind. Es liegt an einer allgemeinen Kultur der Duldung. Weite Teile der Politik, der Justiz, der Medien, der kirchlichen und sozialen Helferkreise sowieso vertreten eisern den Standpunkt, dass, wer es einmal hierher geschafft hat, um jeden Preis auch in Deutschland bleiben kann. Aus diesem Grund gibt es keine effektiven Grenzkontrollen. Nach dem Willen von Rot-Rot-Grün in Berlin beispielsweise soll es keine Abschiebehaft mehr geben. Wer vor den Behörden nicht weiterkommt, kriegt Kirchenasyl. Bei jeder geplanten Abschiebung regt sich ziviler Widerstand von Helfergruppen. Und Massenklagen erreichen immer lückenloser das Ziel, jedwede Ausschaffung von noch so straffälligen Migranten aufzuschieben und zu unterbinden. Inzwischen wird bis in die Regierung diskutiert, auch die Flucht vor Armut oder Klimaschwankungen als Asylgrund anzuerkennen.“

 Bloß die Eigenen erhalten kein Asyl, sie sind „heimatlos“, wie Reinhard Mey singt.

 

108. Vom Wert der Umgangsformen (31.07.2017)

Morgen halte ich in einer sächsischen Oberschule einen Vortrag zur Bedeutung von Umgangsformen und Ritualen bei der Erziehung. Unter anderem werde ich Folgendes sagen:

Werte“ allein sind hohl, frei in der Luft schwebend. Sie bedürfen der Muster wiederholter praktischer Handlungen; sie sind ihr ideeller Niederschlag. Er entsteht aus der wiederholten, stabilen und sicheren Ausführung von Umgangsformen, Ritualen, Zeremonien und Traditionen. Sie sind die Transporteure der Werte, schleppen sie sozusagen „huckepack“ in die Seelen hinein oder wie Trojanische Pferde ihren Inhalt in das Gebiet des „Feindes“, der sie vorläufig noch ablehnt und bekämpft. Sie machen die Tore auf für das Eindringen eines neuen Verhaltens. Erzieherische Reden allein („Moralpredigten“) ohne das gleichzeitige Einüben praktischer Umgangsformen prallen an den geschlossenen Toren der Seele ab.

Geistiges kann sich nicht aus Geistigem direkt bilden, das wäre eine „unbefleckte Geburt“, die es zwar im Katholizismus, aber nicht nach den Gesetzen dieser Welt gibt. Geistiges braucht, um sich fortzupflanzen, in Wirklichkeit sozusagen einen materiellen „Zwischenwirt“ und Zwischenschritt, nämlich seine körperliche Erscheinung, seine Konturierung in Sequenzen praktischen Handelns. (So wie jetzt geistige Erkenntnisse, die dieses Geschriebene betreffen, nur möglich werden durch seine materielle Erscheinung „zwischendurch“ in den gedruckten bzw. kopierten Schriftzeichen aus Tinte auf diesem Blatt Papier oder auf dem Bildschirm.)

Nur indem ein Mensch den Kopf tatsächlich praktisch senkt beim Grüßen oder Danken und hörbare materielle Schallwellen erzeugt, indem er sagt „Guten Tag“ oder „dankeschön“, wird Geistiges transportiert und kann in der anderen Seele ankommen.

Erziehung besteht im Wesentlichen darin, diese praktischen Sequenzen sozialen Handelns gut zu organisieren, das heißt bewusst im Einvernehmen aller Erziehungsverantwortlichen und sie dadurch in der Breite gegenseitig sich vielfach bestärkend zu gestalten.

Das Reden kommt erst an zweiter Stelle und danach.

Erziehen und Unterrichten sind daher in erster Linie ein praktisches Handwerk. Lehrer sind sozusagen Meister des Handwerks, zu erziehen und zu unterrichten („Schulmeister“). Obwohl es auch in diesem Handwerk allgemeinverbindliche Standards gibt, kommt es bei diesem seelenbezogenen gerade auf den persönlichen Stil der Lehrer an. Das gemeinsam in und für eine Schule Verabredete braucht die individuelle pädagogische Eigenart, mit der es umgesetzt wird.

Die Schüler müssen das inhaltlich gleiche Handeln immer wieder unterschiedlich in der persönlichen Stilistik der einzelnen Pädagogen, es zu vertreten, erleben.

Den ganzen Vortrag können Sie hier lesen. 

 

107. Wir leben hier in Deutschland in der Überfluss- und „Hinterherschmeißgesellschaft“. (23.07.2017)

Wir haben von allem zu viel. Das betrifft alles außer gut bezahlte Arbeit, Wohnungen in den Großstädten, anhaltende bzw. nachhaltige Liebe und die Versorgung Abgestürzter und Kranker, die das Pech haben, nichts Besonderes, also z.B. gut privat Versicherte oder Asylbewerber zu sein. Ein einfach nur „dumpf“ deutscher Obdachloser hat geringe Chancen, in Deutschland für die Nacht ein Bett zu bekommen und wenn, muss er tagsüber wieder raus und darf sich abends erneut anstellen.

Für ihn gibt es keine staatlich angestellten Berater, die ihn an die Hand nehmen und ihm helfen, wieder Fuß zu fassen. Nun ja, immerhin, er könnte ja ein paar Brocken arabisch lernen; die Chancen sind dann gar nicht so gering, dass er als Flüchtling anerkannt – siehe Oberleutnant Franko A. – und voll versorgt wird, einschließlich warmer Mahlzeiten und einer Unterkunft, in der er sich ständig aufhalten kann.

Wovon wir außerdem noch zu viel haben, sind Informationen, Kolumnen, analoge wie digitale, z.B. auch „Gedankensplitter“ wie diese.

Abgesehen von den genannten Ausnahmen, leben wir also in einer Überflussgesellschaft, die allerdings nicht „ganz dicht“ ist. Sie kann und will ihre Grenzen nicht sichern und damit kann und will sie nicht das Einwandern von Menschen verhindern, die hier besser leben wollen, als es ihnen zur Zeit in ihrer Heimat möglich ist. Sie wären ja auch dumm, diese Gelegenheit, die ihnen das offene und bunte Deutschland bietet, nicht zu nutzen. Andererseits kann und will sie die, die einmal hier sind, auch dann nicht abschieben, wenn ihr Asylantrag abgelehnt wurde. Die Realität, die zunehmende Anzahl von Verfahren vor den Verwaltungsgerichten und das Untertauchen derer, die auch bei diesen trotz ausgefuchster Anwälte nicht Recht bekamen, zeigt, dass das so ist.

Wer logisch denken kann, sieht, dass das auf die Arabisierung und Afrikanisierung Deutschlands hinausläuft. [Absurd? Das ist in Stadtteilen vieler deutscher Großstädte bereits geschehen! - 28.07.17] Damit allerdings löst die freie Marktwirtschaft auf die Dauer das Problem der unkontrollierten Einwanderung nach Deutschland. Ist dieses Land erst einmal weitgehend afrikanisiert und arabisiert, ist die Befürchtung wohl nicht unlogisch, dass es sich in der Lebensqualität diesen Herkunftsländern annähern wird, da es ja dank unserer politischen Eliten selbst keine eigene stolze Leitkultur hat, die es diesen Mentalitäten entgegensetzen könnte.

