Herzlich willkommen !

 

Hier können Sie meine aktuellen Gedankensplitter III und IV lesen.

Logo KuK-VerlagKatz’ und Eule sind meine Lieblingstiere. „K u K“ steht für „konservativ und kreativ“. Ich denke, ich bin beides: Nur wer verwurzelt ist im Alten, wer bewahrt, was daran gut ist, hat den Halt, kreativ das nötige Neue zu schaffen.

 

Das Wichtigste im Leben ist, sich um sein Eigenes zu bemühen und dabei offen, locker und freundlich zu bleiben. Vielleicht passen Ihr und mein Eigenes zusammen, vielleicht können wir uns gegenseitig anregen und stärken. Zu meinem Eigenen erfahren Sie mehr in der Rubrik Persönliches.

Die Verkehrspsychologie habe ich auf eine extra Seite – www.verkehrspsychologe-leipzig.de – ausgegliedert. 

Unter Aktuelles steht der “Aufsatzpakt”.

 

Kurzsplitter des Monats

Die Kurzen sind ja oft besonders anregend und ansehenswert, wenn sie nicht zu kurz sind und wenn eine schöne Gestalt mit harmonischen Maßen sie trägt. Ich glaube, das gilt auch für die Gedankenkleider. Deswegen folgt hier für jeden Monat ein kurzer Gedankensplitter. (Entschuldigung, sie werden doch länger. Ich bemühe mich ab April wieder um mehr Kürze.)

 

April 2020

Forsa-Blitzumfrage: 62 Prozent der Deutschen sind bereit, über ihr Handy zu offenbaren, wem sie nahe kamen, um Corona-Infektionsherden auf die Spur zu kommen

Nur 62 Prozent in Deutschland halten die Gesundheit der Gemeinschaft, in der sie leben, für wichtiger als ihre unbeobachtete persönliche Selbstverwirklichung mittels digitaler Medien.

Wenn wir ein Maß für den Narzissmus einer Gesellschaft suchten, hätten wir damit eins. In „autoritären“ Demokratien wie Südkorea, Taiwan oder Singapur dürften über 90 Prozent es für selbstverständlich halten, so ihren Mitmenschen und sich sich selbst zu helfen.

Narzissmus ist die – größenwahnsinnige – Reduktion eines Ich auf sich selbst, der Irrglaube, es könnte direkt und selbst eine Beziehung zu der einen Welt herstellen ohne die Vermittlung der Gemeinschaften, die es geschaffen haben, also seiner Familie, des Lebensortes seiner Kindheit und Jugend und seiner Nation, von der es seine Mentalität und mit der Sprache wichtige stilistische Besonderheiten seiner Wahrnehmung und seines Denkens mitbekam.

Narzissmus führt zur Atomisierung der Welt in lauter Ichs. Ihn können sich nur die Übersättigten und Gelangweilten leisten. Wer um sein Überleben im einfachen physischen Sinn kämpfen muss, ist schnell auf die ihn tragenden ursprünglichen Gemeinschaften, die ich darüber genannt habe, zurückgeworfen.

Nur Millionäre und ihre Kinder und die, die sich irrtümlicher Weise dafür halten bzw. auf dem besten Weg dahin wähnen, sind darüber erhaben und in der ganzen Welt gleichermaßen zu Hause. Narzissmus und Autismus hängen zusammen (siehe den 418. Gedankensplitter).

Jede Krise soll ja etwas Gutes haben. Ein Gutes könnte sein, dass die, die glaubten, ganz ohne ihre nahen Mitmenschen, ihre „Nächsten“, gut leben zu können, nun eines Besseren belehrt werden.

 

März 2020

Die Unerzogenen, die nie erfahren durften, dass die Grenzen, die ihrer unreifen Lust und Wut gesetzt wurden, auch tatsächlich durchgesetzt werden können, machen unser Leben kaputt

Mitten in der Nacht, um 3 Uhr morgens, schreit einer mit der ganzen Kraft seiner männlichen Stimme immer wieder „Fuck!“ (Wenn er wenigstens „Mist!“ brüllen würde.) Wer weiß, worüber er sich da ärgert, aber offenbar wurde er in seinem bisherigen Leben immer darin bestärkt, dass er ein selbstverständliches Recht auf den sofortigen und „authentischen“ Ausdruck seiner Gefühle hat, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse seiner Mitmenschen, hier nach (halbwegs) ungestörter Nachtruhe, entscheidend für die Gesundheit.

Das ist ein Hauptthema meines Lebens. Ich hatte schon in meinen ersten Gedankensplittern darauf verwiesen (17., 18., 45. und 56. Gedankensplitter). Auch als Verkehrspsychologe beschäftigt mich das:

Psychologisch, also in der Logik der Seele, unserer Seele, denken wir auf eine bewusste Art nur, wenn uns das Leben Leid zufügt. Mich selbst erstaunt immer wieder, dass ausgerechnet der Führerschein – genauer: der Wunsch, ihn zu behalten oder wiederzubekommen – psycho-logisches Denken erforderlich macht. Das ist sonst nur noch – für Therapeut und Klient – in den meisten Formen der Psychotherapie so.

Psychologisch denken lernen Menschen in Deutschland, die nicht psychisch krank sind, also vor allem über den Umweg verkehrspsychologischer Maßnahmen. Die Sorge um den eigenen Führerschein erzeugt einen ähnlich starken Leidensdruck wie Angststörungen oder Zwangsgedanken, und dieser erzeugt die Motivation, tatsächlich psychologisch zu denken, als Betroffener sozusagen und nicht als Zaungast, der sich einfach nur mal psychologisch informieren will.