Dann hilft vielleicht wirklich nur noch die EU, da Deutschland allein, amerikanisiert wie es ist, kulturell zu schwach ist, sich selbst zu behaupten. Wenn die Einwanderungspolitik der osteuropäischen EU-Länder und Österreichs, der Not folgend, zur Leitkultur in Europa wird gegen die abenteuerliche deutsche „Welcome“-Politik, werde vielleicht sogar ich noch zum EU-Freund. Es ist immer wieder faszinierend, welche Wendungen der Lauf der Geschichte bereithält.

Frankreichs En-Marche-Bewegung steht bei der Flüchtlingspolitik keineswegs an der Seite Merkels. Das erfährt man in den deutschen Nachrichten nur nebenbei und zufällig. Italien nimmt alle Geretteten aus dem Mittelmeer auf. Deutschland hat sich verpflichtet, monatlich 700 „Flüchtlinge“ von dort zusätzlich zu denen, die sowieso kommen, zu übernehmen. Frankreich hat von dort im ersten Halbjahr dieses Jahres 50 pro Monat ins Land gelassen. Offenbar ist Deutschland in Wirklichkeit die „Grande Nation“, es leistet allein in Bezug auf Italien das Vierzehnfache von dem, was die Möchtegern-Weltmacht Frankreich vollbringt. In Wirklichkeit liegt Frankreich bei der Flüchtlingspolitik viel näher bei den Visegrad-Staaten und Österreich und Großbritannien als beim bunt träumenden Deutschland.

Ich habe zu viel auf der Seele. Mein Ausgangsgedanke für diesen Gedankensplitter (Überfluss- und „Hinterherschmeißgesellschaft“) war der Folgende: Ich habe auf der Unterseite „Bücher&Bestellung“ einen längeren Auszug aus meinem Buch „Die ungezogene Gesellschaft“ eingefügt. Er ist sogar länger, als im Buch an dieser Stelle steht. Ich komme mir vor wie ein Marktschreier: Das packe ich auch noch oben drauf; es sind einfach zu viele Autoren-Gedanken da in unserer Welt und zu wenige aufmerksame Leser-Augen bzw. Hörer-Ohren.

 

106. “Wir wissen, wo deine Familie wohnt“ – alle haben Angst, auch Staatsanwälte und Richter. (16.07.2017)

Anders kann ich mir die Freisprüche und lächerlich geringen Strafen für Gewalttaten, die in Deutschland von Angehörigen ausländischer Familienclans ausgehen, nicht erklären (siehe auch den 88. und 71. Gedankensplitter). Die „BILD am Sonntag“ von heute macht mit der Schlagzeile auf: „Wie viel Unrecht darf ein Rechtsstaat dulden? Jahrzehnte ließ man linksradikale Zentren und kriminelle Familienclans gewähren.“

Wer es wissen will, hätte es schon lange wissen können. Die mutige Jugendrichterin Kirsten Heisig, die sich am 28.06.2010 angeblich selbst das Leben genommen hatte, schrieb in ihrem kurz zuvor veröffentlichten Buch „Das Ende der Geduld“:

Zum Schutze der Mitarbeiter der Projekte, Initiativen und Jugendämter, die mit ‘arabischen’ Großfamilien arbeiten müssen und von diesen teilweise ernsthaft bedroht werden, unterlasse ich hier die Schilderung genauerer Einzelheiten. Man mag mir aber Glauben schenken: Der überwiegende Teil dieser Clans wird niemals in Westeuropa ankommen. Es werden weiterhin nicht genau bezifferbare Millionenbeträge in die Alimentierung dieser Gruppierungen fließen, ohne Fortschritte zu erzielen. Inzwischen haben sie es allerdings teilweise so weit gebracht, dass die ersten Familienmitglieder es nicht mehr nötig haben, selbst Straftaten zu begehen. Das ‘erwirtschaftete’ Vermögen wird in Immobiliengeschäfte und eigene Läden investiert. Aber auch im Rotlichtmilieu finden sich ‘halblegale’ Betätigungsfelder.

Ich selbst habe mich im Interesse der Kinder ausführlich mit einzelnen Familien beschäftigt und aus Anlass von Strafverfahren die Probleme beim Familiengericht vorgetragen, wo sie seit mindestens zwanzig Jahren hingehört hätten. Niemand hat jedoch bisher diesen Weg beschritten und es liegt auch auf der Hand, weshalb: sozialromantische Verblendung gepaart mit blanker Angst. Ich bin inzwischen zu der Auffassung gelangt, dass die Furcht vor den kriminellen Großfamilien alle anderen Aspekte bei weitem überwiegt, denn hinter vorgehaltener Hand heißt es: ‘Man kann kein Kind zwangsweise aus einem arabischen Clan nehmen. Die Familien erschießen jeden, der das versuchen sollte.’ [Keines unserer angeblich so freien Medien weist auf diesen unglaublichen Skandal hin. Sie berichten zwar darüber, dass Kinder von Deutschen mit zum Teil fadenscheinigen Begründungen aus ihren Familien gerissen werden, aber keiner thematisiert das Missverhältnis zwischen der Praxis bei ausländischen Familienclans und inländischen Familientrümmerresten. - R.H.] Angst ist aber ein schlechter Ratgeber. Sie lähmt das System und den Einzelnen. Deshalb müssen wir sie überwinden und handeln.

Die Möglichkeit, aufenthaltsbeendende Maßnahmen gegenüber kriminellen arabischen Großfamilien durchzusetzen, stößt gegenwärtig auf die schon benannten Hindernisse. Sie wurde darüber hinaus auch in gewisser Weise vertan, weil die beispielsweise bei der Berliner Polizei Ende der 90ziger Jahre eingerichtete gemeinsame Ermittlungsgruppe ‘Identität’ – kurz ‘GE Ident’ -, die sich mit betrügerisch erlangten Aufenthaltstiteln und Sozialleistungen befasste, inzwischen ihre Arbeit einstellen musste – obwohl sie erreichte, dass mehr als 400 Personen freiwillig ausreisten oder abgeschoben wurden, nachdem ihnen ihre meist kurdische Herkunft nachgewiesen werden konnte. Die Gründe für die Auflösung dieser polizeilichen Einheit sind mir nicht bekannt. Sie dürften aber politischer Natur sein.“ (S. 94f.)

Ich hoffe sehr, dass sie wenigstens im Nachhinein aufgeklärt werden, wenn in einer deutschen Regierung weder CDU noch SPD das Sagen haben. Kirsten Heisig soll nicht umsonst gestorben sein. Dafür ist allerdings die Voraussetzung, dass der deutsche Michel, das Schaf, aufhört, fortwährend gerade diese Parteien und die mit ihnen verbündeten Grünen zu wählen.

 

105. Schläge aus heiterem Himmel: Es liegt Frust in der Luft. (14.07.2017)

Die Welt- und Bundesmutti Merkel behauptet: Uns geht es so gut wie noch nie. Von wegen: Wir leben so unsicher wie seit dem Zweiten Weltkrieg und der Besatzungswillkür danach nicht mehr.

In Berlin werden unauffällige Menschen zu „fälligen“, sie werden einfach Treppen herunter gestoßen und sind danach schwer verletzt. [Und es nimmt zu, dass Leute, meistens Menschen mit deutschen Eltern, vor U-Bahnen gestoßen werden, von Menschen, die sie gar nicht kennen, meistens frustrierten Ausländern, wenn mich mein Eindruck nicht trügt, denen es partout nicht gelingt, hier in Deutschland anzukommen und tatsächlich so zu leben, wie ihnen vorher erzählt wurde, es im Schlaraffenland Deutschland möglich sei oder wie sie das geglaubt haben aufgrund der Selfis mit den Lieblingskindern der Bundesmutti; offensichtlich mussten sie das ja sein, denn mit Deutschen macht sie keine, gibt es jedenfalls keine öffentlich bekannten. - 28.07.17]  

An einem einzigen Tag – heute – lese ich in der Leipziger Lokalpresse (BILD, S. 9 und 10) von zwei ähnlichen Zufallsopfern: „Nachmittags in der Rosa-Luxemburg-Str., Haltestelle Hofmeisterstraße: Ein Mann (36) wird von einem Unbekannten angesprochen, erhält als nächstes einen Faustschlag ins Gesicht. Der Täter kann trotz Fahndung entkommen, der Verletzte kommt ins Krankenhaus, Notaufnahme.“

Und: „Ein junger Mann (21) kommt gegen 19.20 Uhr aus einem Supermarkt in der Bautzmannstraße, geht Richtung Eisenbahnstraße. Ein Mann kommt ihm entgegen, ist schon vorbei, dreht sich um, sagt ‘Entschuldigung’ und schlägt den jungen Mann völlig überraschend zu Boden. Als der sich wieder aufrappelt und mit der Polizei droht, verweist der Schläger auf sein Messer und rennt weg. Zwar macht sich die Polizei kurz darauf auf die Suche nach ihm, doch der Schläger (dicklich, südländisches Aussehen) ist weg.“

Ich glaube, so etwas gab es „früher“ nicht in Deutschland, auch nicht zur Zeit menschenverachtender Diktaturen, deren Hass sich ja auch auf das alltägliche Denken alltäglicher Menschen übertragen haben müsste. Heute explodiert dieser Hass immer öfter, im angeblich freiesten und besten Deutschland aller Zeiten.

Die Opfer werden nie mehr vollständig unbeschwert glücklich sein können. Immer werden sie Angst haben vor dem Faustschlag aus heiterem Himmel.

Die Mutti, die ihre eigenen Landeskinder beschützen müsste, hat verrückte Machos in die Wohnung gelassen. Die Wohnungstür muss immer offen stehen – aus Prinzip. (So, wurde mir von Zeitzeugen erzählt, war es buchstäblich in den ersten Monaten nach dem 2. Weltkrieg in der Sowjetischen Besatzungszone: Die Russen wollten sich sofort, ohne jede Behinderung nehmen können, was ihnen gefiel, Menschen oder Sachen.) Das ist ihre Überzeugung. Streng erklärt sie ihren Kindern: Wir haben schon so viel geschafft, das müsst ihr nun auch noch schaffen (ich hab’ ja ein extra geschütztes Muttizimmer in der Wohnung, Hauptsache, die Kinderzimmer sind immer offen), und wer mault, ist ein Nazi. Klarer Fall, Diskussion beendet. 

 

104. Keine andere Option (12.07.2017)

Wir haben keine andere Chance, als optimistisch zu sein, zumindest gelassen unböse auf die Welt und uns, denn sterben werden wir sowieso. Was also objektiv sowieso und von vornherein feststeht, sollten wir zusätzlich subjektiv nicht noch schlimmer machen.

Es sei denn, es wird durch Krankheit, durch die Notwendigkeit fortwährender, schmerzhafter, belastender Eingriffe in den Körper, ohne dass sich dadurch die Situation grundsätzlich bessern kann, so schlimm, dass ein Leben nicht mehr lebenswert ist. Das muss und kann jeder nur für sich selbst entscheiden, aber er sollte dabei nicht in der Enge des Kreislaufs der eigenen Gedanken stecken geblieben sein. Ein ehrlicher Dialog ist immer gut und hilfreich.

Überwiegen trotz dieses Dialogs in der eigenen Wahrnehmung die Nachteile des Lebens deutlich über seine Vorteile, sollten wir selbst-bewusst aussteigen aus diesem Kreislauf des Jammers, aber immer eingedenk der Tatsache, dass das Einzige, was in unserem Leben feststeht, der eigene Tod ist. Warum soll man etwas, was sowieso sicher ist und einem keiner nehmen kann, künstlich beschleunigen? Es sei denn… 

 

103. Schreiben für die Schublade, die offen steht. (11.07.2017)

Die Ausbeute an digitalen Zeichen (100. Gedankensplitter) ist mager, sehr mager. Aber mager ist ja gesund, mein Leben ist sowieso schon zu fett.

Ob es Zweck hat, daß Sie schreiben. Das ist deine unbeantwortbare und unsinnige Frage. Man schreibt nicht, weil es Zweck hat, sondern weil man schreiben muß. Wenn Sie schreiben müssen, werden Sie schreiben, ob es Zweck hat oder nicht, ob Ihnen andere Menschen sagen: laß es sein oder laß es nicht.“ (Eva Strittmatter in einem Brief an einen unbekannten Fragesteller vom 29.06.1968) 

 

Zum letzten Gedankensplitter, dem 102. auf der alten Seite, wollte ich eine Einfügung vornehmen. Ich führe ihn hier noch einmal mit dieser Einfügung auf:

102. Die Feigheit zieht sich durch die jüngere Geschichte. (08.07.2017)

August 1995 in Serbien: Den niederländischen Blauhelmtruppen, schwer bewaffnet und natürlich mit Schutzwesten, war es zu gefährlich, sich mit Mladic Ratko anzulegen und bosnische Flüchtlinge vor seiner Armee zu beschützen. Über 8000 Jungen und Männer von 13 bis 78 Jahren wurden ermordet, weil die Niederländer offenbar mehr um ihren Eigenschutz besorgt waren als um das Leben der Wehr- und Waffenlosen.

In Erfurt 2002 musste sich die Polizei erst einmal stundenlang selbst sichern, bevor sie sich ins Gutenberg-Gymnasium traute. Inzwischen verbluteten mehrere Lehrer auf den Treppen und Fluren, weil die Polizeiführung von der Sorge getrieben war, es könnte mehr als ein Amokläufer im Schulgebäude sein. „Im Zweifel (nicht für die verletzten Opfer, sondern) für den angeklagten Täter.“ Dass das in Deutschland auch diesen Sinn haben kann, war mir damals noch nicht so klar.

Gestern bzw. heute Nacht in Hamburg: Stundenlang können Gewalttäter ungestört schwere Straftaten begehen, weil die Polizeiführung das Leben der Beamten nicht gefährden will. Die Polizei muss stundenlang auf die Polizei warten, auf die richtigen Polizisten sozusagen, die dann mit Sturmgewehren und Maschinenpistolen im Anschlag sich langsam auf die Dächer der Gebäude vortasten.

Das Leben der Beamten darf nicht gefährdet werden, und was ist mit dem Leben der Anwohner? Wenn die Chaoten im Messegelände randaliert hätten und es ihnen gelungen wäre, in die Nähe der Bundeskanzlerin und ihrer Gäste vorzudringen, hätte es dann auch drei Stunden gedauert, bis sich die Polizei genug selbst gesichert hat, damit sie endlich eingreifen kann? Ich glaube nicht. Offenbar ist in Deutschland nicht jedes Menschenleben gleich viel wert.