Hunderttausende junge Leute sind allein in den „Besonderen Aufbauseminaren“ durch diese Schule gegangen. Nach meiner Überzeugung müsste ein ähnlicher Aufwand nicht nur bei Fahranfängern, die gegen die Regeln des Straßenverkehrs verstoßen haben, getrieben werden, sondern auch bei Anfängern des erwachsenen Lebens generell, die die Regeln des allgemeinen Lebens auf eine gefährliche, gemeinschaftsbeeinträchtigende Weise missachten.

Diesen Aufwand darf nicht die Gesellschaft tragen. Mir geht es um die psychisch nicht kranken Regelverletzer; sie müssen lernen, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, und müssten genauso für die psychologischen Seminare bezahlen wie die Fahranfänger für ihre. Das allein wäre schon der Beginn einer heilsamen Erfahrung: Ich kann/muss die Kosten meines Verhaltens selbst tragen. Ich bin psychisch gereift, wenn ich innerlich verstanden habe, dass mein Verhalten Folgen hat, für mich und andere. Positives Verhalten hat gute und negatives böse. Ich als Schöpfer/Erzeuger meines Verhaltens „ernte“ diese Folgen in jedem Fall.

Das zu verstehen, dazu sollte meine Gesellschaft rechtzeitig einen Beitrag geleistet haben. Beim sozialen Verhalten im Straßenverkehr tut sie es in Deutschland zum Glück schon, beim sozialen Verhalten ansonsten wird diese Erfahrung Gefährdern und Gewalttätern vorenthalten. Sie werden unentwegt als Opfer oder psychisch Kranke behandelt, die neben den Kosten, die durch ihr destruktives Verhalten für die Gesellschaft sowieso schon entstehen, dieser ganz selbstverständlich auch noch die Zusatzkosten für ihre „Therapie“ aufbürden. Die Politiker, die das zu verantworten haben, leiden selbst unter einem pervertierten frömmelnden Gutmenschen-Denken. Für ihre „Therapie“ müssen sie hoffentlich selbst bezahlen und für die Verletzungen der Menschen, die sie nicht vor dem ungezähmten Ego der Macho-Täter schützen wollen und angeblich nicht schützen können, hoffentlich, wenigstens auf eine symbolische Weise, auch.

 

Februar 2020

Österreich zeigt, was möglich ist, wenn…

  • die „CDU“, die dort ÖVP heißt, noch eine Mitte-Rechts-Partei ist und keine Mitte-Links-
  • das Land keine alte Frau führt, die die Welt beglücken will, sondern ein junger Mann, der zuerst an sein eigenes Volk denkt.

Aber die Deutschen haben sie ja selbst gewählt, die Parteien – CDU/CSU/SPD –, die für die höchsten Steuern und Strompreise weit und breit „sorgen“. Weltbeglückung und „Selbstverpechung“ gehören eben zusammen.

Eine Gesellschaft, in der unter dem Motto individueller Freiheit Unrecht und Unordnung herrschen, richtet sich nicht nur selbst zugrunde, sondern macht sich auch unfähig, in Zukunft Menschen zu helfen, die wirklich in Not sind.

Gestern am 30.01.2019 wurde in ZIB („Zeit im Bild“) um 22 Uhr auf 3sat ausführlich Bundeskanzler Sebastian Kurz interviewt. Keine Majestätsumflorung wie bei Frau Merkel umgibt ihn, sondern er ist ein Politiker, der wie jeder andere kritisch befragt wird.

Er teilt mit, dass die Österreicher im vergangenen Jahr bereits mit 2,5 Milliarden Euro steuerlich entlastet wurden und dass die Regierung aus ÖVP und Grünen gerade beschlossen hat, in diesem Jahr weitere 4 Milliarden Euro den Bürgern zurückzugeben.

Herr Kurz rechnet vor: In einer Familie (Eltern und zwei Kinder) mit einem Monatseinkommen von 2500 Euro brutto ergibt dies eine jährliche Entlastung in Höhe von 4000 Euro netto.

Besonders liegen ihm die Rentner am Herzen, die „ein Leben lang gearbeitet haben“. Österreich helfe ebenso stark Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, wie es strikt Unbefugte daran hindert, auf Kosten des österreicherischen Steuerzahlers zu leben, und höhere Beiträge an die EU kämen keinesfalls in Frage.

In der deutschen Presse finde ich dazu bisher nur Folgendes.

 

Januar 2020

Englisch ist heute die Sprache einer vom „gewöhnlichen“ Volk abgehobenen internationalen Oberschicht, die sich für etwas Besseres hält. Ich vermute, dass das besonders für Deutschland gilt. Vor 500 Jahren war das Latein. Damit hat in Deutschland Martin Luther Schluss gemacht. Anstatt abgehoben und unter sich zu reden, sollten die lehrenden und führenden Personen – besonders der Kirche – dem Volk „aufs Maul“ schauen. Heute gibt es in Deutschland keinen Luther mehr, sondern vor allem dusselige Gefolgsleute der Zeitmoden. Die Lieder in den Gottesdiensten sind keineswegs international; dann müsste es bei den vielen russlanddeutschen Gläubigen hier auch mal ein russisches geben. Danach können Sie lange lauschen. Zu hören kriegen Sie immer mehr die heutige Sprache der internationalen Oberschicht, die des Konsums, der Nato, der internationalen Konzerne und der Börsen.

Allerdings wird es damit in historisch kurzer Zeit ein Ende haben. Dann singen und reden die deutschen Streber-Seelen chinesisch. (Das wäre dann wenigstens mal eine geistige und sprachliche Leistung.)