[BILD am Sonntag vom 9.7.2017, S. 6: "BILD-Reporter Frank Schneider, der über 25 Jahre Berufserfahrung hat: 'Man merkte, dass der Einsatzleitung wichtiger war, dass keiner der Polit-Konvois anhalten muss, als dass das restliche Stadtgebiet geschützt wird. Das entging offenbar auch nicht den Vermummten des Schwarzen Blocks.'" Und: "Bevor ich Richtung Demo ging, hatte ich einen der Beamten an den Wasserwerfern außerhalb des Schanzenviertels gefragt, warum sie nicht endlich vorrückten. Ich bekam eine schockierende Antwort: 'Wir sind nicht genug Leute, es müssen erst die Staatsgäste wieder in ihren Hotels sein. Und wenn wir jetzt reingehen, gerät alles komplett außer Kontrolle, möglicherweise rennt der Schwarze Block dann Richtung Innenstadt.'" - 9.7.2017]    

Ich kenne persönlich Polizisten, und ich weiß genau, dass sie nicht so lange gezögert hätten, die Bürger ihres Landes zu beschützen. Aber sie unterstehen natürlich, insbesondere bei solchen Großereignissen, den Befehlen ihrer Vorgesetzten.

Und warum dürfen in Deutschland eigentlich normale Polizisten, die ja auch schon für diesen schweren Einsatz ausgesucht worden waren, nicht das benutzen, was ihnen am Gürtel hängt, wenn die Not groß ist und eine akute Bedrohungslage besteht. Ich habe die Vermutung, dass in Deutschland die Polizisten ihre Pistolen zu allem Möglichen benutzen dürfen, aber auf keinen Fall zum Abgeben eines Warnschusses.

Da kommt noch viel eher in Frage: Hände hoch, oder ich werfe meine Waffe! (Nicht vergessen, vorher das Munitionsmagazin zu entfernen.) Zu einem ist die schwere Waffe in jedem Fall gut: Man kann sie im Falle großer Not ablegen und ist dann mit weniger Gewicht besser in der Lage zu fliehen. 

 

Die folgenden 13 Gedankensplitter sind eine Einfügung aus der ursprünglichen Gedankensplitter-Seite (sozusagen Gedankensplitter I), wo sie verschwunden sind und wo ich sie nicht mehr einfügen kann, weil ich diese Seite nicht mehr bearbeiten kann (siehe auch oben).

13. (18.05.2016) Wer die sprachliche Mutter (Deutsch) durch eine schicke Tante (Englisch) ersetzt, wird bald auch nicht mehr zum Heiligen Vater beten, sondern zum heiligen Onkel. 

Treu- oder untreu sein ist eine tragende, grundsätzliche Qualität des menschlichen Charakters. Sie betrifft die Beziehung zu anderen Menschen, zum eigenen Partner, zu “Lebenskameraden”, wie das, finde ich, so treffend heißt, egal ob verheiratet oder nicht, zu den eigenen Kindern und Eltern und zu guten Freunden, die mehr sind als “Kumpels”. Manche Menschen sind da sehr wechselhaft, regelmäßig gibt es andere angesagte Menschen in ihrem Umfeld. Zuweilen betrifft das sogar (ihre) Kinder, die sie in ihrer “bunten” Welt  öfter einmal mit den Kindern anderer Väter und Mütter austauschen. Es gibt gelingende Flickwerk-Familien, aber da werden die eigenen “alten” Kinder nicht gegen neue “ausgetauscht”, sondern sie bleiben die eigenen, “ersten Kinder” und neue, die im Laufe der Zeit durchaus auch als Söhne und Töchter geliebt werden können, kommen hinzu.

In diesem Zusammenhang bedeutet das: Menschen können neue Sprachen lernen und sie lieben, aber die erste bleibt immer, wenn sie treuefähig und -willig sind, die eigene Muttersprache, insbesondere dann, wenn es um Inneres geht, um Gefühle. Liebesbriefe werden Menschen immer am besten in der Sprache schreiben können, die von Haus aus die ihre ist. Deswegen hat sich Luther die Mühe gemacht, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen, obwohl Latein je eine etablierte globale Sprache war. Aus der Sicht der heute in Deutschland führenden politischen und kulturellen Klasse hätte er sie lieber gleich ins Englische übersetzen sollen, um so weltoffen und international zu sein, wie das Gott von seinem Wesen her zwangsläufig sein muss, wenn es ihn gibt.

Gibt es ihn, dann hat seine Existenz für mich nur Sinn, wenn er die Liebe ist, und diese ist persönlich und nicht global verallgemeinernd. Um Menschen ihren Hochmut abzugewöhnen, mit dem sie glaubten, ihren Turm zu Babel bis in den Himmel hinein bauen zu können, ließ er sie plötzlich (wieder) ihre eigenen Muttersprachen sprechen, damit sie sich auf sich und ihn rückbesinnen und nicht globalen Wahnwitzwerken verhaftet bleiben. Natürlich kann im Gottesdienst auch einmal ein englischsprachiges Lied gesungen werden, dann bitte aber auch russischsprachige – wir haben so viele Spätaussiedler hier – oder türkischsprachige, zum Beispiel. Schon zeigt sich, dass es den Weltoffenen gar nicht um sprachliche Vielfalt geht, sondern dass sie auf die internationale Sprache der Großkonzerne, des Kapitals, des Konsums und der Nato fixiert sind, die sie Schritt für Schritt zur dominierenden Sprache in Deutsch-Land machen wollen.

 

12. Ich trete für eine achtklassige (-stufige) „Volksschule“ ein.

Ich habe Respekt vor dem Volk, insbesondere vor meinem. Deswegen würde mir nie in den Sinn kommen, eine „Volksschule“ für etwas Minderwertiges zu halten, im Gegenteil.

Meine Gründe:

  • Deutschland heute in dieser Zeit leidet nicht zuerst an zu wenig Differenzierung und Separierung, Sektorenbildung und gegenseitiger Ausgrenzung, sondern zuerst und vor allem an einem Mangel von Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl. Wann soll das angelegt werden, wenn nicht in der Kindheit und Jugend seiner Bürger?
  • Ich meine „Volk“ so wie die Franzosen nicht biologisch, sondern kulturell: Wer sich wirklich ernsthaft und ausdauernd bemüht, deutsch zu sein, und das mit der zunehmenden Beherrschung der deutschen Sprache beweist, ist in meinen Augen Deutscher, egal woher er kommt, so wie einer, der ehrlich und ausdauernd nach Gott fragt, in Wirklichkeit schon an ihn glaubt. Damit nehmen wir auch den Unterstellungen, dass die AfD eine völkisch-rassistische Partei sei, den Wind aus den Segeln. Aber wir sind sehr wohl eine nationale, in diesem kulturellen Sinne auf das eigene Volk bezogene Partei. So und nur so tragen wir auch zur Erhaltung und Stärkung des Deutschen in Europa und der Welt bei.
  • Dass in einer Volksschule bis zur 8. Klassenstufe die Intelligenten und die geistig nicht so Starken sich gegenseitig behindern würden, gilt nur für eine schwache Schule, in der keine Disziplin herrscht, weil die Lehrer und Eltern nicht viel zu sagen haben, sondern die lauten Schüler mit oberflächlichen Wünschen nach der Befriedigung der eigenen Eitelkeiten und Gelüste den Ton angeben. Insofern, vom Kern ihrer pädagogischen Kultur her gesehen, hat die vorgeschlagene Volksschule nur wenig mit der Gesamtschule sozialdemokratischen Typs zu tun. Ein in der vorgymnasialen Zeit bis zum Ende der Kindheit straff geführte Schule lehrt die Intelligenten und geistig Starken die Tugend der Geduld, das Warten-Können auf die langsameren Klassenkameraden. Sie lernen so, von sich abzusehen und sich auf ihre Mitmenschen auszurichten. Das ist dringend notwendig in einer Zeit, die junge Menschen immer mehr auf beziehungsunfähigen Autismus programmiert. Die geistig Starken sollen ihre in dieser Beziehung überproportionalen Fähigkeiten auch und gerade in der Kreativität entfalten, wie sie den geistig Schwächeren helfen können; die dazu Begabten sollen früh selbst schon „Lehrer spielen“ dürfen und damit ihre Führungsqualitäten trainieren und entfalten. Die geistig Schwächeren lehrt die straff geführte achtklassige Volksschule, dass sie sich anstrengen, aufmerksam und ausdauernd sein müssen, dass sie nicht zu früh aufgeben dürfen und dass Übung den Meister macht, so mühselig sie am Anfang auch sein mag. Zugleich können die praktisch Begabten auf den Gebieten, wo sie stark sind (Sport und Handwerk), den „Theoretikern“ unter ihren Mitschülern auch etwas beibringen.
  • Schüler, die durch mehrere Testverfahren eindeutig nachgewiesen, in einem biologischen Sinn geistig beeinträchtigt, zum Beispiel des abstrakten Denkens gänzlich unfähig sind, haben Anspruch auf eine besondere Unterstützung in speziellen Förderschulen. Deswegen bleiben sie genauso wertvolle Menschen wie die Volksschüler und späteren Lehrlinge, Realschüler oder Gymnasiasten und werden auf ihren späteren handwerklichen oder künstlerischen beruflichen Gebieten auch herausragende Leistungen vollbringen. Diese Differenzierung, also die zwischen Volks- und Förderschulen, wobei im Zweifel eher zunächst eine Zuordnung zur Volksschule stattfinden soll, ist die Voraussetzung, damit die Inklusion in der Volksschule von und mit Schülern mit unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten und -Präferenzen, die aber biologisch nicht geistig beeinträchtigt sind, gelingen kann.

Zur Erläuterung dieser vier Punkte folgender Auszug aus meinem im November 2015 erschienenen Buch „Die ungezogene Gesellschaft“ (S. 51f.):

Es geht hier bei uns mehr denn je um den individuellen Lebenswettlauf, um die Angst, dabei gegenüber den anderen zu kurz zu kommen. Kinder und Jugendliche, die im Gegensatz dazu so erzogen werden, dass ihnen das Wohl und Wehe der Gemeinschaft, der sie angehören, wichtiger ist als ihr eigener kurzfristiger Erfolg, werden nicht in eine Erschöpfungsdepression verfallen, wenn sie von dieser Gemeinschaft anerkannt und getragen werden auch für den Fall, dass ihnen eine persönliche Leistung misslungen ist, sie z.B. den entscheidenden Elf-Meter im Fußballspiel verschossen haben oder z.B. aus gesundheitlichen Gründen eine Ambition, die mit vielen Hoffnungen und Sehnsüchten verbunden war, aufgeben müssen.

Nur der Individualist, der immer, also auch beim Versagen, sich selbst an der ersten Stelle sieht, verfällt darauf in Depressionen und/oder läuft gar Amok. Der in menschlichen Beziehungen Geborgene tut das nicht, weil dieses Netz sein eigenes Leid abfedern und ableiten kann.

Dann allerdings müssen wir Erwachsenen dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen in beständigen Gemeinschaften aufwachsen, dass Eltern- und Lehrer“teile“ nicht andauernd wechseln und dass die Aufwachsenden mindestens acht Jahre zusammen in eine Schule gehen können.

Ist es eine „erzieherische“ Schule, wie sie mir vorschwebt, kann sie eine soziale Atmosphäre sichern, die Disziplin und Aufmerksamkeit, auch einfühlsame füreinander, erlaubt. Der Mangel daran, an Geduld und Bereitschaft, den anderen verstehen zu wollen, ist das größte Lernhindernis und nicht die Tatsache, dass die geistigen Fähigkeiten der Schüler sich zu sehr unterscheiden würden.

Für geistige „Überflieger“ ist die Erfahrung, auf Langsame warten zu müssen und ihre Probleme zu mindern, indem sie ihnen helfen, eine ganz wichtige fürs Leben. Und die praktischen und/oder sportlichen Schüler, die auf geistigem Gebiet nicht so gut sind, werden es ihnen danken und ihnen dort helfen, wo sie besser sind. Das könnte ein Beitrag und Modell für das Zusammengehörigkeitsgefühl einer ganzen Gesellschaft sein:

Alle, die (inzwischen) langfristig hier leben, deutsch sprechen und sich zu dieser Gemeinschaft bekennen, sind primär Deutsche, egal, woher sie kamen. Erst danach sind sie Ärzte, Eisenbahner, Lehrer, Handwerker, Polizisten, Bauarbeiter usw. Wir brauchen viele Ebenen der Gemeinschaftlichkeit in unserem Leben, die nationale gehört dazu.“

30.03.2016

 

11. Der Tod ist stärker als die Liebe

Und das ist gut so und gerecht und in ihrem Sinn, denn er macht alle und alles gleich; da gibt es kein besser oder schlechter mehr, kein klüger oder dümmer.

Aus Gleichem hat sich das Leben profiliert. Das hat mit dem Urknall begonnen. Es gilt inzwischen für jeden einzelnen Menschen, der nicht zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Er hat das „Lebensmaterial“, das er vorfand, mit seinem eigenen speziellen Profil rückgeprägt, der eine „nur“ im engen Kreis des Privaten, indem er z.B. sein persönlich gestaltetes Gartengrundstück hinterlässt, der andere in etwas weiteren Kreisen, indem er z.B. Texte wie diesen ins Internet stellt. Alles jedenfalls, (zer)fällt früher oder später ins Gleiche, Ununterscheidbare zurück und wo der Garten war, ist später nur noch Steppe und wo noch Deutsches im Internet war, sind nur noch die Sprachen anderer Nationen, die ihre gepflegt, geschützt und gefördert haben (siehe „Zackerbörg“ unter Politisches), bis schließlich alle Sprachen weg sind, weil das ganze Internetprofil zurückgefallen ist in das ununterscheidbare Einerlei von Zeichen, Lauten und Bildern. Letzteres dauert wahrscheinlich Millionen Jahre, aber es ist der unvermeidliche Gang der einebnenden Gleichmacherei nach „unten“, zur Ausgangslage hin.

Wir alle wollen etwas schaffen, so lange wir leben, unsere Spuren in der Welt hinterlassen, uns selbst verwirklichen, das, was wir am besten können, zur Geltung bringen. Wer lebt, wer noch stark und leidenschaftlich lebt, ist eitel. Der Lebenstrieb ist, psychologisch gesehen, zuerst und vor allem ein Geltungstrieb. „Guck’ mal, was ich kann!“, rufen die Kinder, die noch frisch in seinem Saft stehen. Das Sich-nicht-wichtig-Nehmen ist sympathischer, aber es ist dem Tode näher als dem Leben.

Wenn wir noch jung und stark sind, das zumindest seelisch, sind wir wie die Kinder, die im Sommer voller Eifer am Strand Burgen bauen. Und das ist gut so, sonst wäre die Welt ungestaltet, und was ist den Menschen da nicht alles an Schönem und Nützlichem gelungen, von Gebäuden aus Stein, einschließlich romantischen Burgen, über Geräte und Maschinen bis hin zu Fahr-, Schwimm- und Flugzeugen aller Art, zum Beispiel.

Und auch ich bin noch ziemlich lebendig, sonst würde ich mir nicht die Mühe machen, das, was ich beim Osterspaziergang in mein Notizheft gekritzelt hatte, nicht nur in den Computer zu tippen, sondern auch noch hochzuladen auf meine Internetseite. Wenn es nicht stimmen würde, dass sich alles Lebendige profilieren will, so lange es dazu noch in der Lage ist – und dazu braucht es unter Menschen den Anderen, der es bemerkt („Guck’ mal!“) -, würde es mir doch reichen, dass etwas, was ich für klug halte, in meinem Heft steht, dass ich selbst es weiß. Das reicht mir aber eben ganz und gar nicht: Die Anderen sollen es auch wissen, was ich weiß und – vor allem – dass ich es weiß; darin zeigt sich die Beziehungsherstellungskraft bis hin zur Übergriffigkeit, die typisch ist für Vitalität. Sie erinnert mich an eine junge Schulklasse, in der sich „wie verrückt“ viele melden, weil sie dem Lehrer und den Mitschülern unbedingt zeigen wollen, was sie wissen.

Aber ist es nicht auch tröstlich, dass alles einmal verwischt und weggespült sein wird, weil es allen so geht, nicht nur mir zum Beispiel mit meinen beschränkten Profilierungsversuchen, sondern auch den Klügsten, den Genies der Weltgeschichte? Wir merken es allerdings nicht so schnell wie die Kinder, die staunen, wenn sie am nächsten Tag zum Strand zurückkehren: Fast alles ist weggespült und eingeebnet (vor allem, wenn es in der Nacht einen Sturm gab), was gestern noch so gegliedert und gestaltet war, so stolz in die Höhe ragte.

Die meisten wissen noch nicht einmal, wo und wie ihre Urgroßeltern gelebt und was sie gemacht haben.

Deswegen bin ich trotzdem dafür, zu kämpfen um das Gestaltete, das Leben, mit allem erdenklichen Aufwand. Wir sterben sowieso alle, trotzdem wünsche ich mir die wilde, verwegene Jagd Budapester Rettungswagenfahrer, die was riskieren für Menschen in Not (und/oder für ihren fahrerischen Geltungstrieb, ihre Fahrgestaltungslust – egal, was als Motiv überwog, Hauptsache, es rettet Menschenleben).

Wenn es dann aber trotzdem nichts genutzt hat, dann möchte ich mitgehen mit dem Strom des Lebens, der in den großen Ozean des Gleichmuts führt. „Gleichmut“ ist wie „Weh-“ und „Schwermut“ eine wunderbare Verbindung von Gegensätzlichem, das doch zusammengehört.

Ostern 2016

 

10. Erziehen? Aber ja! – Vortrag auf CD vom 10.09.2011 in der Adventsgemeinde Kamenz

Ich habe diesen Vortrag, wie fast immer, vollkommen frei gehalten. Dadurch ist es mir leider passiert, dass ich einen Gedanken nicht zu Ende geführt habe. Ich hatte davon geredet, dass der Mut junger Menschen, Kinder zu zeugen und zu gebären, von dem die Fortexistenz unserer ganzen Gesellschaft abhängt, nicht nur symbolisch in Sonntagsreden gewürdigt werden sollte, sondern auch viel mehr konkret praktisch mit dem Mittel, das jede Marktgesellschaft dominiert: Geld.

Wie dies geschehen soll, habe ich dann vergessen zu sagen. Das möchte ich an dieser Stelle nachholen: Bei der Berechnung der gesetzlichen Rente sollten Kinder, die von ihren Eltern erfolgreich erzogen wurden, sowohl für Mütter als auch für Väter eine viel größere Rolle spielen als bisher.

Dabei geht es überhaupt nicht um die „Bestrafung“ der Kinderlosen, die vielleicht gern Kinder gehabt hätten, denen diese aber nicht vergönnt waren. Es geht einfach um den Fakt, dass Erwachsene, die keine Kinder zu versorgen und zu erziehen haben, viel mehr Geld für die Befriedigung eigener Bedürfnisse – egal, ob sie das selbst so gewollt haben oder nicht – verbleibt, als den Erwachsenen, die für Kinder verantwortlich sind.

Also können die Kinderlosen auch viel mehr selbst privat für die eigene Rente vorsorgen, als das Müttern und Vätern möglich ist. Das muss in einer Gesellschaft, die existentiell durch Kinderlosigkeit bedroht ist und deren öffentliche Rentenkassen in der Zukunft keinesfalls für alle reichen werden, nach meiner Überzeugung viel deutlicher gesagt werden, als das bisher der Fall ist.

Mai 2012

 

9. Ein junger Afrikaner als deutscher Patriot – geht das? Natürlich!

Der deutsche Rapper (Oliver) Harris wurde 1976 als Sohn eines Afroafrikaners in Berlin geboren. Vor einigen Jahren zog er aus seinem Heimatbezirk Kreuzberg weg. Er wollte nicht, so sagte er im Interview mit dem “Musikexpress”, dass seine beiden Kinder besser Türkisch als Deutsch sprechen. … Inzwischen sorgt er mit “Nur ein Augenblick” für Aufsehen. In dem Lied liest er “südländischen” Problemjugendlichen drastisch die Leviten: “Wieso wohnst du in diesem Land über zehn Jahre und sprichst trotzdem nicht die deutsche Sprache?” … “Du sagst: Deutsche sind Scheiße, deutsche Frauen sind Dreck. Tu Deutschland bitte einen Gefallen und zieh’ weg! Dieses Land braucht keine Menschen, die hier nicht sein wollen. … Du hast Glück, bist jetzt hier, also benimm dich! – Wenn du nicht weißt, wo der Flughafen ist, ich bring dich! … Manche wissen nicht, wie gut sie es hier haben. Ich denke, da wo du herkommst, hast du gar nichts zu sagen. Schäm’ dich, über Deutschland so schlecht zu reden, es ist schön in Deutschland zu leben!” … Man hört geradezu die Verwirrung des Musikexpress-Reporters aus den Zeilen, als der nachfragt: “Sie bezeichnen sich als Patriot mit einer gesunden Portion Nationalbewusstsein?” Der wortgewaltige Rapper nimmt kein Blatt vor den Mund: “Nationalbewusstsein heißt, dass man sich für die Interessen seines Landes interessiert. Es regt mich auf, dass man hier immer aufpassen muss, was man sagt!” Darauf der Interviewer: “Fällt es Ihnen leichter, dieses sensible Thema anzusprechen?” Harris: “Definitiv. Wäre ich blond und blauäugig, wäre meine Karriere vorbei. Würde Peter Fox so etwas sagen, wäre der weg vom Fenster!”

Aus: Junge Freiheit vom 20.01.2012, S. 3

 

8. „Notruf in der Warteschleife“ – Leserbrief in der LVZ vom 21.01.2012, S. 18

Jemand wird bedroht und wählt in Todesangst die 110: Warteschleife, die 112: wieder Warteschleife. Das ist das Thema eines Alptraums, und ich habe es schon von mehreren gehört. So hilflos zu bleiben in größter Not kann zu schwersten seelischen Verletzungen führen, abgesehen davon, dass ein Täter inzwischen weiter – in Ruhe – zuschlagen kann. Das Land Sachsen sollte für die Kosten medizinischer – und auch psychotherapeutischer – Behandlung in Anspruch genommen werden, die durch die unterlassene staatliche Hilfeleistung entstehen. Offensichtlich muss die Bundesrepublik Deutschland die Würde und Unversehrtheit von Menschen nicht nur am Hindukusch verteidigen, sondern auch im Leipziger Küchenholz und was professionellen Waffenträgern an Traumabehandlung zusteht, sollte erst Recht für von Gewalt überrumpelte Zivilisten gelten.

Was lässt sich tun, um das Notrufdilemma zu verbessern? Die 110 sollte nur angerufen werden, wenn es wirklich um eine Gefahr für Leib und Leben geht. Dann müsste es aber andere Polizei-Notrufnummern geben, z.B. die der Reviere, wo Betroffene anrufen können, wenn sie nicht akut gefährdet sind. Aber die sind wahrscheinlich ständig besetzt, oder es wird einfach nicht abgenommen – wetten, dass? Es fehlt also an Geld. Dafür bräuchten wir Millionen, aber unsere Politiker verschleudern lieber Hunderte Milliarden (jeweils tausend Millionen) aus rein ideologischen Gründen: Mit dem Euro steht und fällt angeblich Europa. Was für eine Dummheit! Lasst doch jeden nach seiner Facon leben in Europa. Gerade diese Unterschiede machen es interessant. Aber jeder bitte auf seine eigenen Kosten! (Siehe Politisches!)

Da das mit deutschen Politikern nicht zu machen ist („Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ – Kommt mir irgendwie bekannt vor) bleibt als Lösung wohl nur Folgendes: Wildwest in Deutschland: Der freie Bürger bewaffne sich, da der Notruf der Polizei leider immer öfter besetzt ist. Jeder Erwachsene, sagen wir ab 23 Jahren, der laut Führungszeugnis hinsichtlich Gewalttaten nicht vorbelastet ist, darf sich einen Colt kaufen und schnallt ihn sich um. Dann müssen wir die sächsische Polizei nicht mehr mit störenden Anrufen belästigen. Wir schießen den Tätern selbst ins Knie, dann haben wir gleich noch zwei andere überforderte Instanzen in Deutschland – die Justiz und den Strafvollzug – entlastet und dieses Land hat dann noch mehr Geld für Afghanistan und für den Euro.

Januar 2012

 

7. Damit sich der Kleine entwickeln kann

Außerordentlich wichtig empfinde ich das Reden und Vorlesen vom ersten Tag an! Mit ordentlicher Grammatik, auch wenn es “süß” klingt, wenn Kleinkinder z.B. zu Traktor “Gaukra” sagen, so wie es mein Sohn tat. Ich habe mit ihm gelacht und gesagt, das ist ein “Traktor”, L. Sein erstes gesprochenes Wort war übrigens “Mewe” an der Ostsee. Dort habe ich ihm beim Spazieren-Gehen über die Möwen erzählt.
Einmal, es flog ein Schwarm Raben über uns, zeigte ich auf den Schwarm und sagte “L., sieh’ dort oben, Corvus, Corvus”.
Er fragte mich “Papa, welche von denen ist Corvus?”

R.B., Januar 2012

 

6. Wir sind alle „Synapsen“, keine Nappsülzen

Ein wichtiger – vielleicht sogar der – Sinn unserer Existenz besteht darin, Liebe zu empfangen und weiterzugeben. Wie soll sich die Liebe verteilen, wie soll sie fließen, wenn es keine Seelen gäbe oder nur verschlossene, die blockiert sind durch die Ablagerungen des Lebens wie die Nervenzellen bei Alzheimer? Ich empfinde es immer wieder so: Ich bin am glücklichsten, wenn ich Liebe empfangen und sie weiterleiten kann. Ich denke, die menschlichen „Seelen-Synapsen“ reichern die Liebe an, dadurch dass sie durch sie durchströmt wie ein frischer Wind. Einerseits versehen sie ihn dabei mit ihrem eigenen Akzent, der sich mit dem der anderen Seelen vermischt und die Liebe dadurch stärkt. Anderseits kann sich so die Seele säubern von Abgestandenem, Vergiftenden. Also brauchen wir Menschen alle ein Netzwerk intensiver und zuverlässiger Beziehungen, damit wir eine gute „Synapse“ sein können und keine Nappsülze sein müssen.

Februar 2011

5. Ich als Lehrer – wie sehe ich mich?

Vor der Schulzeit war ich ein aufgewecktes Kind. Ein Freund aus diesen Uraltzeiten erzählte mir, dass ich öfter gesagt hätte: „Die Operation leite ich!“ In der 2., 3. Klasse ist mein Selbstbewusstsein durch eine herumbrüllende Unterstufenlehrerin beschädigt worden. Seitdem war ich eher schüchtern, was allerdings sowieso zum Kern meiner Ursprungsnatur gehört. Ich hatte durch diese Frau aber zusätzlich eine enorme Angst gelernt zu versagen.

Im Laufe der Jahre entstand mein Bedürfnis, selbst ein gerechter und starker Lehrer zu werden, der Verunsicherbare wie mich später einmal in Schutz nehmen könnte. Ich bewunderte die Macht der Lehrer, zensierte die Schulhefte meines Bruders, mochte auch die Rabauken in meiner Klasse, so lange sie durch die Stärke eines guten Lehrers im Zaum gehalten wurden. Ich wollte Gerechtigkeit und Macht miteinander verbinden. Der Geist braucht die Macht, hatte schon Berthold Brecht gesagt. Dann studierte ich und nach dem Studium 1977 musste ich mit Entsetzen feststellen, dass ein schleichender Paradigmenwechsel begonnen hatte, auch in der DDR, nicht nur im Westen Deutschlands: Die Lehrer hatten gar nicht mehr von vornherein die Macht, die sie gerecht zum Schutz der Sensiblen hätten einsetzen können. Sie sollten sie sich erst einmal verdienen mit besonderen unterrichtlichen Bravourleistungen. Also wieder diese Unsicherheit: Ich war auf die andere Seite der Barrikade geflüchtet und wurde wieder angebrüllt, diesmal nicht von einem Unterstufenfeldwebel, sondern von unerzogenen Rüpeln, von denen ein Mindestmaß an Kultur schon damals nicht einfach verlangt werden durfte. Nein, sie sollten umworben und „gewonnen“ werden, bis sie sich selbst bessern wollten. Das war eine meiner größten Ernüchterungen: Zur falschen Zeit Schüler und zur falschen Zeit Lehrer.

Januar 2009

 

4. Liebe und Strenge – das ist der falsche Gegensatz; sie können gut und gern auf einer Seite stehen, wenn der liebevolle, großzügige Pädagoge zugleich ein „handwerklicher“ Profi ist

Bernhard Bueb hat mit seinem Buch “Lob der Disziplin” von vorn bis hinten Recht. Nur in einem nicht: Die 68ziger Pädagogik hat nicht die Liebe im Vergleich zu Führung und Konsequenz zu sehr betont. Schlimmer noch, sie hat wie ein Anfänger der Pädagogik nicht begriffen, dass die Liebe nicht das Pendant zu Strenge und Ordnung ist, sondern, pädagogisch richtig verstanden, ihre notwendige Grundlage, die gemeinsame Klammer von Strenge und Großzügigkeit, von Ordnung und Freiheit. Anstatt dessen hat sie beide Seiten flach gehalten, verwaltungsbeamtensicher. Die pädagogische Leistung wäre aber gerade, die Intensität dieser beiden Pole, die sich zwar gegenseitig durchschimmern sollen, auf der Grundlage von Liebe als Lebensmut – als Mut zu vertrauen und etwas auszurichten – , jeweils auch „steil“ zu praktizieren, wenn das von der Situation und den Personen her notwendig bzw. möglich ist. Viele Wege führen nach Rom, der laue Mittelweg jedenfalls nicht.

Mai 2007

 

3. Aus einer Position der Defensive heraus kann kein Mensch vernünftig verhandeln.

Ich bekomme einen Anruf: „Wir haben ein Gewaltproblem an unserer Schule“. „Tut mir leid“, kann ich der Kollegin nur sagen, die mir wirklich sehr leid tut. Die Psychologie kann nicht symbolisch, sozusagen schamanenhaft richten, was die Gesellschaft der Pädagogik an Mitteln und Möglichkeiten verweigert, erst einmal einen Mindeststandard an Sicherheit und Ordnung zu garantieren. Ich rede mit keinem Gewalttäter, der überhaupt keinen Grund sieht, von seinem Hochmut, von der Pose des Angriffs abzulassen. Ich würde das nur in einer Ausnahmesituation tun, in einem Moment hoher konkreter Gefahr, in der der Staat noch keine Macht über ihn hat, und das Opfer jetzt geschützt werden muss, auch um den Preis, dass ich auf den Hochmut des Angreifers eingehe und ihn damit für diese Ausnahmezeit gezwungenermaßen akzeptiere. Nachdem dies gelungen ist, der Gewalttäter von seinem Opfer getrennt ist und er sich jetzt unter staatlicher Aufsicht befindet, muss sofort die normale Ordnung hergestellt werden, muss er von seinem hohen Ross heruntergerissen werden. Da mir unsere Gesellschaft gerade das im pädagogischen Alltag nicht erlaubt, hat es keinen Sinn, mit ihm psychologische Gespräche zu führen.

Wir alle können uns nur dann wirklich auf uns ganz fremde Positionen und Gedanken einlassen, wenn wir sensibilisiert, sozusagen aufgewühlt sind. Ein zivilisierter, seelisch gesunder Mensch ist das, wenn er Gewalt erlebt oder erlebte Gewalt verarbeiten soll. Ein Gewalttäter selbst hat eine kranke Logik, die ihm sein Tun als ganz normal und folgrichtig erscheinen lässt. Deswegen ist er nicht sensibilisiert, für ein Gespräch darüber nicht wirklich bereit, wenn ihm nicht – sozusagen ersatzweise – von der Gesellschaft, den Pädagogen, Psychologen und Sicherheitskräften, gehörig Druck gemacht werden darf. Gewalttäter der Art, die sofort offensiv handeln, sowie sie im vorhandenen Kräfteverhältnis eine Chance dafür sehen, sind nur beeindruckbar durch massive, praktisch spürbare Einschränkungen ihres eigenen Wohlergehens. Das darf ich nicht. Ich soll anstatt dessen über die Ursachen seiner Aggressivität mit ihm reden. Das will er nicht (wirklich), er tut es nur scheinbar und herablassend, solange ich ihm nicht von einer Position der Stärke begegnen darf. Ein Teufelskreislauf.

Abgesehen von allen Grundwidersprüchen des Lebens, dass Kinder keine stabile Heimat in ihren Familien haben, dass sie hier nicht genug Liebe, Geborgenheit und Interessiertheit erleben, dass die Schule – zwangsläufig – ein Stück am praktischen Leben vorbei unterrichtet, dass Demokratie in ihr nicht effektiv praktiziert wird, dass Jugendliche nicht wirklich eine Perspektive für ihr Arbeitsleben haben, produziert die deutsche Gesellschaft schon insofern immer wieder selbst die direkten Ursachen für die zunehmende Gewalttätigkeit der Jugend.

Februar 2007

 

2. Die moderne westliche Demokratie macht das Familienleben justitiabel

Wenn es legitim und gewünscht ist, daß Kinder und Jugendliche ihre Eltern wegen einer Ohrfeige oder wegen eines Klapses anzeigen und verklagen, müssen diese dann aber auch das Recht haben, ihre Kinder wegen Beleidigung, Verleumdung, übler Nachrede, Diebstahl u.ä. anzuzeigen und zu verklagen. Ich rede wohlgemerkt nicht von Mißhandlungen, also von Gewalt, die zu Verletzungen führt oder ein Kind demonstrativ entwürdigt oder bloßstellt. Das war in Deutschland schon immer, zumindest nach dem Zweiten Weltkrieg, verboten und wurde ganz zurecht als Straftat verfolgt. Ob das jetzt noch gut möglich ist, wo der Staatsanwalt über jede Ohrfeige wachen muß?

Mai 2006

 

1. Hilfe statt Strafe für die Täter – Strafe statt Hilfe für die Opfer

So inkonsequent sind die pädagogischen Weicheier, die sich gegen jede Form der Repression gegen Kinder und Jugendlichen wenden, ja nun auch wieder nicht. Erstens weil sie diesen Standpunkt konsequent vertreten und zweitens und vor allem, weil sie durchaus auch für strenge Strafen sind, zwar nicht für die Täter, sondern deren Opfer, aber immerhin. Da für die Täter unbedingt gelten muß “Hilfe statt Strafe”, werden dann dafür die Opfer umso konsequenter bestraft: Sie werden gnadenlos den fortgesetzten Attacken ihrer Peiniger ausgeliefert, damit diesen z.B. kein “Schnupperknast” oder wirklich leistungs- und ergebnisorientierter Wochenendarrest zugemutet werden muß. Das ist ganz undenkbar, denn die gebildeten pädagogischen Weicheier wissen: Durch Zwang ist noch niemand besser geworden. Mit Druck und Gewalt kann man keinen bessern, höchstens nur kurzzeitig äußerlich. Dafür kriegen dann die Opfer Druck und Gewalt, langfristig, innerlich und äußerlich. Es gleicht sich alles wieder aus durch eine kluge, demokratisch-emanzipatorische (West)Pädagogik. Dadurch haben sich die jugendlichen Persönlichkeiten, z.B. in ihrem Sozialverhalten und ihrer politischen Interessiertheit, im Vergleich zur Zeit der DDR-Diktatur schon ganz gewaltig entwickelt. Leider nur theoretisch und im Wunschdenken der Verantwortlichen. (Da sind wir wieder bei der DDR.) In Wirklichkeit ist eine Verschlechterung eingetreten. Aber wehe, jemand mäkelt an der schönen Theorie herum. Die Landkarte stimmt! Bloß die Gegend ist falsch!

Mai 2006